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Kürbisse aus Lippoldshausen vom Hof

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Von: Petra Siebert

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Birgit Beuermann vom Schedener Hofladen ist eine der Abnehmerinnen der Kürbisse. Christian Mühlhausen zeigt einen Warzen Halloween Kürbis.
Birgit Beuermann vom Schedener Hofladen ist eine der Abnehmerinnen der Kürbisse. Christian Mühlhausen zeigt einen Warzen Halloween Kürbis. © Petra Siebert

Familie Mühlhausen baut in Lippoldshausen (Hann. Münden) verschiedene Kürbissorten an. Manche Sorte eigenen sich zum Essen, andere sind Zierde.

Lippoldshausen – Hochbetrieb herrscht zurzeit in der Kürbisscheune in Lippoldshausen, Kleine Lieth 19,. Familie Mühlhausen bietet diese beliebten Beerenfrüchte im zweiten Jahr an. Botanisch gesehen sind Kürbisse kein Gemüse, sondern Beerenfrüchte, die ein ausgeprägtes Wasser- und Wärmebedürfnis haben.

Ursprünglich aus Mittel- und Südamerika in hiesigen Regionen eingeführt, erfreuen sich die Riesenbeeren einiger Beliebtheit. Das dürfte auch am Halloween-Trend liegen, der vor Jahren aus den USA nach Europa herübergeschwappt ist. In schönsten leuchtenden Farben, unterschiedlichen Größen und verschiedensten Formen präsentieren sich die Kürbisse.

Hann. Münden: Familie aus Lippoldshausen baut Kürbisse an

Auf 2000 Quadratmeter Ackerfläche hat die Familie Kürbisse gesät und als Jungpflanzen gesetzt. Rund ein Drittel der Fläche nehmen die Hokkaido ein, ein beliebter Speisekürbis, der nicht geschält werden muss und zu Suppe und Gemüse verarbeitet, aber auch gebacken oder frittiert, werden kann. Weitere Sorten, die Mühlhausens auf dem Feld angebaut haben sind Muskat, Butternut (buttriger Geschmack mit leicht nussigem Aroma), Spaghetti (das Fruchtfleisch zerfällt nach dem Garen in dünne lange Fasern), roter Zentner (Fruchtfleisch ist orange und schmeckt relativ süß und leicht nussig), Baby Boo Weiß (toll als Deko, mit Nuss- und Esskastanienaroma), Miss Sophie Pink, Steirischer Ölkürbis (aus den weichschaligen Kernen lassen sich Gerichte zaubern), Blaue Banane (süßlich), Halloween Schnitzkürbis, Warzen Halloween und Zierkürbisse.

Schwerstes Exemplar wog 40 Kilogramm

Das schwerste Exemplar der diesjährigen Ernte wiegt 40 Kilogramm. Noch sei in der Region der Kürbisanbau in der Größenordnung und Vielfalt eher selten. In Supermärkten seien oft nur einige wenige Sorten verbreitet.

Bereits seit 8000 vor Christus gezüchtet

Der Kürbis benötigt Wärme, liebt Hitze, aber keine Trockenheit. Kürbisse sind kalorienarm und gut bekömmlich. Die Winterkürbisse enthalten viel Betacarotin, Vitamin C und Mineralien wie Eisen und Magnesium. Das enthaltene Kalium wirkt entwässernd. Bereits 8000 vor Christus wurde der Kürbis erstmals gezüchtet, das heißt, ihn gibt es schon seit 10 000 Jahren. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde er in Europa kultiviert. Der aktuelle Weltrekordkürbis liegt bei 1190 Kilogramm. China ist mit über acht Millionen Tonnen (36 Prozent der Weltproduktion) weltweit größter Kürbisproduzent. Es gibt fünf Arten, Garten-, Riesen-, Moschus-, Feigenblatt- und Agyrosperma-Kürbis sowie etliche Unterarten und über 800 Sorten Kürbis. Zierkürbisse sind giftig. 

„Die Idee des Kürbisanbaus war ein regionales Produkt anzubieten, das Nachfrage erfährt und unkompliziert anzubauen ist“, erklärt Christian Mühlhausen. Und die Zubereitung ist vielfältig von einfach bis aufwendig. Im Internet gibt es viele Tipps und Rezepte zur Zubereitung. Auch Süßes, wie beispielsweise Kuchen mit Kürbis oder Kürbis-Quitten-Orangen Marmelade, schmeckt äußerst gut.

Die Riesenbeeren sind in einer offenen Scheune gelagert und zum Abholen (Vertrauenskasse) bereit. „Die Vermarktung ab Hof hat den Vorteil, dass die Produkte frisch sind“, betont Christian Mühlhausen. Neben der Direktvermarktung zusammen mit Kartoffeln aus Hilwartshausen, zählen die Gastronomie, einzelne Supermärkte, und Hofläden, bis nach Göttingen, zu den Kunden der Familie.

Tipp: „Die Stiele nicht abschneiden, denn dann faulen die Kürbisse“

„Der Boden hier ist gut, deshalb hatten die Pflanzen auch ausreichend Feuchtigkeit bei dem trockenen Sommer“, erzählt Mühlhausen. Bis zum ersten Frost wird geerntet und verkauft. Danach halten sich die Kürbisse in frostfreien Räumen noch Wochen. Einen Tipp gibt Christian Mühlhausen noch: „Die Stiele nicht abschneiden, denn dann faulen die Kürbisse.“ (Petra Siebert)

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