1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden
  4. Hann. Münden

Leitung per Hubschrauber: Bau der Hochspannungstrasse in der Region schreitet voran

Erstellt:

Von: Christian Mühlhausen

Kommentare

Arbeiten an der Hochspannungsleitung im Altkreis Münden.
Arbeiten an der Hochspannungsleitung im Altkreis Münden. © Tennet

Der Bau der Hochspannungstrasse in der Region Hann. Münden schreitet voran. Die Leitungen werden mit einem Hubschrauber verlegt. Das sah nah spektakulär aus.

Lippoldshausen – Spektakuläre Anblicke boten sich am Dienstag (26.10.2022) über dem Werratal bei Hann. Münden: Per Hubschrauber wurden Seile gezogen für die neue Höchstspannungsleitung von Wahle nach Mecklar, die durch unsere Region führt.

Leitungen kommen mit dem Hubschrauber

Der Bau der Leitung, die in unserem Gebiet von Jühnde und Meensen sowie weiter über Lippoldshausen, Laubach, Sichelnstein, Benterode und Uschlag verläuft, nimmt vielerorts Formen an. Zahlreiche Masten der 380-kV-Leitung sind bereits gebaut worden oder noch im Bau. Andere Masten können hingegen erst errichtet werden, wenn die bisherige, alte 220-kV-Leitung abgeschaltet worden ist, da die Standorte auf dem alten Trassenverlauf liegen.

Ein Helikopter fliegt mit einem Nylonseil von Mast zu Mast. Auf den Masten befinden sich Monteure, die das Seil auf eine Rolle aufnehmen. Im nächsten Schritt werden dann Vorseile gezogen.
Ein Helikopter fliegt mit einem Nylonseil von Mast zu Mast. Auf den Masten befinden sich Monteure, die das Seil auf eine Rolle aufnehmen. Im nächsten Schritt werden dann Vorseile gezogen. © Christian Mühlhausen

Die neue Leitung soll dafür sorgen, dass Windstrom aus Norddeutschland zu den Verbrauchern in Süddeutschland gelangen kann. Beim gestern gezogenen Seil handelt es sich noch nicht um das finale Leitungskabel. Vielmehr ist das sogenannte Vorseil ein Hilfsmittel, an das demnächst der eigentliche Freileitungsstrang – dieser liegt bereits auf großen Rollen zu je 2300 Meter an den Masten bereit – angebunden und dann mit Seilwinden in ihre endgültige Position gezogen wird.

Spektakulär war die gestrige Aktion auch deshalb, weil von dem einen Mast auf der alten Werratal-Bodendeponie bei Lippoldshausen zum nächsten Mast auf die andere Werratalseite bei Laubach eine 500 Meter lange Distanz überwunden werden musste.

Schwierige Geländebedingungen im Raum Hann. Münden

Während die neue Stromleitung in weiten Teilen auf dem alten Trassenverlauf der bald ausgedienten Leitung verläuft, ist der Streckenabschnitt zwischen Lippoldshausen und westlich von Laubach komplett neu. Ein neuer Trassenverlauf musste gefunden werden, weil die neue Leitung leistungsstärker und höher ist und dadurch größere Abstände zur Wohnbebauung von Laubach hätten eingehalten werden müssen.

Aber auf der anderen Leitungsseite bei Laubach machte aber ein Bachtal als ein FFH-Schutzgebiet ein Verlegen der Leitung nach Westen unmöglich. Daher wurde zugleich beschlossen, dass in diesem Bereich die parallel zur alten Leitung zusätzlich verlaufende 110-kV-Bahnstromleitung mit auf die neuen Masten genommen werden soll. Die Leitung verläuft nunmehr südlich um Lippoldshausen herum, überquert parallel zu den beiden Werratalbrücken den Fluss und verläuft quer über das Waldgebiet Haarth, um südwestlich von Laubach wieder auf den alten Trassenverlauf zu stoßen. (Christian Mühlhausen)

Rückbau soll zügig beginnen

Die Arbeiten an den neuen Hochspannungsleitungen in der Region werden noch über mehrere Monate laufen, heißt es vom Bauträger Tennet. Fertiggestellt werden können diese Leitungen erst, wenn die alten Leitungen abgeschaltet wurden, da etliche Masten erst dann gebaut werden können. Parallel dazu soll dann zügig auch der Rückbau der alten nicht mehr benötigten Strommasten erfolgen. Die Gesamtleitung wird rund 230 Kilometer lang sein.

Die Stromtrasse wurde auch im Landkreis Kassel montiert. Auch dort war ein Hubschrauber im Einsatz.

Auch interessant

Kommentare