Umweltprotest

Mündener Extinction-Rebellion-Gruppe startet Aktionen: „Wald vor unserer Haustür stirbt“

 Markus Gozzi, von links, Lara Badura und Ulrike Schäfer beim angelegten Hochbeet auf dem Schlossplatz in Hann. Münden.  Im Hintergrund ist ein gelber Kastenwagen zu sehen.
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Für mehr Grün und Miteinander: Markus Gozzi, von links, Lara Badura und Ulrike Schäfer beim angelegten Hochbeet auf dem Schlossplatz.

Anfang des Jahres 2020 hat sich in Hann. Münden eine Ortsgruppe von Extinction Rebellion gegründet. Eine Woche lang haben sie Aktionen durchgeführt. Darauf reagierte die Bevölkerung der Stadt.

Eine Woche mit täglichen Aktionen liegt hinter der Mündener Ortsgruppe von Extinction Rebellion (XR). Anfang des Jahres gegründet, hat sich die Gruppe jetzt ans erste eigene öffentliche Handeln gewagt, um sich vorzustellen und auf den Klimanotstand aufmerksam zu machen. Bisher war sie bereits in Hann. Münden mit der Fridays-for-Future-Bewegung auf die Straße gegangen. Los ging es mit der Kunstaktion „Demonstrierende Bäume“.

Plakataktion der Extinction Rebellion Gruppe in Hann. Münden

Mehr als 100 Plakate wurden von Mitgliedern der Gruppe im Stadtgebiet verteilt und so an Bäumen angebracht, dass man ihnen mit der Aktion eine Stimme gegeben hat. „Wir wollten die Natur in den Mittelpunkt stellen, klar machen, dass eine Abhängigkeit zwischen den Menschen und Bäumen besteht, sie uns mit Sauerstoff versorgen und so unser Leben erst möglich machen“, erklärt Gruppenmitglied Ulrike Schäfer. Zwei Tage hingen die Plakate, dann habe es von der Stadt eine schriftliche Aufforderung gegeben, sie umgehend zu entfernen. „Dem sind wir natürlich nachgekommen“, berichtet XR-Mitglied Markus Gozzi.

Viel Zuspruch für Aktionen der XR-Gruppe Hann. Münden

Für ihre Aktion habe die momentan etwa zehn Personen starke Gruppe viel Zuspruch erhalten, erzählen die Mitglieder. „Es kamen positive Rückmeldungen per E-Mail, über unseren Instagram-Account und wir wurden mehrfach persönlich angesprochen, das motiviert uns sehr“, so Ulrike Schäfer. Für die Ortsgruppe ist das ein guter Start in ihre erste Rebellionswoche. Weiter ging es mit einem Banner an der Hängebrücke, einem Protest im Vorfeld der Umweltausschusssitzung und dem Aufbau eines Hochbeets auf einem öffentlichen Parkplatz vor dem Welfenschloss. Mit dem Hochbeet fordert die Gruppe mehr Platz für Menschen anstatt für Autos und hat erfreut festgestellt: „Fremde kommen zum Gießen und finden unsere Aktion toll.“ Es gehe darum, mehr Grün in die Innenstädte zu bringen, denn das fördere die Lebensqualität.

Die Gruppe will mit ihren Aktionen Aufmerksamkeit erzeugen, denn vom globalen Klimawandel sei nicht nur der auftauende Permafrostboden in Russland betroffen: „Die schrecklichen Ding passieren nicht nur weit weg, sie sind hier bei uns erlebbar, der Wald vor unserer Haustür stirbt und die Menschen sehen zu“, prangert Markus Gozzi an.

XR-Gruppe: Einwohner Hann. Mündens sollen angesprochen und miteinbezogen werden

Vor allem möchte die Gruppe die Mündener ansprechen und mit einbeziehen, denn die Mitglieder selbst wohnen alle in der Dreiflüssestadt und fühlen sich mit ihr verbunden. „Wir wünschen uns Gespräche vor Ort, sind offen für neue Ideen und Mitstreiter“, so Gozzi. Ebenfalls als positiv bewertet die Hann. Mündener Extinction-Rebellion-Gruppe, dass bereits einige Parteien auf sie zugekommen seien und das Gespräch gesucht hätten. Und genau darum gehe es.

Die Gruppe habe noch viel vor, verspricht Mitglied Lara Badura, noch stecke man mitten in der Planung wie es weitergehen soll, Ideen gebe es aber bereits viele.  

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