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Hann. Münden: Forschung zu Naturwäldern in Niedersachsen

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Von: Jens Döll

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Rundgang im geschützten Wald: Im Bereich Hessisch Oldendorf wurde „50 Jahre Naturwälder in Niedersachsen“ mit einer Exkursion gefeiert.
Rundgang im geschützten Wald: Im Bereich Hessisch Oldendorf wurde „50 Jahre Naturwälder in Niedersachsen“ mit einer Exkursion gefeiert. © Niedersächsische Landesforsten/nh

Das Projekt „Naturwälder Niedersachsen“ besteht seit 50 Jahren. Forschung dazu wird in Hann. Münden betrieben. Eine kleine Jubiläumsfeier fand in Hessisch Oldendorf (Landkreis Hameln-Pyrmont) statt. Die Wälder sollen ohne den Eingriff des Menschen gedeihen.

Hann. Münden – Vor 50 Jahren wurden in Niedersachsen die ersten Naturwälder ausgewiesen. Das sind Wälder, die sich seitdem frei von direktem menschlichem Einfluss entwickeln.

Ziel der zwischen Harz und Nordseeküste ausgewiesenen Gebiet war es zunächst vor allem, die natürlich ablaufenden Prozesse zu untersuchen, um daraus Erkenntnisse für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Landeswaldes abzuleiten.

Hann. Münden: Versuchsanstalt forscht zu Naturwäldern in Niedersachsen

Die Naturwälder sind neben ihrer naturschützenden Bedeutung zudem ein wichtiges Forschungsobjekt. In Naturwäldern können die Verjüngung, das Wachstum und Absterben der Gehölze ohne direkte menschliche Einflussnahme beobachtet werden. Die Untersuchungen werden von Fachleuten der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Hann. Münden vorgenommen, heißt es von Abteilung Wald und Umwelt der Landesforsten in Braunschweig.

Anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Naturwälder in Niedersachsen fand ein Treffen im Forstamt in Hessisch Oldendorf (Kreis Hameln-Pyrmont) mit Forstministerin Barbara Otte-Kinast und Landesforsten-Präsident Dr. Klaus Merker statt. Es wurde mit dem Süntel einer der ältesten Naturwälder Niedersachsens besucht. Dort führten Forstamtsleiter Christian Weigel und sein Team durch den Wald, heißt es in der Mitteilung der Landesforsten.

Feier mit Exkursion in Hessisch Oldendorf

„Die Naturwälder liefern uns auch jetzt, in Zeiten großflächiger Waldschäden, wertvolle Erkenntnisse. Darüber hinaus leisten sie als ‚Urwälder von morgen’, die wir in den Landesforsten auf insgesamt zehn Prozent der Fläche eingerichtet haben, einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität“, erklärt Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten. „Die in den niedersächsischen Naturwäldern über fünf Jahrzehnte hinweg entstandenen Zeitreihen und Einzeluntersuchungen haben eine weit über die Grenzen des Bundeslandes hinaus reichende Bedeutung“, erklärt Dr. Marcus Schmidt von der Abteilung Waldnaturschutz der NW-FVA in Hann. Münden.

„Standen in der Anfangsphase des Naturwald-Programms die Waldbestände und ihre Entwicklung im Vordergrund, so richtet sich mit der Erweiterung der Flächenkulisse aktuell der Fokus auf die Erfassung der waldtypischen Biodiversität“, so Schmidt weiter. Die NW-FVA hat ein Monitoringverfahren entwickelt, mit dem der landesweite Beitrag der Naturwälder und des naturnah bewirtschafteten Waldes zur biologischen Vielfalt messbar ist und setzt dies derzeit um.

Für 2023 sei von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt eine Fachtagung geplant, bei der die Erkenntnisse aus 50 Jahren niedersächsischer Naturwaldforschung einem breiten Fachpublikum vorgestellt werden sollen. (Jens Döll)

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