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Altkreis Münden: Hohe Energiekosten bringen Sportvereine in Bedrängnis

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Von: Jens Döll

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Eine Hand packt an ein technisches Gerät, an dem viele Zahlen zu sehen sind.
Steigende Energiepreise belasten nicht nur Privathaushalte, sondern auch Sportvereine. (Symbolbild) © Peter Steffen/dpa

Steigende Energiepreise belasten Sportvereine. Das gilt auch für die Region Hann. Münden. Manche stehen gut da, andere haben große Sorgen. Die massiven Teuerungen werden aber erst 2023 erwartet.

Altkreis Münden - Kommen auf die Sportvereine im Altkreis Münden hohe Energiekosten zu? Diese Befürchtungen existieren. Vorsitzender Klaus Dreßler berichtet, dass die Umstellung auf Heizsysteme wie Wärmepumpen bei vielen Vereinen kompliziert sei. Zudem sei es auch eine Frage der Kosten.

Altkreis Münden: Vereine blicken mit Sorge in die Zukunft

„Die Vereine können das nicht alleine stemmen, wir müssen strategisch vorgehen“, sagt er. Auch gibt er zu bedenken, dass die Fördertöpfe von Bund und Ländern nicht unendlich seien. Es treffe natürlich nicht alle Sportvereine gleich, manche Sportstätten gehören dem Kreis, der dann dafür aufkomme, andere hätten im Winter und Herbst keinen oder wenig Betrieb.

Dreßler sieht aber vor allem bei den Schwimmhallen große Probleme. Falls man diese schließe oder die Temperatur massiv herunterregele, könne das dazu führen, dass die Schwimmausbildung von Kindern ins Stocken gerate: „Wir kämpfen mit dem Landkreis um die Schwimmausbildung“, sagt Dreßler dazu. „Wenn es um das Sparen von Öl geht, fahre ich lieber auf der Autobahn 100 km/h, bevor man auch nur in einer Sporthalle die Heizung abdreht“, fügt er hinzu.

Nicht jedes Vereinsheim kann energetisch saniert werden

Beim Kreisschützenbund Münden, in dem Schießsportvereine aus Münden und der Samtgemeinde Dransfeld vertreten sind, gibt es Grund zur Sorge. Vorsitzender Christian Heil: „Es gibt Schützenhäuser, bei denen eine Umrüstung auf Wärmepumpen wegen der schlechten Dämmung nicht einfach möglich ist“.

Bereits Anfang des Jahres habe der gestiegene Ölpreis den Vereinen zu schaffen gemacht, jetzt komme noch der Gaspreis hinzu. Oftmals seien die Vereinsheime mit Schießstand abgelegen und verfügten über einen Öl- oder Gastank. Dies werde man allerdings erst 2023 vollständig erfassen können, sagt Heil. Es sei für manche „existenzbedrohend“. Die Vereine finanzieren sich oftmals rein über ihre Mitgliedsbeiträge. „Sollen sie diese dann anheben?“ Und was bedeute das dann für die Mitglieder, gerade in einer Zeit, in der viele Kosten steigen, fragt er sich. „Gibt es Förderungen? Darüber gibt es noch keine Informationen“, merkt Heil an.

Altkreis Münden: Manche Vereine stärker belastet als andere

Die steigenden Energiepreise für Gas, Öl und auch Benzin machen den Vereinen in der Region Hann. Münden Sorgen. Dabei trifft es manche härter als anderen.

„Unsere Sorge ist, bekommen wir noch Gas und können wir dieses bezahlen“, antwortet Uwe Vogeley vom TSV Landwehrhagen in der Gemeinde Staufenberg. Der Verein bietet Fußball und Darts an.

Hintergrund ist, dass der Verein die Dartssparte betreibt, die auch im Winter das Vereinsheim für Spiele und Training nutzt. Das Heim werde mit einer Gastherme beheizt. „In weiteren Diskussionen müssen wir uns mit Alternativen beschäftigen“, so Vogeley. Momentan seien die Teuerungen noch kein Problem, aber der Vorstand befinde sich bereits in der Diskussion, wie es weiter gehe. Der Tuspo Weser-Gimte versuche, den Energieverbrauch in den Trainingszeiten so gering wie möglich zu halten, teilte die dritte Vorsitzende Gabriele Katzwinkel mit. „Dies hatte aber zuvor schon Bedeutung und konnte durch die bereits durchgeführten baulichen Maßnahmen des Baumanagements gut umgesetzt werden. Ich rede hier von Wasser und Licht, welches sich automatisch abstellt“, schreibt sie.

Mit einer Reduzierung der Temperaturen und auch kalten Duschen werde man sich, wenn es soweit komme, abfinden. Ein größeres Problem sei, dass die Benzinpreise für Trainer, Übungsleiter und auch Eltern zum Problem werden. „Was passiert, wenn die Kinder/Jugendlichen nicht zu den Auswärtsspielen, beziehungsweise Turnieren oder Freizeiten gefahren werden können?“, fragt sie. Allerdings können, wie auch bei anderen Vereinen, konkrete Aussagen erst kommendes Jahr getroffen werden.

Benzin teurer: Mehrkosten für Eltern und Trainer

Friedrich-Georg Rehkop vom Dransfelder Sport-Club (DSC) berichtet, dass auch dieser Sportverein sich mit dem Thema Energiesparen beschäftige. Man befinde sich aber in der glücklichen Situation, dass die Sportanlagen in kommunaler Trägerschaft sind und keine Umlegung der Kosten auf den Verein erfolge.

In einer glücklichen Lage befindet sich laut Thomas Kossert der Mündener Ruderverein. Zwar bereiteten den Mitgliedern und auch dem Vorstand die Teuerungen Sorgen und führten zu Diskussionen, aber man arbeite auch parallel dazu an der energetischen Sanierung des Vereinsheims an der Fulda am Fährweg. „Das Gas kommt weg“, sagte Kossert auf Anfrage unserer Zeitung. Es werde eine Fotovoltaikanlage angeschafft, zudem eine Wärmepumpe. Dieser Umbau soll demnächst starten. „Wir sehen dem Ganzen dann doch gelassen entgegen“, berichtet Kossert.  

Hohe Energiepreise belasten viele Sektoren. Auch die Brauereien leiden darunter.

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