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Landschaftsverband Südniedersachsen blickt zurück - Auch Projekte im Raum Hann. Münden gefördert

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Von: Olaf Weiss

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Bissiges Kabarett aus Magdeburg: Hans-Günther Pölitz und Marion Bach waren auf Einladung des Mündener Kulturrings nach Hann. Münden gekommen.
Bissiges Kabarett aus Magdeburg: Hans-Günther Pölitz und Marion Bach waren auf Einladung des Mündener Kulturrings nach Hann. Münden gekommen. Der Kulturring in Münden wurde durch den Landschaftsverband Südniedersachen 2022 gefördert. (Archivbild) © Hans-Peter Niesen

Der Landschaftsverband Südniedersachsen legt Förderbilanz für das vergangene Jahr vor. Auch Projekte im Landkreis Göttingen und damit im Raum Hann. Münden wurden gefördert.

Landkreis Göttingen – Der Landschaftsverband Südniedersachsen hat im vergangenen Jahr mehr als eine Million Euro an Zuschüssen ausgezahlt. Das ist nach Mitteilung des Verbandes eine Steigerung von rund 150 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. Knapp 160 Förderungen seien gewährt worden.

„In normalen Zeiten wäre es eine erfreuliche Entwicklung, wenn mehr Geld für die Kultur zur Verfügung gestellt“

„In normalen Zeiten wäre es eine erfreuliche Entwicklung, wenn mehr Geld für die Kultur zur Verfügung gestellt wird. Aber die vergangenen drei Jahre waren nicht normal“, urteilt Olaf Martin, der Geschäftsführer des Landschaftsverbandes. Tatsächlich sei das zusätzliche Geld ein Krisensymptom.

Denn mit fast 470 000 Euro erfolgte fast die Hälfte dieser Zuschüsse aus Corona-Hilfsprogrammen für Soloselbstständige im Kultursektor. Das Land hatte die Landschaftsverbände seit Herbst 2020 mit der Ausführung des Programms „Niedersachsen dreht auf“ betraut. Hiermit wurden gezielt die Gagen und Projekte von Kulturschaffenden bezuschusst, die von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben oder das zumindest versuchen. Denn das war bekanntlich in der Corona-Krise besonders schwer. „Der Corona-Krise folgte die Publikumskrise und danach kam die Energiekrise –und bei keiner dieser Krisen ist so richtig klar, ob wir sie schon überstanden haben“, sagte Martin. Klar sei aber, dass speziell die Corona-Hilfen ankamen: „Wir wissen aus vielen Rückmeldungen von Betroffenen, dass das eine wirkliche Überlebenshilfe war.“

Das ungewisse Publikumsinteresse und die steigenden Energiekosten üben nach seinen Worten aktuell einen starken Druck auf die Kulturanbieter aus.

Der Bedarf an Förderung und an Beratung werde nicht nachlassen. Während es in den vergangenen drei Jahren oft einfach um das Überleben ging, müsse nun die Frage in den Mittelpunkt rücken, welche Inhalte und Veranstaltungsformen in Zukunft noch auf ein ausreichendes Interesse stoßen werden.

Onlineplattform soll Überblick über Kulturlandschaft gewähren

„Wir merken, dass es für viele Kulturveranstalter, die sich in den letzten Jahren noch auf eine stabile Nachfrage verlassen konnten, jetzt eng wird“, sagt der Geschäftsführer. „Ob sich diese anpassen können oder ob sich stattdessen ganz andere Kulturangebote etablieren werden und wenn ja, wie diese aussehen: Das wüssten wir nur zu gerne.“ Fest stehe, dass diese Herausforderungen nicht allein mit höheren Förderetats zu bewältigen seien. Der Landschaftsverband fördere die Kultur daher nicht nur mit Zuschüssen.

Für viele Kultureinrichtungen und insbesondere die Museen der Region ist laut Pressemitteilung dessen Fachpersonal ein wichtiger Beratungspartner. Mit der neuen Plattform kulturis.online sollen die Information und der Überblick zum regionalen Kulturleben verbessert werden. Mit verschiedenen Projekten wie zum Beispiel einem Notfallverbund soll der Schutz von Kulturgütern in Museen und Archiven organisiert oder überhaupt erst einmal deren Bedeutung erfasst werden.

Kommunen fehlt oft Geld für Museen und Archive

„Das sind eigentlich Aufgaben, um die sich die Kommunen kümmern müssten. Die meisten unserer Städte und Landkreise lohnt es sich nicht, das hierfür erforderliche Fachpersonal einzustellen“, erläutert Martin. Dass aber die Mitgliedskommunen des Landschaftsverbandes diese gemeinsame Aufgabe für wichtig halten, erkenne man auch daran, dass sie eine allgemeine Erhöhung ihrer Beiträge an den Verband beschlossen haben. (Olaf Weiss)

Das sind die Fördergeldempfänger in Münden und im Kreis

Münden: Heimat und Geschichtsverein Sydekum, Digitalisierung und Archivierung des Bildarchivs, 1500 Euro; Mündener Kulturring, Strukturförderung 2022-2025, 4000 Euro; Mündener KunstNetz, Vereinsübergreifendes Qualifizierungsprojekt für nachhaltige Kulturarbeit, 2500 Euro.

Landkreis Göttingen: Gleichen: artperformance, 4950 Euro, Bürgerstiftung Rosdorf, 1725 Euro; Eventgemeinschaft Wöllmarshausen, 1000 Euro; Förderverein Lokalradio Südniedersachsen, 5569 Euro, Kreuzberg on KulTour, 5000 Euro, Kulturforum Bad Sachsa, 2000 Euro, Kulturverein Rittmarshausen, 3000 Euro, Singakademie Harz, 3000 Euro.

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