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Wasserversorger im Raum Hann. Münden mahnen zu sparsamem Verbrauch

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Von: Michael Caspar

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Eine Hand hält ein Glas unter fließendes Wasser.
Wasser, überlebenswichtig für Mensch, Tier und die Umwelt. Die Trockenheit der vergangenen Sommer setzt aber auch dem Grundwasser zu. Das macht vor dem Altkreis Münden nicht halt. (Symbolbild) © Patrick Pleul, dpa

Die Wasserversorger im Altkreis Münden mahnen zu sparsamem Verbrauch. Die Versorgungssicherheit sei aber noch gegeben. Schuld seien die Dürresommer.

Altkreis Münden – Die Grundwasserspiegel in Deutschland sinken. Zu einem sparsameren Umgang mit der knapper werdenden Ressource mahnen die beiden Wasserversorger im Altkreis Münden.

Hann. Münden: Grundwasserpegel abgesackt

Jahrhundertsommer in dichter Folge, niedrige Pegelstände in Flüssen und Stauseen, trocken fallende Quellen: Von „besorgniserregenden Signalen“ spricht Jens Steinhoff, der Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Hann. Münden. Die Grundwasserspiegel, die im Dürrejahr 2018 tief absackten, liegen an vielen Messstellen noch immer 20 bis 60 Zentimeter unter den Werten von 2017, ergänzt Susanne Ramdohr vom Wasserverband Peine, der Dransfeld und Staufenberg versorgt.

Beide Versorger nutzen Tiefbrunnen, die nicht so schnell versiegen werden. „Wir fördern im Jahr 1,15 Millionen Kubikmeter Wasser aus 100 bis 200 Metern Tiefe“, erklärt etwa Steinhoff. Auf solche Tiefbrunnen greifen mittlerweile auch Anbieter zu, die ihr Wasser eigentlich von Talsperren oder aus Quellen beziehen. Doch auch aus der Tiefe lässt sich bei einer nachhaltigen Nutzung nur soviel Wasser entnehmen, wie sich neu bildet.

Lage wird sich nicht zum positiven wenden

Eine Wende zum Positiven ist nicht abzusehen, gibt Ramdohr zu bedenken. Die Sommer in Deutschland werden aufgrund des Klimawandels heißer und trockener. Niederschläge verteilen sich nicht mehr auf lange Zeiträume, sondern fallen als Starkregen. Da der Boden die großen Mengen nicht schnell aufzunehmen vermag, fließt vieles oberflächlich ab. Hinzu kommt, dass der Wasserverbrauch aufgrund der Hitze steigt.

Bei Temperaturen von 30 Grad Celsius verdoppelt sich der Wasserverbrauch im Vergleich zum Winter, führt Verbandssprecherin Ramdohr aus. In früheren Jahren lag der Verbrauch im Sommer um gut 30 Prozent höher als im Winter. Vor allem Rasensprenger ziehen Wasser. Sie verbrauchen in der Stunde 400 Liter. Zum Vergleich: Der deutsche Durchschnittsbürger kommt auf 120 Liter täglich. Ein Drittel davon benötigt er zum Duschen und Baden, ein Drittel für die Toilettenspülung, zehn Prozent fürs Händewaschen. Aufs Essen und Trinken entfallen vier Prozent. (Michael Caspar)

Regentonnen, Duschen, Leitungsnetze

Um das Grundwasser zu schonen, können Gartenbesitzer Regenwasser nutzen. Es lässt sich in Regentonnen oder Zisternen sammeln. Es empfiehlt sich, zu duschen, statt zu baden, nur volle Waschmaschinen zu starten, wassersparende Armaturen zu verwenden und tropfende Hähne auszutauschen. Auch die Versorger bauen vor. Um Verluste durch undichte Leitungen zu vermeiden, investiert der Wasserverband Peine jedes Jahr zehn Millionen Euro in sein Netz. 

Die heißen Sommer in diesem und in den vergangenen Jahren brachten nicht nur die Wassernetze an die Belastungsgrenze. Auch der Wald, gerade im Raum Hann. Münden, leidet unter der Trockenheit. Das wirkt sich auch auf Ernten, wie die der Zuckerrübe aus.

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