Ausgesetzt

Hühner ausgesetzt: Neues Zuhause im Stall in Lippoldshausen

Haben Federn gelassen: Im Stall von Familie Herbst aus Lippoldshausen, die selbst Hühner hält, können sich die Tiere jetzt erholen.
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Haben Federn gelassen: Im Stall von Familie Herbst aus Lippoldshausen, die selbst Hühner hält, können sich die Tiere jetzt erholen.

Im Wald von Lippoldshausen bei Hann. Münden wurden Hühner ausgesetzt. Die Tiere waren verwahrlost. Bei Familie Herbst fanden sie ein neues Zuhause.

Lippoldshausen – Albrecht Herbst findet deutliche Worte: „Das ist eine Sauerei“, sagt er und schaut fassungslos auf eine Gruppe Hühner, die seit dem vergangenen Wochenende in seinem Stall Asyl gefunden haben.

Hühner wurden im Wald bei Lippoldshausen ausgesetzt

Ein Bekannter hatte ihn am Freitag darauf hingewiesen, dass nur unweit seines Geländes eine Gruppe von Hühnern in der Feldmark umherlaufen – offenbar ausgesetzt von jemandem, der sich dieser von der vorherigen Haltung durchaus gekennzeichneten Hühner wohl entledigen sowie sich offenbar das Schlachthaus sparen wollte. Stattdessen sollten wohl Raubtiere diesen Job übernehmen, weshalb der Halter das Federvieh Fuchs, Marder und Habicht lebendig zum Fraß vorgeworfen hat. Ohne nächtlichen Schutz im Hühnerstall sind die Haustiere in der freien Natur den Feinden hilf- und wehrlos ausgeliefert.

Herbst trieb die Gruppe von 13 Hühnern und einem Zwerghahn rund 600 Meter zu seinem Grundstück, auf dem er bereits Hühner hält. Dort bekommen die Tiere derzeit Futter, Wasser und auch reichlich Auslauf.

Hühner haben Verhaltensstörungen

Leicht verstört sitzen sie in ihrer neuen Umgebung, kein Tier hat mehr Schwanzfedern, die meisten haben großflächige nackte Körperstellen, verursacht durch Federpicken, eine Art Verhaltensstörung bei Hühnern, oft verursacht durch unsachgemäße Haltung. Ein Zwerghahn ist auch unter den Aussetz-Opfern.

Bei Herbst, der Inhaber des Malerfachbetriebs Quantz in Lippoldshausen ist, sollen sie alle nun ihr Gnadenbrot bekommen. „Die werden wohl zwei bis drei Monate brauchen, bis sie sich wieder halbwegs regeneriert haben“, schätzt Herbst, der stinksauer auf das Verhalten des vorherigen Besitzers ist. „Vielleicht weiß ja jemand von Hühnerbeständen aus der Nachbarschaft, die jetzt nicht mehr da sind“, hofft Herbst. So ein Verhalten dürfe jedenfalls nicht Schule machen.

Am Montag sind dann noch zehn weitere Hühner aufgetaucht – einige habe aber auch übers Wochenende wohl schon das Raubwild geholt, schätzt Herbst. (Von Christian Mühlhausen)

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