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Hann. Münden: Landkreis investiert rund eine Million Euro in Grotefend-Gymnasium

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Von: Kim Henneking

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Neue und alte Technik in einem Raum: Die großen Touch-Bildschirme mit Whiteboards an den Seiten (links im Bild) lösen die traditionellen Tafeln ab. Eine grüne Tafel (rechts) soll aber vorerst in den Räumen bleiben.
Neue und alte Technik in einem Raum: Die großen Touch-Bildschirme mit Whiteboards an den Seiten (links im Bild) lösen die traditionellen Tafeln ab. Eine grüne Tafel (rechts) soll aber vorerst in den Räumen bleiben. © Kim Henneking

Der Landkreis Göttingen investiert rund eine Million Euro in das Grotefend-Gymnasium in Hann. Münden. Damit soll die Schule fit gemacht werden für die Zukunft. Es werden beispielsweise 24 Kilometer Kabel verlegt. Auch in anderen Schulen wird gebaut.

Landkreis Göttingen – An 18 der 29 allgemein- und berufsbildenden Schulen im Landkreis Göttingen wird die Ferienzeit aktuell für Bauprojekte genutzt. 5,4 Millionen Euro stellt der Landkreis als Träger dafür zur Verfügung. Die größte Investition in Höhe von 960 000 Euro fließt dabei in das Grotefend-Gymnasium Münden (GGM).

Hann. Münden: Geld vom Landkreis Göttingen und aus dem Digitalpakt

Weihen die neue Technik ein: Landrat Marcel Riethig (von links), Kreisrätin Doreen Fragel, Schulleiter Olaf Böhme und Hartmut Becker (Fachbereich Gebäudemanagement Landkreis).
Weihen die neue Technik ein: Landrat Marcel Riethig (von links), Kreisrätin Doreen Fragel, Schulleiter Olaf Böhme und Hartmut Becker (Fachbereich Gebäudemanagement Landkreis). © Kim Henneking

Laut Kreisverwaltung werden 860 000 Euro für Elektroarbeiten genutzt, die zum großen Teil der Umsetzung des Digitalpakts dienen. 100 000 Euro sind für die Sanierung der Fenster am Lehrerzimmer im Gebäude II vorgesehen. Außerdem erhält das GGM weitere 480 000 Euro aus dem Digitalpakt, einem Förderprogramm des Bundes für Digitalisierung an Schulen. Davon sollen dieses Jahr 20 Galneoboards – digitale Tafeln – für Gebäude I und 2023 weitere 20 dieser Tafeln für Gebäude II angeschafft werden.

Eine Voraussetzung für die Umsetzung des Digitalpaktes ist ein Medienkonzept in den Schulen, berichtet Landrat Marcel Riethig bei einem Besuch am Grotefend-Gymnasium am Montag. „Ein Vorbild dafür ist das GGM“, sagt der Landrat. Auch die baulichen Voraussetzungen seien an dieser Schule besser als an anderen Standorten in der Region, wo teils aufwendige Tiefbauarbeiten nötig seien.

Schnelleres Internet und optimale Beleuchtung für Grotefend-Gymnasium

Konkret werden am Mündener Gymnasium während der sechswöchigen Sommerferien 24 Kilometer Datenkabel verlegt, informiert Doreen Fragel vom Dezernat für Bauen und Gebäudemanagement. Die Schule erhält einen Glasfaseranschluss und jedes Klassenzimmer zwei LAN-Anschlüsse und einen WLAN-Port. Die Geschwindigkeit der Internetverbindung soll dann von 500 Megabit pro Sekunde auf 1 Gigabit steigen. Darüber hinaus werden die alten Leuchtmittel gegen LED-Lampen ausgetauscht – 850 an der Zahl. Das verbessere nicht nur die Qualität, sondern spare auch 1,1 Tonnen CO₂ ein. „Das entspricht 100 neu gepflanzten Bäumen“, sagt die Kreisrätin.

24 Kilometer Kabel werden in den Sommerferien am GGM verlegt. Auf dem Bild sind die orangefarbenen Internetkabel zu sehen.
24 Kilometer Kabel werden in den Sommerferien am GGM verlegt. Auf dem Bild sind die orangefarbenen Internetkabel zu sehen. © Kim Henneking

Nach Abschluss der Arbeiten sollen am GGM mit Start des neuen Schuljahres alle Schüler ab Jahrgangsstufe 9 ihren Unterricht digital erhalten, informiert Schulleiter Olaf Böhme. Das Konzept wurde im vergangenen Jahr bereits mit einer Klasse erprobt und die Resonanz sei positiv. „Die Schüler sind sehr medienaffin. Das klappt wunderbar“, sagt Böhme.

In diesem modernen Unterricht hat sowohl die Lehrkraft als auch jeder Schüler ein eigenes digitales Endgerät, die sich mit der digitalen Tafel verbinden lassen. Arbeitsmaterialien werden über eine Online-Schulplattform ausgetauscht, die in den vergangenen zwei Jahren bereits während des Fernunterrichts zum Einsatz kam. Die Lehrkräfte haben schon während der Pandemie digitale Endgeräte vom Schulträger erhalten und wurden durch diesen geschult. Am Ende dieser Ferien folgt eine weitere Schulung für die Nutzung der neuen Tafeln.

Eigene Tablets für den Unterricht mitbringen

Die Schüler müssen eigene Tablets für den Unterricht mitbringen. Die Akzeptanz für diese private Investition sei bei den Eltern hoch, berichtet Böhme. Familien, die sich den Kauf nicht leisten können, könnten durch den Förderverein der Schule oder das Jobcenter Hilfe beantragen. Der Landkreis hat für diesen Fall auch 50 Leihgeräte zur Verfügung gestellt.

Ziel des Landkreises ist es, bis 2025 alle Arbeiten für den Digitalpakt abgeschlossen zu haben, berichtet Hartmut Becker, Fachbereichsleiter für Gebäudemanagement. „Der Landkreis Göttingen ist nicht auf Platz eins, aber weit vorne bei der Umsetzung des Digitalpakts“, sagt Landrat Marcel Riethig. (Kim Henneking)

Auch in andere Schulen im Landkreis Göttingen wird investiert

Das Grotefend-Gymnasium Münden erhält mit 960 000 Euro die größte Investitionssumme vom Landkreis als Schulträger. Die Schule am Hoher Hagen in Dransfeld bekommt 160 000 Euro für die Erneuerung der Wärmeerzeugungsanlage des Schul- und Sporthallengebäudes und 100 000 Euro für die Modernisierung eines wissenschaftlichen Fachraums. An den Berufsbildenden Schulen in Hann. Münden werden 165 000 Euro für den Umbau des Fachraums Mechatronik investiert. Die Drei-Flüsse-Realschule Hann. Münden erhält 52 000 Euro für den Umbau eines Musikraums in ein Lehrerzimmer. 640 000 Euro erhält die BBS I in Osterode für eine Fluchttreppe und Sanierung von Klassenräumen, 550 000 Euro bekommt die Oberschule Bad Sachsa für die Erneuerung zweier Fluchttreppen, 415 000 Euro gehen an die BBS Ritterplan Göttingen für Elektroinstallationen und die Erneuerung der Lehrküche und 400 000 Euro an die Heinz-Sielmann-Realschule Duderstadt für Elektroarbeiten und den Einbau von Akustikdecken. 

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