Fenster gereinigt

Drohungen an Büro von CDU und SPD in Hann. Münden

„Solange ich lebe, jage ich euch“ und „Spaß hört auf“ ist auf den Fenstern des SPD-Büros in roter und grauer Farbe zu lesen.
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„Solange ich lebe, jage ich euch“ und „Spaß hört auf“ ist auf den Fenstern des SPD-Büros Hann. Münden in roter und grauer Farbe zu lesen.

Unbekannte haben Drohungen an die Büros von CDU und SPD in der Innenstadt von Hann. Münden gesprüht. Ein Mündener Betrieb reinigt die Scheiben umsonst.

+++ Aktualisiert am 9.4.2021, 16.25 Uhr +++

Einen Tag nach dem Farbangriff auf die Büros von SPD und CDU in der Kirchstraße Hann. Münden sind die Fenster von Graffiti und Drohungen befreit. Christian Ernst und Weronika Goralska von der Hann. Mündener Firma Glasklar haben die Scheiben gereinigt. Seinen Dienst habe er den Parteien kostenlos angeboten, nachdem er die Farbe an den Fenstern gesehen hat, berichtet Ernst.

Christian Ernst und Weronika Goralska von der Hann. Mündener Firma Glasklar reinigen die Scheiben des SPD-Büros Hann. Münden nachdem Drohungen mit Farbe angesprüht wurden. Das selbe taten sie bei der ebenso betroffenen CDU.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Gerd Hujahn wurde gestern vor dem Büro von mehreren Passanten angesprochen, die ihren Unglauben über die Tat aussprachen. Hujahn freute sich über die „Solidarität“, die er nach dem Vorfall erfahren habe.

+++ Aktualisiert am 8.4.2021, 15. 30 Uhr +++

Hann. Münden - In der Nacht zu Donnerstag, 8.4.2021, wurden die Fenster beider Parteibüros in der Kirchstraße mit Farbe besprüht, wie die Polizei und die Parteivorsitzenden berichten. Auch der Friseurladen neben dem CDU Büro wurde besprüht. Am SPD-Büro ist zu lesen: „So lange ich lebe, jage ich euch“ und „Spaß hört auf“. Auf den Fenstern der CDU steht in Großbuchstaben „WAR!“ (englisch für „Krieg“).

Das Motiv für die Tat ist noch nicht bekannt, wie die Polizei Göttingen berichtet. Das Staatsschutzkommissariat der Polizeiinspektion ermittelt. Ein Nachbar habe die Tat gegen 1 Uhr beobachtet und die Polizei alarmiert. Die habe den Täter nicht mehr finden können. Wegen Sachbeschädigung wird nun nach einem 20 bis 30 Jahre alten, schlanken Mann gefahndet. Er habe eine graue Jacke und einen schwarzen Pullover getragen.

SPD und CDU vermuten politisches Motiv

Die beiden Parteivorsitzenden vermuten, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handelt. „Bei Nacht und Nebel aus dem Verborgenen gegen Parteien zu agieren, ist ein Angriff auf die Demokratie und das Ehrenamt in der Kommunalpolitik“, schreibt Markus Jerrentrup, Vorsitzender der CDU Hann. Münden. „Hier hört Demokratie auf, wenn in einer nächtlichen Aktion Farbanschläge auf Standorte der demokratischen Parteien verübt werden“, äußern sich die SPD-Vorsitzende Gudrun Surup und der SPD-Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn dazu.

In grauer Farbe steht auf dem Fenster der CDU Hann. Münden: „War!“ (englisch für „Krieg!“).

Am Tag zuvor wurde das Schaufenster der SPD neu dekoriert, berichtet die Bürgermeisterkandidatin Karin Weber-Klatt, deren Foto darin aushängt. Umso bedrückender sei nun die Schmiererei am Fenster. Den Satz „Ich jage euch“ empfinde sie als Bedrohung. „Da überschreitet jemand ernst zu nehmend Grenzen“, sagt Karin Weber-Klatt. Sie verstehe das Graffiti jedoch eher als Angriff auf die Demokratie, als auf ihre Person.

„Das ist ein Schlag gegen die Vertreter aller Parteien , die sich ehrenamtlich für unsere Stadt engagieren. Jeder kann frei seine Meinung äußern, aber es darf in Münden keinen Platz für Hass, Gewalt und Extremismus geben“, sagt Tobias Dannenberg, Bürgermeisterkandidat der CDU Hann. Münden.

Bürgermeister und Grüne zeigen sich solidarisch

Bürgermeister Harald Wegener: „Zum wiederholten Male fanden in unserer Stadt Fassadenschmierereien an Parteibüros statt. Ich verurteile ein solches Vorgehen auf das Schärfste. Bei allen unterschiedlichen Ansichten, muss es immer möglich sein, im Austausch seine Position zu vertreten. Gewalt und Sachbeschädigung ist kein Mittel der Auseinandersetzung.“ 

Der Ortsvorstand von Bündnis 90/Die Grünen in Hann. Münden schaut laut eigener Mitteilung „erschrocken auf die Beschmierungen der Bürgerbüros der SPD und CDU in der Kirchstraße“ und sieht in den Worten des Täters eine Drohung. „Wer Kritik ausüben möchte, sollte dies auf eine produktiven und legalen Art und Weise tun. Wir hoffen auf eine schnelle Aufklärung des Falles, damit die Parteien, MitarbeiterInnen und die jeweiligen BürgermeisterkandidatInnen weiter an Inhalten arbeiten können und sich nicht von Kriminellen bedroht fühlen müssen.“

Zweiter Angriff auf beide Büros: Polizei überprüft, ob es Verbindungen gibt

Bereits am 25. November war die Scheibe des CDU-Büros von Unbekannten eingeschlagen worden. Ein Nachbar hatte ein lautes Geräusch gehört und den mutmaßlichen Täter weggehen sehen. Am 17. Dezember hatten Unbekannte dann versucht, die Scheiben des SPD-Büros zu zerschlagen. Ein Beobachter hatte die Tat verhindert. Die Polizei ermittelt laut eigenen Angaben nun, ob es eine Verbindung zwischen den Taten 2020 und 2021 gibt.

Hinweise nehmen die Polizei Göttingen unter der Telefonnummer 0551/491-2115 und das Polizeikommissariat Hann. Münden unter 05541/9510 entgegen.

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