Klinikum Hann. Münden

Mündener Krankenhausseelsorger Michael Stanke geht in den Ruhestand

Auszeit: Sein Garten mit mehreren Obstbäumen ist der Ort, wo Michael Stanke Kraft schöpfen kann.
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Auszeit: Sein Garten mit mehreren Obstbäumen ist der Ort, wo Michael Stanke Kraft schöpfen kann.

Pastor Michael Stanke ist 2017 als Krankenhausseelsorger nach Hann. Münden gekommen. Jetzt geht der 63-Jährige in den Ruhestand. Wir haben mit ihm über die Herausforderungen gesprochen, die diese Aufgabe an ihn gestellt hat.

Hann. Münden – Vor dreieinhalb Jahren ist Pastor Michael Stanke nach Hann. Münden gekommen, um sich als Krankenhausseelsorger vor allem um Menschen in Krisen- und Grenzsituationen zu kümmern. Die Arbeit in einer Klinik war 2017 für den erfahrenen Seelsorger und Vater dreier erwachsener Kinder, der zuvor viele Jahre als Pastor in verschiedenen Gemeinden tätig war, noch einmal eine neue Herausforderung. Und er habe die Aufgabe mit ganzem Herzen erfüllt. „Denn Seelsorge“, sagte der 63-Jährige, „ist meins“. Jetzt geht Pastor Michael Stanke zum 1. November in den Ruhestand.

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der St. Blasius-Kirche wird der Krankenhausseelsorger des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Münden heute verabschiedet.

Die Arbeit als Krankenhausseelsorger sei eine besondere Herausforderung. Denn oft gehe es um schwer- und schwerstkranke Menschen, sagt der 63-Jährige. Wenn er an einem Krankenbett sitze, sei es vor allem wichtig, offen für die Menschen zu sein, ihnen zuzuhören, ihnen beizustehen, schwere Situationen einfach mit ihnen auszuhalten. Und hier sieht er auch eine seiner besonderen Stärken. „Ich habe das Gefühl, dass ich Menschen in schweren Situationen wirklich helfen kann.“ Und das aus einer christlichen Grundhaltung heraus.

Es waren aber nicht nur die Patienten, die sich an ihn gewandt haben, sondern auch Ärzte und Pflegepersonal. Dabei sei es auch um ethische Fragen in der weiteren Behandlung gegangen. Neben seiner Arbeit im Klinikum Hann. Münden, dort hatte er eine halbe Stelle inne, arbeitet er fast drei Jahre auch mit einer Viertelstelle für das Hospiz Hann. Münden. Im Februar hat er dort seine Tätigkeit beendet.

Für den Ruhestand mit 63 Jahren habe er sich entschieden, um mehr Zeit für sich zu haben, aber er spüre auch die Belastungen. „Je älter man wird, desto dünnhäutiger wird man auch“, sagt er. Durch die Corona-Schutzmaßnahmen habe er in den vergangenen Monaten meist nur noch schwerkranke Patienten aufgesucht. Zwar versuche er, solche Fälle gedanklich nicht mit nach Hause zu nehmen, aber manchmal lasse sich das nicht vermeiden. Seelsorge, sei eine Gratwanderung zwischen Empathie und professioneller Distanz. Weiter aktiv bleibt Michael Stanke in der Notfallseelsorge des Kirchenkreises Münden. Auf diesem Feld engagiert er sich seit vielen Jahren. In seiner Zeit als Pastor im Kreis Aurich hat er die Notfallseelsorge mit aufgebaut.

Auch in diesem Amt ist der Seelsorger, der auch Mitglied der Mündener Feuerwehr ist, besonders gefordert. Notfallseelsorger werden etwa zu schweren Unfällen und plötzlichen Todesfällen gerufen, Situationen in denen Opfer, Angehörige aber auch Einsatzkräfte Trost und Zuspruch brauchen. „Ganz schlimm sei zum Beispiel auch der plötzliche Kindstod“, sagt Michael Stanke.

Nach solchen Einsätzen braucht auch der Seelsorger Zeit für sich. Eine der Orte, in denen Michael Stanke Kraft tankt, ist sein Garten, in dem er Äpfel, Birnen und Johannisbeeren erntet und sie anschließend auch selbst verarbeitet.

Ein Nachfolger sei noch nicht gefunden, sagt Superintendent Thomas Henning. Die Stelle soll aber wiederbesetzt werden.

Abschiedsgottesdienst

Der Gottesdienst findet am heutigen Samstag, 24. Oktober, in der St. Blasius-Kirche in Hann. Münden statt. Beginn ist um 10 Uhr. Im Anschluss an den Gottesdienst besteht Gelegenheit, sich persönlich von Pastor Stanke zu verabschieden. Wegen der Coronaschutzmaßnahmen sei die Teilnehmerzahl auf 90 begrenzt, teilte der Kirchenkreis Hann. Münden mit.

Von Ekkehard Maass

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