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Eberleins Wirken in der Welt: Werkschau des Mündener Künstlers öffnet am Sonntag

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Von: Jens Döll

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Ute Sellmer (von links), Rosemarie Münder, Stefan Schäfer, Erhard Joseph, Martin Henze, Martina Krug und Elgard Steinmüller mit einem Relief das Eberlein für eine Statue in Argentinien entworfen hatte
Ute Sellmer (von links), Rosemarie Münder, Stefan Schäfer, Erhard Joseph, Martin Henze, Martina Krug und Elgard Steinmüller mit einem Relief das Eberlein für eine Statue in Argentinien entworfen hatte © Jens Döll

Werkschau des Mündener Künstlers öffnet am Sonntag. Die Ausstellung „Von Münden in die Welt“ zeigt das Werk von Gustav Heinrich Eberlein (1847 bis 1926). Der Start musste verschoben werden.

Hann. Münden – „Von Münden in die Welt“ ist der Titel einer Werksschau zum berühmten Maler, Poet und Bildhauer Gustav Heinrich Eberlein (1847-1926), der in Spiekershausen in der heutigen Gemeinde Staufenberg geboren wurde und lange Zeit in der Dreiflüssestadt wirkte.

Hann. Münden: Ausstellung zu Eberlein eröffnet am Sonntag

Am Sonntag, 07.08.2022, ab 16 Uhr findet im städtischen Museum im Welfenschloss die Eröffnungszeremonie mit Grußworten und Vorträgen statt. Bis zum 30.10.2022, findet dann die Sonderausstellung statt. Gegliedert ist sie in drei Bereiche, die in drei Räumen dargestellt werden.

„Münden ist natürlich einer der Schauplätze“, berichtet Rosemarie Münder, erste Vorsitzende des 1982 gegründeten Vereins für die Gustav-Eberlein-Forschung. Zu sehen sind Gipsabdrücke und Bilder von Werken Eberleins, zudem zahlreiche Ausstellungsstellungsstücke. So beispielsweise die restaurierte Büste von Kaiser Wilhelm II. und daneben von seiner Gattin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg.

Öffnungszeiten:

Das Städtische Museum im Welfenschloss, Schlossplatz 5, in Hann. Münden, Tel. 0 55 41/75 202 und 75 348, öffnet mittwochs bis sonntags von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt für Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr ist frei, darüber kostet er 1,50 Euro, ab 18 Jahren beträgt der Eintritt 3,50 Euro, die Familienkarte kostet 8 Euro.

In zweiten Raum geht es um Eberleins Wirken im restlichen damaligen Deutschen Reich und in der ganzen Welt. Stationen in den USA, Bulgarien, Kuba, Argentinien und Chile werden beschrieben, ausgestellt ist zum Beispiel der Gipsabdruck eines Reliefs, das an einer Unabhänigkeitsstatue in Argentien angebracht ist. Zudem steht dort die Büste des portugiesischen Opernsängers De Souza, der in Berlin einer Berühmtheit war.

Drei Räume ergeben mit der Dauerausstellung ein Gesamtbild

Der dritte Raum behandelt Eberleins Vermächtnis. Sein Werk wurde vergessen und erst in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wiederentdeckt. Gipssplitter seiner Vorlagen wurden in der Deckenkonstruktion des Welfenschlosses als Füllmaterial verwendet. Das erste wiederentdeckte Werk von Eberlein war am 26. November 1982 das Relief „Stille Nacht“, das auch in der Sonderausstellung zu sehen sein wird.

Die Sonderausstellung in den drei Räumen fügt sich in die Dauerausstellung über Gustav Eberlein ein, die 2017 aufgebaut wurde. Sie gibt einen Überblick über das Lebenswerk des Künstlers. Die Sonderausstellung „Von Münden in die Welt“ wurde von sieben Eberlein-Interessierten auf die Beine gestellt. Darunter Restaurator Erhard Joseph, Kunsthistoriker Martin Henze und Stadtarchivar Stefan Schäfer. Der Aufbau der Schau war von Hindernissen geprägt.

Aufzug führte zur Verzögerung

„Die Werke aus Gips sind extrem empfindlich“, berichtet Museumsleiterin Martina Krug. Zudem streikte der Aufzug im Welfenschloss, der Transport der schweren Statuen mit reiner Muskelkraft in den dritten Stock des Schlosses war nicht möglich. „Wir fürchteten schon, dass wir die Ausstellung um ein Jahr verschieben müssen“, berichtet Elgard Steinmüller, Geschäftsführerin der Eberlein-Forschung. Die Eröffnung war ursprünglich für den 10.07.2022 geplant. Mithilfe eines alten Relais – konnte der Fahrstuhl wieder repariert werden. „Wir konnten das Rahmenprogramm verschieben und neue Termine ausmachen“, berichtet Rosemarie Münder. Sorge habe man aber vor dem Winter und einer neuen Coronawelle. „Wir wollten mit der Ausstellung nicht in den Winter.“

Zahlreiche Werke von Eberlein sind auch im öffentlichen Raum sichtbar. Berühmte Beispiele sind der Gottvater an den Mündener Wallanlagen unweit des Bahnhofs und das Relief „Belagerung der Stadt durch Tilly“ an der Tillyschanze. Auch in Kirchen sind Kreuze von ihm zu sehen, wie in Nienhagen und Spiekershausen. (Jens Döll)

Rahmenprogramm ab dem 20.08.2022

Samstag, 20. August: 18 Uhr, Bildvortrag Rittersaal Martin Henze, Kunsthistoriker M.A. „Ein Kreuz mit dem Kreuz“ Gustav Eberleins verschwundenes Kruzifix aus St. Aegidien

Samstag, 10. September: 15 Uhr, Bildvortrag Rittersaal Ute Sellmer, Kunsthistorikerin M.A. „Die Macht des Meeres“ Eberleins Kolossalgemälde im Rittersaal

Sonntag, 18. September: 15 Uhr, Interview mit Kaffee und Kuchen im Museum Frau Krug und Mitglieder der Gustav-Eberlein-Forschung e.V. „Lust und Frust bei der Vorbereitung der Ausstellung“ Führung durch die Ausstellung

Samstag, 15. Oktober: 15 Uhr Prosa-Lesung im Museum „Riekchen Niedlichs Besuch in Münden“ Gisela Kaerger-Thiemann und Schülerinnen

Sonntag, 30. Oktober: 16 Uhr, Finissage der Ausstellung und Feier 40 Jahre Gustav-Eberlein-Forschung e.V. mit Bildvortrag Rittersaal Stefan Schäfer, Stadtarchivar „Eine Stadt im Aufbruch“ Die Entwicklung Mündens zu Lebzeiten von Gustav H. Eberlein (1847-1926)

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