Neues Gesetz

Kritik an neuem Kita-Gesetz: Mitarbeiterinnen wenden sich an Gerd Hujahn (SPD)

Sprachen über Pläne für das neue Kitagesetz: Kathrin Berg (von links, Kita St. Aegidius), Gerd Hujahn (SPD-Landtagsabgeordneter), Chantal Lotze (Sprachfachkraft, Kita St. Blasius) und Meike Knieps (Kita St. Matthias).
+
Sprachen über Pläne für das neue Kitagesetz: Kathrin Berg (von links, Kita St. Aegidius), Gerd Hujahn (SPD-Landtagsabgeordneter), Chantal Lotze (Sprachfachkraft, Kita St. Blasius) und Meike Knieps (Kita St. Matthias).

In Hann. Münden regt sich Kritik an dem niedersächsischen Kita-Gesetz. Die Mitarbeiterinnen wanden sich an den Hann. Mündener Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn (SPD). Er soll sich für sie in Hannover einsetzten.

Hann. Münden/Hannover – Vertreterinnen der Kitas St. Aegidius Neumünden, St. Blasius Königshof und St. Matthäus Hermannshagen haben dem SPD-Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn einen Appell zur Verbesserung des Entwurfs der Neufassung des niedersächsischen Kita-Gesetzes übergeben. Dazu hatten sie unter anderem Karten mit den Wünschen von Erziehungsberechtigten, Erziehern und pädagogischem Fachpersonal mitgebracht.

Bessere Arbeitsbedingungen für Kitas gefordert

Die Erzieherinnen schließen sich damit der Kritik von Diakonie sowie Kitas, weiteren Wohlfahrtsverbänden und Gewerkschaften in Niedersachsen an. Gefordert werden insbesondere kleinere Gruppen beziehungsweise mehr Personal für die Kindertagesstätten.

Die Kita-Mitarbeiter im Kirchenkreis Göttingen wünschen sich ferner „einen verlässlichen Personalschlüssel anstelle von Projektstellen, die festgeschriebene dritte Kraft in der Krippe, die Erhöhung der Vorbereitungszeiten, angepasste Berechnungsgrundlagen für Leitungsstunden, eine gesicherte Finanzierung von Fachberatung und einheitliche gesetzliche Regelungen zu Inklusion und Integration in Krippe und Kita.“

Inklusion ist ein wichtiges Thema

Insbesondere das Thema Inklusion beschäftigt die Aktivistinnen aus Hann. Münden: „Das neue Kita-Gesetz ist in diesem Punkt ein eindeutiger Rückschritt“, sagt Kathrin Berg, Leiterin der Kita St. Aegidius. In Niedersachsen sei der Anteil der Kinder mit Handicap, die gemeinsam mit anderen Kindern in eine normale Kita, statt in einen speziellen heilpädagogischen Kindergarten gingen, geringer als in anderen Bundesländern.

„Dabei ist Inklusion in der UN-Menschenrechtskonvention festgehalten und gesetzlich verankert“, betont Kathrin Berg. Insgesamt seien die Kita-Gruppen in Niedersachsen viel zu groß, kritisieren sie und ihre Kolleginnen. In diesen großen Gruppen sei Inklusion im Sinne von gleichberechtigter Teilhabe nur schwer machbar.

„Es gibt zu wenig Integrationsplätze“

„Es gibt zu wenig Integrationsplätze“, kritisieren die Mitarbeiterinnen. Gerd Hujahn zeigte sich verständnisvoll und äußerte sich zustimmend. Die Diskussion über den Gesetzentwurf sei in vollem Gange. „Mein Anliegen ist es auch, die frühkindliche Bildung nach vorn zu bringen“, erklärte Hujahn. Es gebe jedoch einige Hürden: „Wir haben viel geschafft, was die Beitragsfreiheit anbelangt, ein Hauptproblem ist, dass es zu wenig Erzieher gibt“, so Hujahn.

Deswegen müssten mehr Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen und das Berufsbild attraktiver gemacht werden. Auch die Bezahlung müsse am Ende stimmen. „Es muss sich einiges ändern.“ Dass die Gesetzesnovelle in relativ kurzer Zeit erarbeitet werden müsse, erklärte Gerd Hujahn mit Bundesmitteln, deren Auszahlung an Fristen gebunden sei.

„Ich würde gern sehen, dass Inklusion stärker gelebt wird, aber in einer großen Koalition, in der wir uns befinden, sind manchmal auch Kompromisse gefragt.“ Abschließend versprach Gerd Hujahn, die Forderungen mit nach Hannover zu nehmen und dort im Rahmen seiner Möglichkeiten einzubringen. (Thomas Schlenz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.