Bald muss gezahlt werden

Kein kostenloses Parken mehr am Schlossplatz in Hann. Münden

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Schilderwald: Die Verkehrsführung auf dem oberen Schlossplatz war durch die vorhandenen, gepflasterten Parktaschen vorgegeben, erklärte Bürgermeister Wegener. In diese kann man nur je aus einer bestimmten Richtung einfahren. Der asphaltierte und mit einer gestrichelten Linie gekennzeichnete Streifen ist übrigens ein Gehweg, keine Fahrbahn. 

Das kostenlos Parken auf dem oberen Schlossplatz in Hann. Münden soll nach den Sommerferien vorbei sein. Dann soll auch für den oberen Bereich ein Parkscheinautomat installiert sein.

Oberer und unterer Schlossplatz, obwohl optisch ein großer Parkplatz, sind keine Einheit: Während unten eine öffentliche Parkfläche ausgewiesen ist, für die Parkgebühren erhoben werden können, handelt es sich oben um ein Provisorium auf einem als privat eingestuften Gelände. Hier müssten dann separat abzurechnende „Entgelte“ kassiert werden, erläuterten im Umweltausschuss Rainer Cohrs, Fachdienstleiter Liegenschaften und Sanierung, und Bürgermeister Harald Wegener.

Die Stadt hat die Fläche dem Land Niedersachsen abgekauft, aber das Grundstück ins Treuhandvermögen der Sanierung überführt, erläuterte Cohrs. Damit sind auch Land und Bund im Boot und die Stadt sei verpflichtet, die Einnahmen vom oberen Platz in die Stadtsanierung fließen zu lassen. Geschähe dies nicht, müssten Land und Bund je ein Drittel der Einnahmen erhalten, ein Drittel bliebe bei der Stadt.

Sowohl der Schlossplatz als auch die Schlagd sind Teil des Sanierungsgebietes Altstadt IV. Wegen der Sanierung der Wanfrieder Schlagd sei der Parkplatz auch geschaffen worden – als Provisorium für die Zeit der Bauarbeiten. Während der Sanierungsarbeiten werden die Auto-Stellplätze an der Wanfrieder Schlagd nicht zur Verfügung stehen. Durch die Sanierung fallen etliche davon auch dauerhaft weg, wie für diese wiederum dauerhaft Ersatz geschaffen werden soll, ist noch nicht entschieden.

Enormer Parkdruck in der Altstadt 

Theoretisch könnte man den oberen Schlossplatz zum „öffentlichen Parkraum“ umwidmen, um dann für den ganzen Schlossplatz die gleichen Gebühren zu erheben. Praktisch aber widerspräche das einem gültigen Ratsbeschluss, der besagt, dass der obere Schlossplatz freigehalten werden soll von Autos. Dr. Wilfried Kraft, SPD, kritisierte, dass das Parken auf dem oberen Schlossplatz nun schon seit Monaten kostenlos sei. Der Stadt gingen dadurch jeden Monat mehrere tausend Euro verloren, aufs Jahr hochgerechnet sprach er von über 80 000. Außerdem sei es nicht gerecht, dass unten bezahlt werden muss, oben aber nicht.

Man hätte mit dem Öffnen des oberen Platzes warten sollen, bis die Frage der Parkentgelte geregelt ist. Wegener entgegnete, dass der Parkdruck in der Altstadt enorm sei, es wohnten heute mehr Menschen mit Auto dort als früher. Unter anderem dies klang für Lena Kürschner, Grüne, schon zu sehr nach Dauerlösung: Sie erinnerte daran, dass nach jetziger Beschlusslage dieser Parkplatz nach der Schlagdsanierung wieder abgebaut wird und warnte davor, jetzt Fakten zu schaffen. Zurzeit befasse sich eine Arbeitsgruppe mit den Parkplätzen für die Innenstadt, deren Ergebnisse solle man erst einmal abwarten.

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