Polizei Göttingen

Gefahr für Wildunfälle hoch: Mehr Unfälle im Landkreis Göttingen

Straße im Nebel. Man sieht das Licht von Straßenlaternen und einer Ampelanlage.
+
Vor allem bei Dämmerung und schlechter Sicht, wie auf diesem Bild, droht Gefahr durch Wild. (Symbolbild)

Wildwechsel ist eine unterschätzte Gefahr. Doch häufen sich seit Jahren die Wildunfälle, auch im Landkreis Göttingen und im Altkreis Münden. Die Zahlen stiegen deutschlandweit 2019 auf einen Rekord.

Altkreis Münden – Zwischen September und Dezember steigt die Gefahr für Wildunfälle rapide an. „Wir sind gerade in einer brandgefährlichen Zeit“, sagt Jörg Arnecke, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion (PI) Göttingen. Laut der Statistik der Polizei wurden im Zuständigkeitsbereich der PI Göttingen 2019 1280 Wildunfälle registriert. 2018 waren es 1153. Die ergibt ein Plus von elf Prozent. 2019 waren sechs Schwerverletzte und acht leichtverletzte bei diesen Unfällen zu verzeichnen.

Im Altkreis Münden wurden 2019 insgesamt 227 Wildunfälle registriert, 2018 waren es 208. Dabei wurde eine Person 2019 schwer verletzt.

300 000 Wildunfälle 2019 in Deutschland

Bis jetzt könne man für das aktuelle Jahr einen gleichbleibenden Trend im Altkreis Münden verzeichnen, so heißt es von der Polizei. Der Automobil-Club Verkehr (ACV) berichtet, dass es 2019 bundesweit etwa 300 000 Wildunfälle gab, was einen neuen Höhepunkt in der Statistik darstelle. Besonders nach der Zeitumstellung Ende Oktober steige die Gefahr, heißt es weiter. Dies bestätigt Polizist Arnecke.

Zu spät: Wer einen Wildunfall nicht verhindern konnte, sollte zuerst die Unfallstelle absichern und dann die Polizei informieren.

„Nach der erfolgten Uhrenumstellung auf die Winterzeit überlappen sich plötzlich die Zeiten des Wildwechsels und des Berufsverkehrs mit gravierenden Folgen“, heißt es von ihm. Zudem befinde sich das Schwarzwild zwischen November und Dezember in der Rauschzeit, der Paarungszeit. Sie seien dann weniger vorsichtig und „blind vor Liebe“. Abstände zu Straßen sowie auch zu Menschen werden von den Tieren kaum oder gar nicht beachtet.

Tipps der Polizei: „Fahren sie besser langsam als wild“

Um sicher durch diese Zeit zu kommen, gibt Arnecke einige Tipps: „Fahren sie besser langsam als wild“, fasst er die Verhaltensweisen zusammen. So sollte man stets mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs sein.

Auch gelte es, die Wildwechselschilder zu beachten und ernst zu nehmen. Wenn Wild auf die Straße rennt, gilt es, stark und kontrolliert abzubremsen. „Auf keinen Fall ausweichen“, so der Verkehrssicherheitsberater. Auch solle man sofort Abblenden. Um den nachfolgenden Verkehr zu warnen, sollte der Warnblinker eingesetzt werden. (Von Jens Döll)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.