1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden
  4. Hann. Münden

Bläsercorps übt für die Hubertusmesse in Hann. Münden

Erstellt:

Von: Petra Siebert

Kommentare

Bereiten sich auf die Messe vor: Heike Töpke, Silke Findorf, Gerd Danielowski (erste Reihe von links), Claudio Morganti, Melanie Schmidt, Gaby Morganti, Christa Möller und Reinhard Schneider (hintere Reihe von links) proben in der Aegidienkirche für die Hubertusmesse.
Bereiten sich auf die Messe vor: Heike Töpke, Silke Findorf, Gerd Danielowski (erste Reihe von links), Claudio Morganti, Melanie Schmidt, Gaby Morganti, Christa Möller und Reinhard Schneider (hintere Reihe von links) proben in der Aegidienkirche für die Hubertusmesse. © Petra Siebert

Das Bläsercorps übt für die Hubertusmesse in Hann. Münden im November. Die Messe geht auf eine Tradition der 1950er-Jahre zurück.

Hann. Münden – Am Samstag, 12.11.2022, wird um 18 Uhr in der Mündener St. Aegidienkirche nach längerer Coronapause wieder eine Hubertusmesse mit dem Jagdhorn-Bläsercorps Münden gefeiert.

Das Bläsercorps fühlt sich der jagdlichen Tradition und dem Brauchtum verpflichtet. Jeden Donnerstag proben die Frauen und Männer unter der Leitung von Gerd Danielowski, Obmann des Bläsercorps, mit den Parforcehörnern für die Messe in Hann Münden.

Hann. Münden: Bläsercorps übt für Messe im November

Von den 20 Mitgliedern blasen zwölf in der Parforcehorngruppe mit. Parallel dazu stehen montags Proben der Gruppe mit den Fürst-Pless-Hörnern an. Während die Parforcehornbläser den musikalischen Teil der Messe übernehmen, werden die Mitglieder der Fürst-Pless-Hörner-Gruppe einen Marsch zur Begrüßung und zum Einzug von Pastor Henning Dobers und dem Bläsercorps in die mit Utensilien aus Wald und Flur geschmückte Kirche blasen.

Die Hubertusmesse ist ein Gottesdienst mit instrumentaler Gestaltung, der traditionell um den 3. November, den Hubertustag, zum Gedenken des Heiligen Hubertus (etwa 655-727) gefeiert wird.

Der Überlieferung nach war Hubertus als junger Edelmann ein leidenschaftlicher Jäger, der die Erlegung des Wildes als Selbstzweck sah. Als ihm auf der Jagd ein prächtiger Hirsch mit einem Kreuz zwischen dem Geweih begegnete, bekehrte er sich der Legende nach zum christlichen Glauben. In allen Wesen sah er, der später als Bischof von Maastricht und Lüttich gewirkt hat, Geschöpfe Gottes und hat sich deshalb hegend und pflegend für sie eingesetzt.

Das Bläsercorps wurde 1964 von Forst-Ass Dietrich Leßmann gegründet

Diese Grundhaltung der Achtung vor dem Geschöpf ging als Waidgerechtigkeit in die Verhaltensgrundsätze der Jägerschaft ein. Deshalb gilt Hubertus als der Schutzpatron der Jagd und der Jäger. Die Hubertusmesse wird daher auch Jägergottesdienst genannt.

Der Ursprung dieser musikalisch mit Parforcehörnern vorgetragenen Gottesdienste liegt in Frankreich und Belgien des 19. Jahrhunderts. In Deutschland wurde die Tradition erst in den 1950er Jahren übernommen. Die Parforcehornbläser des Bläsercorps Münden tragen die Messe in der von Reinhold Stief weiterentwickelten Fassung vor, der die liturgischen Stücke den deutschen Verhältnissen angepasst hat.

Das Bläsercorps wurde 1964 von Forst-Ass. Dietrich Leßmann gegründet. Bereits vier Jahre später nahm das Corps erfolgreich an einem Jagdhornwettbewerb teil. 1969 entstand dann die Parforcehorngruppe. Mit diesen Hörnern konnte das Spektrum erheblich ausgeweitet werden. Kann man je nach Fähigkeit mit den Fürst-Pless-Hörnern fünf bis sieben Töne blasen, sind es bei den Parforcehörnern mit gutem Ansatz 16 Töne. Jägerlieder, aber auch Kirchenlieder konnten gespielt und auch mitgesungen werden.

Jungjäger erlernen die Signale, die für einen geordneten Ablauf der Jagd geschrieben wurden und zur Ehrung des Wildes geblasen werden. Hinzu kommen Jagdfanfaren und Märsche.

Hann. Münden: Musiker für Bläsercorps noch gesucht

Die Stücke werden geblasen bei Jubiläen, als letztes Halali für verstorbene Jäger, aber auch bei öffentlichen Auftritten wie dem Bauernmarkt.

Neue Mitglieder im Bläsercorps sind nach Darstellung von Gerd Danielowski immer willkommen. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, erleichtern aber das Mitwirken bei konzertanten Stücken. Instrumente können gestellt werden. (Petra Siebert)

Infos:

Interessierte, auch Nichtjäger, können sich bei Gerd Danielowski (05541/9534194) oder über e-mail blaeser.hm@gmx.de melden.  

Auch interessant

Kommentare