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Stadt Hann. Münden stellt sich gegen Gewalt gegen Frauen

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Von: Jens Döll

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Nein zu Gewalt gegen Frauen sagten Bürgermeister Tobias Dannenberg und Gleichstellungsbeauftragte Melissa Castillo in Münden.
Nein zu Gewalt gegen Frauen sagten Bürgermeister Tobias Dannenberg und Gleichstellungsbeauftragte Melissa Castillo in Münden. © privat/nh

Gleichstellungsbeauftragte Melissa Castillo informiert über Hilfe für Betroffene. Heute ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

Hann. Münden – Heute, am 25.11.2022, ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Das teilt Hann. Mündens Gleichstellungsbeauftragte Melissa Castillo mit. „Ein Thema, das sich aktuell vor allem durch die mutigen Proteste iranischer und kurdischer Frauen gegen Unterdrückung und den Missbrauch ihrer Frauenrechte – ihrer Menschenrechte – vermehrt in unser Bewusstsein gräbt“, schreibt sie dazu. Zum Anlass des Gedenktages berichtet sie von den Hilfsmaßnahmen von Frauen in Hann. Münden.

Verwaltung von Hann. Münden ist aktiv

Neben der finanziellen Unterstützung des Frauenhauses Göttingen und der Beteiligung am Tag gegen Gewalt an Frauen, unterstütze die Verwaltung weitere Projekte, um Gewalt gegen Frauen zu beseitigen. So fand diese Woche ein Empowerment-Workshop für politisch interessierte beziehungsweise politisch aktive Frauen statt, damit diese sich, in einer nach wie vor von Männern dominierten Kommunalpolitik, besser durchsetzen können, so Castillo. Initiiert vom Gleichstellungsbüro des Landkreises Göttingen, habe sich die Mündener Gleichstellungsbeauftragte der Idee begeistert angeschlossen.

„Nur wenn der Frauenanteil in der Kommunalpolitik erhöht wird und die Stimmen von Ratsfrauen, die die Anliegen der Bürger Hann. Mündens vertreten, gehört werden, finden Themen wie geschlechtsspezifische Gewalt den nötigen Raum in politischen Diskursen“, so Castillo. Die Beseitigung geschlechtsspezifischer Gewalt bleibe dabei jedoch gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Daher lautet der Appell der Gleichstellungsbeauftragten: „Sehen Sie genau hin. Geschlechtsspezifische Gewalt bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie blaue Flecke sehen. Gerade Männer möchte ich anhalten untereinander darauf hinzuweisen, wenn sexistisches, gewaltvolles Verhalten beobachtet wird. Genderbasierte Gewalt ist kein Scherz und kein sogenannter Kavaliersdelikt. Nichts sollte ohne aktive Zustimmung erfolgen, denn nur ein deutliches Ja heißt Ja!“

Förderung von Hann. Münden für das Frauenhaus in Göttingen

Die Aufnahme und Beratung Mündener Frauen wird durch das Frauenhaus Göttingen gewährleistet. Nachdem die Stadt Hann. Münden in den vergangenen beiden Jahren keinen genehmigungsfähigen Haushalt hatte, könne mit der Haushaltsgenehmigung 2022 auch die finanzielle Unterstützung des Frauenhauses Göttingen wieder möglich gemacht werden, so Emilia Castillo. Die Zahlung sei umgehend vom Bürgermeister Tobias Dannenberg veranlasst worden.

Hilfe für Betroffene in Hann. Münden

Wenn Frauen sich unsicher sind, wo die passende Hilfe finden, können sie sich bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Hann. Münden, Melissa Castillo, melden. Diese findet zusammen und nur mit Zustimmung in einem vertraulichen Gespräch einen Weg. Eine Beratung durch das Frauenhaus Göttingen oder den Göttinger Frauen-Notruf kann nach Absprache auch in Hann. Münden erfolgen, so Castillo.  

Der Begriff Femizid

Der Begriff Femizid beschreibt eine Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist. Ein Beispiel von Femizid in der Region sei ein Mordfall in Hedemünden im Jahr 2019, als ein Mann zuerst seine Ehefrau getötet und sich dann selbst umgebracht hatte.

Das berichtete Hann. Mündens Gleichstellungsbeauftragte Melissa Castillo. Der Begriff Femizid wurde im Jahr 1976 von der Soziologin und Feministin Diane E.H. Russell beim „International Tribunal on Crimes against Women“ in den wissenschaftlichen Diskurs eingebracht.

Dieser Terminus soll Russell zufolge verdeutlichen, dass viele Tötungen an Frauen Hassverbrechen sind, heißt es von der Universität in Tübingen. Die Uni untersucht in einem Projekt Femizide in Deutschland. Der Forschungszeitraum geht von 2022 bis 2025. (Jens Döll)

Hilfe für Betroffene von Gewalt

Hilfe für Frauen in Not gibt es unter anderem bei folgenden Nummern, so Hann. Mündens Gleichstellungsbeauftragte Melissa Castillo: Polizei Hann. Münden: 0 55 41/95 10 oder im Notfall: 110; Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Hann. Münden: 0 55 41/7 52 55; Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 0 80 00/11 60 16 ; Frauen-Notruf e.V.: 05 51/4 46 84; Frauenhaus Göttingen: 05 51/5 21 18 00; Weisser Ring: 01 51/ 55 16 46 98 und WoGe: 05 51/2 50 87 99 oder 01 76/64 17 22 19 

Im Landkreis Göttingen gibt es die Aktion „Rote Frauen“. Sie soll auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“ hinweisen. Auch im Landkreis Northeim gibt es ein Frauenhaus.

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