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Kloster Bursfelde: Schadet Gerüst Schwalben?

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Von: Thomas Schlenz, Petra Siebert

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Eingerüstete Scheune: Laut Naturschützern werden so die Mehlschwalben, die dort nisten, gefährdet.
Eingerüstete Scheune: Laut Naturschützern werden so die Mehlschwalben, die dort nisten, gefährdet. © Hans-Joachim Haberstock/nh

Diskussion um Scheune auf Klostergelände Bursfelde (Hann. Münden). Dort wurde ein Gerüst aufgestellt. Dies schade den Mehlschwalben, heißt es von Naturschützern.

Bursfelde – Jedes Jahr im Mai erfreuen sich Anwohner und Naturliebhaber an den Schwalben, die an einer großen Scheune in Bursfelde ihre Nester bauen und die Jungen aufziehen, und das seit Jahrzehnten.

Bursfelde: Schwalben brüten auf Klostergelände

Auch in diesem Jahr haben über 400 Mehlschwalben die Scheune der Klosterkammer zum Nestbau aufgesucht. Das berichtet Hans-Joachim Haberstock, der zweite Vorsitzende des Nabu Northeim. Doch dann der Schreck: Die Scheune wurde für einen neuen Anstrich und neue Dachrinnen eingerüstet. Eine Anwohnerin hatte den Nabu informiert.

Vor vier Jahren hat dort der Nabu-Schwalbenbeauftragte Bernhard Biel 240 Nester gezählt, das heißt doppelt so viele Schwalben. Auch in diesem Jahr haben sie ihre Nester dort gebaut, immer sehr zur Freude der Anwohner. Nach Darstellung von Haberstock soll das die größte Mehlschwalben-Population in Südniedersachsen sein. Er kann es gar nicht fassen. „Ich bin entsetzt und erschüttert“, wie kann man zu diesem Zeitpunkt ein Gerüst bauen“, fragt er sich. Noch letzte Woche habe er sich an den Schwalben und dem eifrigen Nestbau erfreut. Denn dort herrschen optimale Bedingungen für die Mehlschwalben und ihren Nachwuchs: ausreichend Nahrung und Wasser in der Nähe für den Nestbau. Seiner Meinung nach hätten die Renovierungsarbeiten in das frühe Frühjahr oder den Herbst gelegt werden können. Und nicht genau in die Zeit, in der die Schwalben den Nestbau beendet haben und zum Brüten ansetzen wollten.

Nabu: Gerüst gefährde die Tiere - Klosterkammer: Lösung werde gefunden

Immer wieder würden die Schwalben aufgeregt versuchen, ihre Nester zu erreichen, was ihnen nicht gelingt, weil sich das Gerüst zu dicht an den Nestern befindet.

Hans-Joachim Haberstock versucht nun, über die Naturschutzbehörde des Landkreises Göttingen aus Gründen des Artenschutzes einen sofortigen Rückbau zur erlangen. Auch das Niedersächsische Landesamt für Küsten- und Naturschutz habe er informiert, in der Hoffnung, den Mehlschwalben die Fortsetzung des Brütens zu ermöglichen. Die Klosterkammer Hannover verwies an die Pächter der Scheune auf dem Klostergelände. Diese wollten auf HNA-Anfrage keine Stellung nehmen. Man arbeite aber an einer einvernehmlichen Lösung, heißt es von ihrer Seite auf Nachfrage der Redaktion. Mittlerweile bestätigt auch die Klosterkammer, dass es Gespräche zwischen dem Pächter und der Unteren Naturschutzbehörde gebe, mit dem Ziel, eine Lösung zu finden und dem Schwalbenschutz Rechnung zu tragen. (Petra Siebert/Thomas Schlenz)

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