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Hann. Münden verringert Weihnachts- und Straßenbeleuchtung

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Von: Michael Caspar

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Die Sternschnuppe am Kirchplatz bei St. Blasius war eine der Attraktionen des Lichterzaubers in Hann. Münden.
Die Sternschnuppe in der Altstadt war beim Lichterzauber sehr beliebt. (Symbolbild) © Jens Döll

Hann. Münden verringert Weihnachts- und Straßenbeleuchtung in diesem Jahr. Hintergrund ist die Energiekrise. Das wurde im Rat beschlossen, es gab auch Kritik von vielen Seiten.

Hann. Münden – „Hann. Münden macht das Licht aus.“ So hat Michael Fraatz (SPD) den Beschluss des Rats der Stadt zur Straßen- und zur Weihnachtsbeleuchtung zusammengefasst. Grund für die Verdunklung sind steigende Energiekosten und die drohende Stromknappheit.

Hann. Münden: Stadt will an Weihnachtsbeleuchtung sparen

Auf die Lichterketten, die seit Jahrzehnten während der Adventszeit die Innenstadt schmücken, will die Stadt ganz verzichten und so, auch durch den Wegfall des Auf- und Abbaus, rund 15 000 Euro sparen.

„Unglaublich traurig“, macht das die Mündener Gilde, sagt ihr Vorsitzender, Andreas Sadowsky. Die Stadt verliere viel an Atmosphäre. Die Gilde hätte es besser gefunden, die nicht mehr zeitgemäßen Glühbirnen kurzfristig durch LED-Leuchten zu ersetzen. Zu einer Beteiligung an den Kosten seien sie bereit und würden auch das Austauschen in Eigenleistung übernehmen. Ein Kompromiss sei zudem bei der Dauer der Beleuchtung möglich. Leider hätten weder Verwaltung noch Politik das Gespräch mit ihnen gesucht.

Lichterzauber soll es auch dieses Mal wieder geben

„Immerhin wird es den Lichterzauber in der Altstadt geben“, stellte Bürgermeister Tobias Dannenberg klar. Dieser muss auch deswegen weiter betrieben werden, weil es sonst zu Problemen mit dem Fördergeld-Geber käme. Allerdings verringert die Stadt die Zahl der Lichterzauber-Tage von zwei Monaten auf 36 Tage und fährt die Beleuchtungsdauer auf die Zeit zwischen 17 und 21 Uhr zurück.

Außerdem halbieren die Versorgungsbetriebe die Leistung aller mit LED-Leuchten ausgestatteten Straßenlaternen und senken so den jährlichen Stromverbrauch um 23 760 Kilowattstunden. Das hatte der Rat eigentlich schon vor einem Jahr beschlossen, merkte Dr. Hermann Dreyer (Grüne) an.

Die Nachtabsenkung der Straßenbeleuchtung erfolgt nun um 20 Uhr, zwei Stunden früher als bisher. Auf Normal wird erst um 6 Uhr zurückgeschaltet. Das spart jährlich mehr als 14 600 Kilowattstunden ein. Komplett ausgeschaltet werden alle Leuchten, die nicht an Gefahrenpunkten wie etwa Kreuzungen stehen, von 1 bis 5 Uhr morgens. Gesamtersparnis für die Stadt: 30 000 Euro.

Weißer Ring: Besorgnis wegen dunkeln Ecken

Besorgt über die Verringerung der Straßenbeleuchtung in Hann. Münden zeigt sich Helen Wienands von der Opferschutzorganisation Weißer Ring in Göttingen. Die Kriminalstatistik zeige, dass mit zunehmender Dunkelheit das Risiko von Sexualstraftaten und Überfällen steige. Wienands rät Frauen, die sich unsicher fühlen, zu telefonieren. Der Weiße Ring biete eine No-Stalk-App an. Hilfreich sei ein Taschenalarm, der auf Knopfdruck ohrenbetäubend aufheule. (Michael Caspar)

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