Fronleichnam 

Masken, Corona-Regeln und Shopping: Fronleichnamseinkauf in Hann. Münden  unter besonderen Vorzeichen

Die Altstadt in Hann. Münden ist gut gefüllt. Touristen strömten wegen des Fronleichnamstages in die Stadt. Auf dem Bild ist die Lange Straße zu sehen, die Haupteinkaufsstraße. 
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Die Altstadt in Hann. Münden ist gut gefüllt. Touristen strömten wegen des Fronleichnamstages in die Stadt. Auf dem Bild ist die Lange Straße zu sehen, die Haupteinkaufsstraße. 

Shopping-Tag in Hann. Münden. Traditionell strömen Touristen an Fronleichnam nach Hann. Münden, der Tag ist in Niedersachsen kein Feiertag. Dieses Jahr stand der Tag unter besonderen Vorzeichen. 

Hann. Münden - Fronleichnam, das ist der Tag, an dem sich viele Nordhessen aufmachen in das Nachbarbundesland Niedersachsen und ins nahe gelegene Hann. Münden. Das war auch am Donnerstag (11.06.2020) grundsätzlich nicht viel anders: „Die Stadt war gut besucht, das Kaufverhalten der Leute war gut, aber nicht ganz auf dem Vorjahresniveau“, sagt Andreas Sadowsky von der Mündener Gilde. Unter den Corona-Bedingungen seien die Einzelhändler, mit denen er gesprochen habe, mit dem Ergebnis zufrieden. „Wichtig ist, dass wieder Umsätze gemacht wurden. Das bringt den Einzelhändlern und Gastronomen Zuversicht und ein Stück Normalität“, resümierte Sadowsky. 

Hann. Münden: Es staute sich auf der Straße in Richtung Dreiflüssestadt 

Wer am Fronleichnamstag (11.06.2020) aus Richtung Staufenberg nach Hann. Münden wollte, musste sich gedulden: Brückenarbeiten auf der Autobahn zwischen Lutterberg und Hedemünden sorgten für lange Schlangen. Bis hoch hinauf in die Lutterberger Kurven stauten sich auf der Bundesstraße 496 die Fahrzeuge. „Wenn wir gewusst hätten, dass heute so ein Andrang in der Stadt und auf den Straßen drum herum ist, wären wir an einem anderen Tag hergekommen“, sagt ein Ehepaar aus Warendorf in der Nähe von Münster, das Hann. Münden als Ausgangsort einer Radtour an der Weser entlang bis Rinteln gewählt hat. „Wir haben gerade so einen Parkplatz gefunden“, berichten die beiden Fußgänger. 

Stau wegen Brückenarbeiten auf der A7. Das wirkt sich auch auf die Strecke  nach Hann. Münden aus. Viele der Reisenden standen im Stau. 

Parkplätze in Hann. Münden waren gut gefüllt 

Und Recht haben sie, der Parkplatz auf dem Tanzwerder ist fast komplett belegt. Neben den üblichen Nummernschildern des Landkreises Göttingen, sind viele Wagen mit KS-Kennzeichen (Kassel) und WIZ (Werra-Meißner-Kreis) zu sehen. Aber auch exotische Kennzeichen lassen sich ausmachen. So FD (Landkreis Fulda, Hessen), MKK (Main-Kinzig-Kreis, Hessen), SU (Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen) und LEV (Leverkusen, NRW). 

Die Innenstadt von  Hann. Münden. An Fronleichnam strömten einige Touristen in die Stadt. Der Tag ist in Niedersachsen kein Feiertag, in Hessen und NRW schon. 

Ob es sich dabei um Autos von Touristen handelt, die wegen des Feiertages in die Dreiflüssestadt gekommen sind, lässt sich nicht bestätigen. Die Lange Straße, Mündens Einkaufsstraße, ist um die Mittagszeit gut gefüllt. Der graue Himmel und der plötzlich einsetzende Schauer tut dem kein Abbruch. Vor allem die Gastronomie profitiert von den Besuchern, die Außenbereiche der Restaurants und Cafés sind voll. „Wir sind unter den gegebenen Umständen zufrieden“, sagt Guido Einecke, Inhaber des Restaurants Ratsbrauhaus. Er habe dieses Jahr wegen der Abstandsregeln weniger Tische draußen aufstellen können. Zudem beobachte er, dass vermehrt kleine Gruppen von Touristen bei ihm einkehren. Das sei anders als in den vergangenen Jahren. 

Fronleichnam: Geschäftsleute in Hann. Münden blicken mit gemischten Gefühlen auf den Shopping-Tag 

Geschäftsinhaber Klaus-Werner Kirbach, den Einheimischen besser als „Icke“ bekannt, vergleicht das Tummeln mit den letzten Jahren. „Seit 1975 bin ich hier, damals war alles noch brechend voll“, sagt er. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei dieses Jahr an Fronleichnam wenig los in Münden. „In der Vergangenheit wurden Stände für diesen Tag aufgebaut, das fehlt jetzt“ resümiert der Plattenliebhaber, der „Boots CD-Laden“ in der Marktstraße seit Jahrzehnten betreibt. Mit einem großen Ansturm rechnet er nicht. 

Corona-Maßnahmen: Katharina Junge, Inhaberin eines Modegeschäfts in Hann. Münden, regelt den Einlass in ihren Laden. Jeder Kunde muss eine Wäscheklammer nehmen, wenn es keine mehr gibt, ist warten angesagt. 

Wären nicht die vielen Masken, die die Fußgänger in der Innenstadt tragen, entstünde der Eindruck, die Coronakrise sei überwunden. Im sozialen Netzwerk Facebook wird sich in der Gruppe „Hann. Münden – Meine Stadt“ über die Missachtung der Abstandsregeln in der Innenstadt beschwert. An der Diskussion beteiligen sich zahlreiche Gruppenmitglieder. 

Umgebung von Hann. Münden: Auf den Straßen macht sich der Feiertag in Hessen bemerkbar

Auch in Hedemünden kann man die Nähe zu Hessen deutlich spüren: Während es in der Witzenhäuser Innenstadt am Vormittag ruhig zugeht, sich vor allem Fahrradfahrer auf den Radwegen tummeln und für einen Wochentag ungewöhnlich viele Erdbeerfreunde die Früchte auf der Plantage zwischen Blickershausen und Stiedenrode pflücken, herrscht nur wenige Kilometer weiter, in Hedemünden, geschäftiger Trubel. Renate Rösner von der Bäckerei Spangenberg hat bereits den ganzen Tag alle Hände voll zu tun: „Viele Kunden kommen aus Hessen zu uns“, sagt sie, während sie erneut Kuchen für die Kunden einpackt, die zum Teil in einer langen Schlange vor dem Geschäft warten.

Von Thomas Schlenz, Wiebeke Huck und Jens Döll

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