Er will die Welt bereisen

Fahrlehrer Bernd Budnik geht nach 36 Jahren in den Ruhestand 

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Bernd Budnik tauscht nun Auto gegen Schiff. Nachdem er 36 Jahre als Fahrlehrer im Auto gesessen hat, lässt er sich nun zusammen mit seiner Frau durch die Weltmeere schippern.  

In den 36 Jahren seiner Berufstätigkeit als Inhaber einer Fahrschule hat Bernd Budnik 12 000 Menschen zum Führerschein verholfen. Jetzt geht er in den Ruhestand.

„Ein gutes Gefühl“, findet Budnik. Es habe ihm immer Freude bereitet, junge und auch ältere Fahrschüler auszubilden. Nun geht er in den Ruhestand und tauscht Pkw gegen Schiff. Denn seine Frau und er sind vor einiger Zeit zu Kreuzfahrtfans geworden und wollen nun die Welt erkunden.

Während der Berufstätigkeit stand die eigene Weiterbildung stets im Fokus. So hat er nicht nur für Pkw und Motorrad geschult. Er hat sich qualifiziert, um in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Gefahrgut- und Berufskraftfahrer, Bus- und Taxifahrer ausbilden zu können. Einen eigenen Bus und einen Lkw hielt er neben sechs Pkw und einigen Motorrädern vor. Selbst die Qualifizierung zum Führen eines Gabelstaplers und eines Krans durfte er vornehmen. „Bei uns gab es immer das Rundum-Sorglos-Paket“, meinte Budnik scherzhaft.

Ihm lag es außerdem sehr am Herzen, Kinder sicher durch den Verkehr zu bringen sowie Pkw- und Lkw-Fahrer zu sensibilisieren, auf die Schwächsten im Straßenverkehr zu achten. So hat er an Mündener Schulen zusammen mit dem Polizeioberkommissar Volker Grube, Kontaktbeamter zwischen Polizei und Schulen, praktischen Verkehrsunterricht an den Schulen vorgenommen. Als Beispiel nannte er die Aktion „Toter Winkel“.

Auch Menschen mit Migrationshintergrund hat der Fahrlehrer Verkehrsregeln als Fußgänger und Fahrradfahrer gelehrt. „Nach einiger Zeit haben die jungen Männer auch eingesehen, dass man nicht zu dritt auf einem Fahrrad fahren sollte“, erinnert sich Bernd Budnik.

Er erlebte, wie sich die Unterrichtsmethoden in der Zeit seines Wirkens drastisch verändert haben. Währen damals Folien und Overheadprojektor das Nonplusultra waren, steht heute der digitale Unterricht mit Tabletts und Smartphons an, die aktiv im Unterricht eingebunden werden.

Schmunzelnd erzählt Bernd Budnik, dass er und seine Frau durch ein geografisches Missverständnis nach Hann. Münden gekommen sind. Als Fahrlehrer in Bremervörde bei der Bundeswehr beschäftigt, reizte ihn die Arbeit im Zivilbereich. Per Zeitungsanzeige wurde ein Fahrlehrer als Juniorpartner für eine Fahrschule im Bereich Oberweser gesucht. „Bei Oberweser dachten wir zunächst an die Gegend um Bremerhaven, wurden aber dann eines besseren belehrt“. Doch dann hätten er und seine Frau entschieden, trotz des Irrtums die Chance zu nutzen – sie haben es nie bereut.

„Nun ist es soweit, ich gehe, die Fahrschule bleibt“, sagt Budnik. Sein Nachfolger seit März ist Alexander Torke, er war vier Jahre als Fahrlehrer bei Bernd Budnik beschäftigt. Die Mitarbeiter wurden übernommen.

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