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Hann. Münden: Firma reinigte kostenlos die Fenster des Hospizes

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Von: Petra Siebert

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Eine saubere Sache: Geschäftsführerin Anke Kessens (von links) hat dafür gesorgt, dass die Scheiben gereinigt werden. Galina Dragonov freut sich über die Arbeit von Veronika Goralska und Steffen Pfannkuch, ebenso wie Monika Raddatz, Jutta Nickel und Andrea Kühn.
Eine saubere Sache: Geschäftsführerin Anke Kessens (von links) hat dafür gesorgt, dass die Scheiben gereinigt werden. Galina Dragonov freut sich über die Arbeit von Veronika Goralska und Steffen Pfannkuch, ebenso wie Monika Raddatz, Jutta Nickel und Andrea Kühn. © Petra Siebert

Eine Hann. Mündener Firma reinigte kostenlos die Fenster des Hospizes. Für die Mitarbeiter der Einrichtung spart das Geld und Zeit. Auch die Gäste im Hospiz freuen sich über die Aktion.

Hann. Münden – Eine außergewöhnlich Spende erhielt in diesen Tagen das Hospiz. Das Mündener Unternehmen „Glasklar, Glas- und Gebäudereinigung“ hat das Putzen von 26 Glasfenstern und -türen im Hospiz kostenfrei übernommen. Glasklar-Geschäftsführerin Anke Kessens und Jutta Nickel, Spendenbeauftragte im Hospiz, haben sich bei der Benefizveranstaltung „Beats for Hospiz“ auf dem Doktorwerder kennen gelernt.

Hann. Münden: Firma reinigt Scheiben von Hospiz

Als Kessens von der Arbeit im Hospiz erfuhr, machte sie das Angebot, das Putzen der Fenster im Frühjahr zu sponsern. „Ich freue mich über diese Art der Spende“, sagte Jutta Nickel. „Für die Mitarbeiterinnen in der Hauswirtschaft ist das eine große Entlastung“.

Hauswirtschaftlerin Galina Dragonov ist ebenfalls froh, dass ihr diese Arbeit abgenommen wurde. „Diese Aktion ist eine Anerkennung für unsere Einrichtung, stellte Monika Raddatz, stellvertretende Hospizleiterin, fest. Sie freue sich, dass Fenster und Türen professionell geputzt und somit die Hauswirtschaftlerinnen im Hospiz entlastet werden.

Auch Andrea Kühn, Gast im Hospiz, findet anerkennende Worte für diese Aktion. Denn sie erfährt jeden Tag aufs Neue, was die Mitarbeiter im Hospiz für die Gäste leisten und begrüßt es, wenn Arbeiten abgenommen werden. Sie spricht ganz offen über ihre Krankheit und ihren Aufenthalt im Hospiz. „Wir sind alle Todeskandidaten, die hier aufgenommen werden“, sagt sie. Als Andrea Kühn vor sechs Monaten in der Einrichtung einzog, ging es ihr gesundheitlich sehr schlecht. Zurzeit geht es ihr besser. Sie berichtet, dass man hat es geschafft sie wieder hochzupäppeln. Nun kann sie wieder ohne Hilfe sitzen und aufstehen. Das sei natürlich schwierig bei 40 Kilogramm Körpergewicht und einer Größe von 1,78 Meter.

„Ich habe Lungenkrebs, aber irgendwie bin ich daran selber schuld, ich habe geraucht“, stellt sie ganz nüchtern fest. „Doch ich habe trotz meines Zustandes noch Lebensfreude, genieße jeden Tag, der mir noch geschenkt wird, und ich hoffe dass ich noch eine Zeitlang leben werde“. Doch sie wisse auch, dass es sehr schnell zu Ende gehen kann, je nachdem, wie schnell sich die Metastasen in ihrem Körper ausbreiten.

Gast im Hospiz: „Ein wirklich ertragbares Lebensende“

Sie spricht von einer vorbildlichen Betreuung im Hospiz. Es wird jede Hilfestellung gegeben, angefangen vom Öffnen der Wasserflasche bis hin zur Hilfe bei der täglichen Hygiene.

Bei Schmerzen werden sofort, auch mitten in der Nacht, Medikamente verabreicht. Alle realisierbaren Wünsche werden erfüllt, ob ein Lieblingsgericht kochen, ein Eis holen oder für Musik sorgen. Sie erwähnt Bettina Kallausch, die regelmäßig kommt, um mit Harfenmusik zu erfreuen, das sei ein Genuss.

„Ein wirklich ertragbares Lebensende“, betont Andrea Kühn. Ihr Wunsch ist es, noch mit ihrer Familie essen zu gehen und vielleicht auch noch eine größere Familienfeier mit erleben zu dürfen. (Petra Siebert)

Hospiz immer auf Spenden angewiesen

Damit die Gäste eine optimale Betreuung erhalten, ist das Hospiz dauerhaft auf Spenden angewiesen. „Coronabedingt und durch den Krieg in der Ukraine ist das Spendenaufkommen im ersten Quartal rückgängig“, erwähnt Jutta Nickel. „Unser Leben im Hospiz geht weiter und wir sind dringend auf Spenden angewiesen“, so Nickel. Da kommt dann die „Bürgerstiftung ambulantes und stationäres Hospiz Hann. Münden e.V.“, ein eingetragener, gemeinnütziger Stiftungsverein, mit ins Spiel. Mitglieder sind Bürger, Firmen und Institutionen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Hospizarbeit in Hann. Münden zu fördern. Zwischen der Bürgerstiftung und dem Hospiz herrscht eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Auf Grund der gesetzlichen Rahmenbedingungen übernehmen die Kranken- und Pflegekassen nur 95 Prozent der Kosten für stationäre Hospizarbeit. Die Bürgerstiftung hat die Aufgabe, die verbleibenden fünf Prozent aufzubringen, sowie weitere Spendenmittel für zusätzliche Angebote und Projekte bereitzustellen. Über neue Mitglieder würde sich die Bürgerstiftung freuen. Mehr Informationen über die Arbeit des Hospizes gibt es im Internet unter den Adressen hospiz-hann-muenden.de. und hospiz-hannmuenden.de. 

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