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Frühling in der Ausstellung: Vögel und Blüten im Welfenschloss Hann. Münden

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Von: Bettina Wienecke

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Der Teller mit Vogelmotiv weist charmante Gebrauchsspuren auf.
Der Teller mit Vogelmotiv weist charmante Gebrauchsspuren auf. © Bettina Wienecke

Frühling hält Einzug. Auch im Museum in Hann. Münden im Welfenschloss. Heute in „Schätze im Museum“: Teller mit Vogel- und Frühlingsmotiven.

Hann. Münden – Als „Blumenbelag“ werden kleine Blüten bezeichnet, die auf Gefäße und Geschirr aus Porzellan oder Fayence aufgesetzt werden. Eine besonders schöne, derart verzierte Vase aus der Zeit um 1770 ist im Städtischen Museum in Hann. Münden zu sehen.

Sie stammt aus der Mündener Fayence-Manufaktur von Hanstein und wurde von Johann Jacob Erhard bemalt. Gemeinsam mit vielen weiteren mit Blüten verzierten Ausstellungsstücken holt sie den Frühling dauerhaft in das Museum im Welfenschloss.

Potpourri-Vase aus der Mündener Fayence-Manufaktur von Hanstein um 1770.
Potpourri-Vase aus der Mündener Fayence-Manufaktur von Hanstein um 1770. © Bettina Wienecke

Aus zahlreichen kleinen Blütenblättern setzen sich die rosafarbenen Rosenblüten auf der Potpourri-Vase zusammen, die über einen Deckel verfügt. Die gelbe Tulpenblüte ist geflammt, also von einem rötlichen Farbverlauf durchzogen. Auch an dunkle Stiele und grüne Blätter wurde gedacht, eine blaue Schleife hält das Bouquet zusammen.

Ein Hingucker in der Fayence-Ausstellung des Städtischen Museums ist auch der Teller, der mit einem Vogel in leuchtendem Gelb und Blau bemalt wurde. Er erinnert an das gelb-schwarze männliche Exemplar eines Pirols. Der Teller wurde gern benutzt, er weist am äußeren Rand deutliche Gebrauchsspuren auf, was ihn besonders charmant macht. Der Pirol, der auch Goldamsel genannt wird, ist ein Zugvogel, der im Mai in Mitteleuropa eintrifft. Aufgrund seines Gesangs („dü-delüü-lio“ und „büloo-büloo“) wurde der Singvogel mit dem lateinischen Namen „Oriolus oriolus“ wohl zum Wappentier des Adelsgeschlechts von Bülow.

Vicco von Bülow, der große deutsche Humorist, Karikaturist, Schauspieler, Regisseur sowie Bühnen- und Kostümbildner, wählte den französischen Begriff für den Pirol, „Loriot“, als Künstlernamen. Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow lebte von 1923 bis 2011. Gemeinsam mit drei goldenen Kugeln ist der Pirol auch das Wappentier der Gemeinde Göttin im Kreis „Herzogtum Lauenburg“ in Schleswig-Holstein, die 60 Einwohner hat. (Bettina Wienecke)

Service:

Das Städtische Museum im Welfenschloss, Schlossplatz 5, in Hann. Münden, Tel. 05541/75 202 und 75 348, befindet sich noch bis April 2022 in der Winterpause. Infos unter hann.muenden.de.

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