Geschäftsinhaberin berichtet 

Coronakrise wirkt sich auf Einzelhandel aus: „Das hat uns eiskalt erwischt“

Katharina Junge vom Modegeschäft Katharina Junge Mode in Hann. Münden macht sich Sorgen wegen Einbußen infolge der fünfwöchigen, coronabedingten Schließung.
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Katharina Junge vom Modegeschäft Katharina Junge Mode in Hann. Münden macht sich Sorgen wegen Einbußen infolge der fünfwöchigen, coronabedingten Schließung.

Die Coronakrise trifft den Einzelhandel hart. Auch in Hann. Münden leiden die Geschäfte. Die Soforthilfe sei "ein Tropfen auf den heißen Stein". 

Hann. Münden – Die Saisonware für den Sommer war gerade erst geliefert, da hieß es für Katharina Junge, die in Hann. Münden ein Modegeschäft führt, wie für viele andere Geschäfte in der Region: zusperren. Und das für fünf Wochen. „Das hat uns eiskalt erwischt“, erklärt die Inhaberin.

Soforthilfe vom Land kommt in Hann. Münden an 

Vom Land Niedersachsen habe sie 3000 Euro Soforthilfe erhalten, auf die von der Bundesregierung zugesagten Hilfen warte sie noch. „Die 3000 Euro sind natürlich schön, aber eher ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Junge. Schließlich liefen Kosten, wie beispielsweise die Ladenmiete und die Lohnkosten für die Beschäftigten, unverändert weiter. Dazu kämen die Kosten für die Sommerkollektion: „Für unsere hochwertige Ware haben wir noch offene Rechnungen im fünfstelligen Bereich“, berichtet Junge.

Das Problem: Die Ware hat quasi ein Verfallsdatum, nach dem Ende der jeweiligen Saison ist sie schwerer zu verkaufen. Hinzu komme, dass die fehlenden Einnahmen während der Schließung kaum nachgeholt werden könnten: „Diese fünf Wochen kann ich abhaken.“

Geschäftsfrau in Hann. Münden: "Wir blicken mit Zuversicht nach vorne".

Trotzdem möchte Katharina Junge, die das Geschäft in der Mündener Innenstadt bereits seit sechs Jahren führt, nicht jammern: „Wir blicken mit Zuversicht nach vorn und freuen uns darüber, dass uns viele Stammkunden die Treue halten. Bei uns können sich die Kunden noch richtig wohlfühlen“, betont Junge. Die persönliche Beratung liege ihr und ihren Mitarbeitern daher auch sehr am Herzen. Damit unterscheide sich ihr Geschäft vom anonymen Einkauf im Internet.

Hann. Münden: Kleiner Lieferservice in der Krise 

Während der Zeit der Schließung habe sie die Schaufensterpuppen nahe an die Fenster gerückt, um zu zeigen, dass sie weiterhin für die Kunden da sei. Auch einen kleinen Lieferservice habe sie in dieser Zeit eingerichtet, der aber eher einen kleinen Teil des normalen Umsatzes abgedeckt habe. Kurzarbeit für die zwei Festangestellten und eine Teilzeitkraft hat Junge während der Schließung nicht angemeldet, das hätte sich, auch wegen des bürokratischen Aufwands, nicht rentiert.

Laden in Hann. Münden: Großen Wert auf Hygieneregeln gelegt 

Auf die Einhaltung der Hygieneregeln wird bei Katharina Junge Mode aktuell großer Wert gelegt, neben Desinfektionsmitteln für die Hände halten die Mitarbeiter sogar Wattestäbchen für das EC-Kartenlesegerät bereit. Junges Botschaft: „Bei uns brauchen die Kunden keine Angst haben“. Ihrer Meinung nach ist es sehr wichtig, den Einzelhandel so gut es geht in der Innenstadt zu halten, auch für die Touristen, die in normalen Jahren das Zentrum der Dreiflüssestadt bevölkern.

„Der Tourismus hat natürlich auch gefehlt, gerade die Bustouristen. Das läuft jetzt langsam wieder an“, sagt Junge. Trotz der aktuellen Situation haben sie und ihre Mitarbeiter Mut gefasst: Die Winterkollektion ist bereits bestellt.

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