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Hann. Münden: Erster Laden auf Zeit an der Langen Straße

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Von: Margitta Hild

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Lange Straße 95: In diesen Räumen soll sich alle paar Monate ein anderes Ladengeschäft präsentieren können.
Lange Straße 95: In diesen Räumen soll sich alle paar Monate ein anderes Ladengeschäft präsentieren können. © Margitta Hild

Ein Hofladen bietet regionale Produkte an der Langen Straße in Hann. Münden an. Es ist der erste „Laden auf Zeit“ - auch bekannt als „Pop-Up-Store“. Mit dem Konzept soll die Stadt belebt werden.

Hann. Münden – Drei, zwei, eins: Pop up! Da ist er. Seit Dienstagmorgen, zehn Uhr hat Birgit Beuermann, die mit ihrer Familie bereits seit Sommer 2020 den Hofladen auf dem Museumshof in Scheden führt, den „Laden auf Zeit“ an der Langen Straße 95 in Hann Münden eröffnet.

Hann. Münden: Läden auf Zeit für die Innenstadt

Für Beuermann war es an der Zeit, beruflich neue Wege zu gehen, wie sie erzählt. Denn seit langer Zeit spukten bereits sehr viele Ideen rund um den Schwerpunkt „Direktvermarktung regionaler Betriebe“ in ihrem Kopf herum, die sie gerne verwirklichen wollte. „Ich habe meinen langjährigen Job als Assistentin der Geschäftsführung eines großen Hotels aufgegeben, weil ich ungebremst in die Verwirklichung meiner Ideen hineingeschlittert bin. Für mich ist es voll das Abenteuer“, erzählt sie lachend.

Es sei „total klasse“ mit den Landwirten direkt zusammenzuarbeiten. Beuermann bietet in ihrem Hann. Mündener Laden eigene Produkte des Hofes in Scheden wie auch die Produkte der regionalen Produzenten aus dem Umland an. So kommen die Eier und Honig aus Mielenhausen, Nudeln aus Mielenhausen und Varmissen, Käse aus Güntersen, Eis aus Simmershausen, Säfte aus Scheden und Witzenhausen, Blumen und wenn es an der Zeit ist Kürbisse aus Lippoldshausen, Eierlikör aus dem Eichsfeld und jeden Freitag frisch geerntetes Gemüse von einem Anbau in Volkmarshausen. Das ist das aktuelle Angebot im Laden, die Erweiterung der Produktpalette wird fließend geschehen. Im Moment ist Beuermann mit Herstellern von Speiseölen und Wurstwaren im Gespräch.

Bewerben für Raumnutzung möglich

Tobias Vogeley (Stabsstelle Wirtschaftsförderung-Stadt Münden) war ebenfalls zu Eröffnung gekommen. „Oft gibt es die Direktvermarktung für ein einziges Produkt ja auf den Dörfern, schön, dass es hier jetzt in diesem Laden zentralisiert ist“, sagte Vogeley. So seien die Interessenten von dem neuen Erscheinungsbild der Räumlichkeiten mit ihren neuen Fußböden und renovierten Wände begeistert.

„Der Laden hier von Frau Beuermann ist ein Paradebeispiel des Pop-Up-Stores. Alte Möbel, regional, nachhaltig und echte Typen, die ihn betreiben.“

Weitere Interessenten können sich auf der Homepage der Stadt (Menüpunkt Wirtschaft-Laden auf Zeit) bewerben. Ab November 2022 bis zum Ende des Projekts am 31. März 2023 stehen noch freie Zeiträume zur Verfügung. Interessenten, die Ihre Geschäftsidee unter günstigen Konditionen austesten möchten, können sich für einen Zeitraum von zwei Wochen bis drei Monaten bewerben. Kontakt: Tobias Vogeley, Telefon: 055 41/75-338, E-Mail: t.vogeley@hann.muenden.de 

Hann. Münden: Arbeitsplatz für die Tochter der Betreiberin

Der zweite Grund der Familie Beuermann, die Läden zu betreiben ist, dass ihre Tochter Meret einen Arbeitsplatz bekommt. Meret wird in diesem Sommer 18 Jahre alt und hat das Asberger-Syndrom, welches eine Form des Autismus ist. Wie auch bereits auf dem Museumshof, wo sie sich um ihre Hühner kümmert, wird sie zusätzlich im Verkauf des Ladens helfen. Ideen bestehen auch, in enger Zusammenarbeit mit der Schule im Auefeld möglicherweise Praktikumsplätze zu schaffen.

Am Eröffnungstag: Birgit Beuermann und Tobias Vogeley zeigen die Produkte regionaler Erzeuger, die nun in der Stadt zu kaufen sind.
Am Eröffnungstag: Birgit Beuermann und Tobias Vogeley zeigen die Produkte regionaler Erzeuger, die nun in der Stadt zu kaufen sind. © Margitta Hild

Das erste Glas Fruchtaufstrich wurde bereits zehn Minuten nach Eröffnung von einer Kundin gekauft, die begeistert war, dass sie die regionalen Produkte nun in einem Laden gebündelt kaufen kann und sie nicht mehr zu jedem einzelnen Hof fahren muss.

„Wichtig für mich ist eben auch, dass die Preise moderat sind. Die Leute sollen es sich leisten können und für ein Glas Fruchtaufstrich drei Euro zu nehmen, finde ich human. Wir haben viele ältere Kunden, die sich über die selbstgemachten Fruchtaufstriche freuen. Einfach pur, keine Erdbeer-Prosecco-Tongabohnen-Marmelade“, sagt Beuermann lächelnd.

Regionale Betriebe, die an einer Zusammenarbeit zwecks Vertrieb ihrer Produkte in ihrem Laden interessiert sind, können sich bei Birgit Beuermann melden. Sie hat sich in dem Laden bis zum 11. September eingemietet. (Margitta Hild)

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag von 10 Uhr bis 13 Uhr und 15 Uhr bis 18 Uhr, Samstag von 10 Uhr bis 13 Uhr.

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