„Die Beständigkeit des Wandels“

Kunst im Hospiz: „Nichts geht verloren“ bei Claudia Schultes Bildern in Hann. Münden

Kunst im Hospiz: Stefan Kletetzka (stellvertretender Hospizleiter) und Claudia Schulte vor dem Bild „Beats for Hospiz“, benannt nach einer gleichnamigen Mündener Musikveranstaltung.
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Kunst im Hospiz: Stefan Kletetzka (stellvertretender Hospizleiter) und Claudia Schulte vor dem Bild „Beats for Hospiz“, benannt nach einer gleichnamigen Mündener Musikveranstaltung.

„Kunst im Hospiz“ heißt eine Ausstellungsreihe im AWO-Hospiz in Hann. Münden. Claudia Schulte stellt ihre Bilder nun mindestens drei Monate aus. Interessierte müssen sich anmelden.

Hann. Münden – Eine alte Tischdecke birgt Erinnerungen an die eigene Vergangenheit, die Herkunft und die Oma. Diese ist eingewoben in das Bild „Die Beständigkeit des Wandels“ von der Mündenener Künstlerin Claudia Schulte, das Teil einer Ausstellung mit identischem Titel im AWO-Hospiz am Vogelsang ist. Diese ist Teil der Reihe „Kunst im Hospiz“.

Hann. Münden: vielseitige Kunst im Hospiz

Das „Mottobild“ der Ausstellung zeigt eine in Acryl eingearbeitet Tischdecke. Diese wurde von Schultes Oma aus altem Gardinenstoff gestickt. Die Decke war ein Geschenk an die Mutter und war ein ständiger Begleiter auf Familienfesten, so berichtet die Künstlerin. „Vieles ändert sich, aber es geht nicht verloren“, ist eine der Lehren aus diesem Kunstwerk. Weitere Bilder beschäftigen sich mit der Gegenüberstellung von alt und neu.

So zum Beispiel „Beats for Hospiz“, welches extra für die Ausstellung in besagtem Hospiz angefertigt wurde. Der Name bezieht sich auf das gleichnamige Musikfestival auf dem Doktorwerder. Das Werk wurde mit Acrylfarben gemalt. „Es ist ein Suchbild“, sagt Claudia Schulte dazu. Und tatsächlich es sind viele Details zu entdecken. Die alte Postleitzahl von Hann. Münden, 3510, die Altstadtkulisse, das Logo vom Verein „Rock for Tolerance“ und das Denkmal vom Mitteldeutschen Sängerbund. Auch hier steht Altes neben Neuem, nichts geht verloren.

„Die Beständigkeit des Wandels“ von Claudia Schule. In das Werk ist eine alte Tischdecke eingebettet, ein Erb- und Erinnerungsstück.

Idee: Kontakt zur Hospizleitung

Die Idee zur Ausstellung im Hospiz kam durch den Kontakt mit dem stellvertretenden Hospizleiter Stefan Kletetzka zustande. Bereits in der Vergangenheit gab es in den Räumen Ausstellungen, so zum Beispiel von Birgit Henrich und Daniela Schott, ebenfalls aus der Dreiflüssestadt. Die Kunstwerke sollen zeigen, dass das Hospiz ein offener Ort ist. Zudem sollen sie die Gäste und Besucher erfreuen und für Gespräche sorgen. „Nicht jedes Kunstwerk eignet sich natürlich“, so Kletetzka. „Zu düster wäre ein Ausschlusskriterium“. Claudia Schultes Bilder aber, mit ihrer „fröhlichen aber auch nachdenklichen Atmosphäre“ passen sehr gut in die sanft erleuchten, gelbgestrichenen, Räume. Die Konzeption habe sie einiges an Überlegung gekostet, berichtet Schulte. Sie sei mit mehr Bildern gekommen, als dann wirklich aufgehängt wurden.

Claudia Schulte: Auf keinen Stil festgelegt

In den Werken werden unterschiedliche Stile sichtbar. Ein Bild besteht zum Beispiel als vielen Bleistiften in unterschiedlicher Form der Abnutzung. Diese sollen die Schaffensphase symbolisieren. Ein anderer Bilderzyklus trägt den Titel „You never walk alone“ und zeigt den Hund Snoopy aus der Kinderserie Peanuts. Der Titel „du läufst niemals alleine“ hat im Hospiz, in dem sich Menschen auf ihren letzten Weg begeben, eine besondere Bedeutung. Bei diesen Bildern hat sich mit ausgedruckten Motiven gearbeitet, die auf eine mit Acryl bemalte Leinwand geklebt werden. „Ich bin nicht auf einen Stil festgelegt“, sagt die Künstlerin, die in Dortmund geboren ist. Auch darauf geht eines der Bilder ein, es zeigt neben dem Geburtsort eine Collage von verschiedenen Stationen ihres Lebens wie Bolivien, Indonesien und ihr Kindheitsidol Pippi Langstrumpf, die „ein Pferd heben konnte“.

Die Ausstellung soll im Hospiz etwa drei Monate verbleiben. Jeder kann sie anschauen, wegen der anhaltenden Corona-Krise wird eine Anmeldung erbeten. (Jens Döll)

Kontakt und Anmeldung

Hospiz Hann. Münden, Adresse: Vogelsang 103, Hann. Münden, Telefon: 0 55 41 / 95 44 70, Claudia Schulte, arts-factory.de

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