Alte Denkmuster verlassen

Diskussionsrunde zum Reformationstag in Hann. Münden

+
Angeregte Diskussion gab es an den Stationen des Zukunftsforums Reformation, hier mit Pastor Andreas Risse (Dritter von links).

Das dritte Jahr hat Niedersachsen jetzt am Reformationstag frei gemacht – aber nicht rund 80 Hann. Mündener und ihre Gäste.

Sie trafen sich an diesem Tag in der St. Blasius-Kirche, um sich generationsübergreifend rund zwei Stunden lang im „Zukunftsforum Reformation“ über Reformen, ihren gesellschaftlichen Beitrag für die Allgemeinheit und Lösungsansätze auszutauschen.

Einladende waren die evangelisch-reformierte Gemeinde und die evangelisch-lutherische Stadtkirchengemeinde Münden.

Einer der wichtigsten Erkenntnisse des Vormittags lautete: Um die Probleme der Zukunft zu lösen, sollten alte Denkmuster verlassen und viel mehr miteinander gesprochen, diskutiert und debattiert werden. Jeder an seinem Platz und in öffentlicher Runde.

Handlungsfelder wurden festgemacht 

Als Handlungsfelder wurden insbesondere die Themen Frieden, Umwelt und Klima, gesellschaftlicher Zusammenhalt, soziale Gerechtigkeit, eigene Verantwortung, Globalisierung und Digitalisierung sowie Zukunftsangst festgemacht.

Auffällig: Jüngere blicken vielfach optimistisch in die Zukunft, Ältere offenbar öfter schwärzer.

Die Organisatoren rund um Superintendent Thomas Henning und Pastor Ernst-Ulrich Göttges – mit dabei war auch Diakon Matthias Winkelmann von der katholischen Gemeinde St. Elisabeth – hatten ein geschicktes Format für den Vormittag gewählt: Zunächst gab es kurze Impulse zu den Fragen „Was ist die wichtigste Herausforderung?“, „Wie siehst du die Zukunft?“ und „Was bist du bereit, für die Zukunft zu tun?“. 

Auch die Jugend saß mit am Tisch 

Für die Jugend sprachen Caroline Heiß und Noah Ross, für junge Eltern Anne Hafer, für die „Best agers“ im Alter zwischen 55 und 65 Jahren Inga Täger, Jutta Pabst und Winhard Fiedler sowie für die Senioren Adelheid Schäfer und Heide Schweinehagen.

Anschließend diskutierten alle Teilnehmer an fünf Stationen in drei Runden über diese und andere Punkte, deren Ergebnisse anschließend in großer Runde vorgestellt wurden.

Von Allgemein bis ortsspezifisch 

Dabei wurden Gedanken aus der Diskussion zu Papier gebracht. Sie reichten von ganz allgemeinen Themen bis zu Forderungen vor Ort. Einige Beispiele: mangelnde Achtung und Wertschätzung der Schöpfung, wir haben die zehn Gebote vergessen, Senioren sind für kirchliche Mitarbeiter nicht nur Betreuungsobjekte, sondern sie möchten in der kirchlichen Gemeindearbeit partnerschaftlich mit ihren Erfahrungen mitarbeiten, Aufforstung der Kahlflächen im Mündener Stadtforst, Erhaltung der Schifffahrt für Gäste, technischer Fortschritt darf keine gesellschaftliche Gruppe abhängen, ohne lebenswerte Umwelt ist alles nichts, Verwirklichung der sozialen Gerechtigkeit.

Einen Punkt setzte Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener, der am Schluss des Forums ankündigte, dass er im kommenden Jahr in der Unteren Rathaushalle ein neues Format anbieten möchte.

Dort sollen Bürgerinnen und Bürger ihre Sorgen los werden können und Fragen geklärt werden wie: Wo wird Hilfe gebraucht?

Wegener hofft, dass dadurch auch weiteres ehrenamtliches Engagement entsteht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.