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Eine neue Krone für die Kapelle in Laubach

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Von: Jens Döll

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Es ist vollbracht: Nach einigem Hämmern und Klopfen ist die Turmbekrönung angebracht.
Es ist vollbracht: Nach einigem Hämmern und Klopfen ist die Turmbekrönung angebracht. © Christian Menz

Die Dachsanierung in Laubach schlug mit knapp 60 000 Euro zu Buche. Nun ist sie abgeschlossen. Feierlich wurde die Turmkrone aufgesetzt. Darin ist eine Zeitkapsel enthalten.

Laubach – Krönungstag in Laubach (Ortsteil von Hann. Münden): Nach monatelangen Sanierungsarbeiten wurde die Wetterfahne samt Turmkugel auf dem Dach der Kapelle in den kleinen Ort angebracht.

So ein Ereignis ist nicht alltäglich, bestätigte auch Superintendent Thomas Henning von der evangelisch-lutherischen Stadtkirchengemeinde Münden. „In meiner Zeit ist das die zweite Turmkrönung, die ich miterlebe.“

Hann. Münden: Wetterfahne und Turmkugel auf Kappendach angebracht

Für die Ewigkeit: Harald Otto legt Andenken in die Zeitkapsel für die Turmbekrönung.
Für die Ewigkeit: Harald Otto legt Andenken in die Zeitkapsel für die Turmbekrönung. © Jens Döll

Doch bevor die Wetterfahne und die Turmkugel angebracht werden konnten, musste gesucht werden. Und zwar ein Zylinder, der zur Aufbewahrung von Andenken als Zeitkapsel dient. Nach einigen Telefonaten und einer Fahrt nach Immenhausen konnte es dann losgehen. Harald Otto von der Metalldrückerei Otto aus Effelder im Eichsfeld legte eine aktuelle Ausgabe der Mündener Allgemeine, Baupläne und eine Predigt von einem Laubacher Ausatmen-Gottesdienst in den Zylinder und lötete ihn zu. Danach ging es hinauf auf etwa 20 Meter Höhe.

Dort wurden Turmkugel und Wetterfahne angebracht. Bei der Fahne handelt es sich um einen originalgetreuen Nachbau der ursprünglichen Wetterfahne aus dem Jahr 1900. Nach Hämmern, Schneiden und Klopfen war dann das Konstrukt installiert, die Bauarbeiten an der Kapelle im Werraort sind nun offiziell abgeschlossen.

Vikarin Katja Fokken (rechtes Bild) hält die Zeitkapsel. Auf ihr ist die Kapelle Laubach eingraviert, es ist eine Sonderanfertigung.
Vikarin Katja Fokken hält die Zeitkapsel. Auf ihr ist die Kapelle Laubach eingraviert, es ist eine Sonderanfertigung. © Jens Döll

Ursprünglich sollten nur die Turmkrönung und der Blitzschutz ersetzt werden. Bei den Arbeiten fiel auf, dass auch die Schindeln am Turm erneuert werden mussten. Am Ende dauerten die Arbeiten von Anfang Juni bis Anfang November und kosteten rund 60 000 Euro. „Wir haben uns entschlossen, das mit zu machen, weil das Gerüst nun schon mal stand“, berichtet Henning. Die Kosten teilten sich die evangelisch-lutherische Stadtkirchengemeinde und die evangelisch-reformierte Gemeinde, die die Kapelle gemeinsam für die Ausatmen-Gottesdienste an jedem ersten Freitag im Monat nutzen. Bei der Finanzierung steuerte, so Henning, auch der Kirchenkreis Göttingen-Münden und die evangelisch-reformierte Landeskirche Mittel bei. Auch die Laubacher hatten fleißig Kollekten gegeben.

Metalldrücker Herbert Otto aus dem Eichsfeld brachte die Wetterfahne auf dem Laubacher Kapellenturm an.
Metalldrücker Herbert Otto aus dem Eichsfeld brachte die Wetterfahne auf dem Laubacher Kapellenturm an. © Christine Otto

Sanierung von Kapellendach kostete 60 000 Euro

Mit bei der feierlichen Turmkrönung dabei waren Vikarin Katja Fokken von der reformierten Kirchengemeinde, Ortsbürgermeister Christian Menz und seine Vertreterin Susanne Bete, Elke Sparbier vom Ausatmen-Team, Kirchenvorstandsvorsitzende Helga Hillebrecht und Wolfgang Frankfurth vom Kirchenrat der evangelisch-reformierten Gemeinde. Zu ihnen gesellten sich noch einige Laubacher, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten.

Die Fahne und Turmkugel werden installiert. In luftiger Höhe, auf etwa 20 Metern, wurde so der Kirchturm gekrönt.
Die Fahne und Turmkugel werden installiert. In luftiger Höhe, auf etwa 20 Metern, wurde so der Kirchturm gekrönt. © Jens Döll

Laut Fachmann Harald Otto haben Wetterfahnen und Turmkugeln eine Haltbarkeit von etwa 80 Jahren, sie können aber deutlich länger auf den Türmen bleiben. Wenn sich nicht vom Wind abgerissen werden oder von Hobbyschützen als Zielscheibe genutzt werden, was öfters vorkomme, so Otto. (Jens Döll)

Im vergangenen Jahr wurde auch in Dransfeld die Kirche St.-Martini neu bekrönt. In Hann. Münden gibt es im Turm von St. Blasius die Türmerwohnung zu entdecken.

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