Kliniken wünschen sich Entlastung

Krankenhäuser bewerten Notaufnahme-Gebühr unterschiedlich

Landkreis Göttingen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen hat eine Gebühr für die Notaufnahme ins Gespräch gebracht.

Die Strafgebühr müssten, so die Idee, nur Patienten entrichten, die mit Bagatellfällen die Notaufnahmen blockieren. Über die Höhe der Gebühr und deren Sinnhaftigkeit wird seitdem rege diskutiert.

Nach Ansicht von Dr. Achim Echtermeyer, Allgemeinmediziner und KV-Sprecher aus Scheden, würde eine Gebühr für keine Entlastung sorgen. Das Problem liege im Rechtssystem, Notaufnahmen könnten Patienten, auch mit banalen Leiden, nicht wegschicken. Eine Gebühr würde außerdem für einen erhöhten Verwaltungsaufwand sorgen. Um Benachteiligungen auszuschließen, müssten Befreiungs- und Ausnahmeregelungen getroffen werden.

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) begrüßt dagegen eine Gebühr. „Die Hürde für die Vorstellung in der Notaufnahme wird dadurch höher, insbesondere für ambulante Fälle, das sind Notfälle, die auch hausärztlich versorgt werden könnten“, erklärt Prof. Dr. Sabine Blaschke, Ärztliche Leitung der Interdisziplinären Notaufnahme.

Nicht lebensbedrohliche Fälle von beispielsweise akuter Bronchitis, Harnwegsinfekten oder Gastroenteritis würden die UMG-Notaufnahme belasten. Nicht in die Notaufnahme gehören laut Prof. Dr. Blaschke Erkrankungen, die von einem Facharzt einer speziellen Fachdisziplin behandelt werden müssen. „Leider werden häufig Facharzttermine, wenn sie zeitnah nicht zur Verfügung stehen, über eine Vorstellung in der Notaufnahme erzwungen“, sagt Prof. Dr. Blaschke.

Für das Klinikum Hann. Münden (KHM) ist es nach Angaben von Geschäftsführer Stefan Starke wichtig, „dass die Patienten einen freien Zugang zu ambulanter und stationärer Medizin haben, ohne darüber nachzudenken, was ein Besuch kostet.“ 

Rubriklistenbild: © picture alliance / Holger Hollemann/dpa

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