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Manfred Zindel: Er hat Motorsport im Blut

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Von: Jens Döll

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Schränke voller Trophäen und Plaketten: Manfred Zindel hat in seiner Motorsportkarriere einiges an Auszeichnungen gesammelt. Diese präsentiert er in einem Zimmer in einem Haus in Ziegenhagen.
Schränke voller Trophäen und Plaketten: Manfred Zindel hat in seiner Motorsportkarriere einiges an Auszeichnungen gesammelt. Diese präsentiert er in einem Zimmer in einem Haus in Ziegenhagen. © Jens Döll

Manfred Zindel nahm bis 2011 an Motorrad-Wettbewerben teil. Er stammt aus Hann. Münden und wohnt seit Jahrzehnten in Ziegenhagen (WItzenhausen). Seit seiner Kinderzeit liebt er Motorräder.

Hann. Münden/Ziegenhagen – Motorsport bestimmte ein Großteil von Manfred Zindels Leben. Geboren ist der 75-Jährige in Hann. Münden, 40 Jahre lebte er in der Dreiflüssestadt, seit 35 Jahren wohnt er nun in Ziegenhagen bei Witzenhausen.

Manfred Zindel: Mit dem „Motorsport-Bazillus“ infiziert

„In fünf Jahren habe ich gleich lang in beiden Orten gelebt“, sagt er. Seine Leidenschaft für eine Motorradmarke kann man seinem T-Shirt ansehen, es ist blütenweiß und trägt das Logo von BMW. „Mein Vater hat mich mit dem Motorsportbazillus angesteckt“, berichtet er und zeigt die zahlreichen Trophäen und Plaketten in seinem Partyraum. „Ich weiß gar nicht, wie viele es genau sind“, sagt er und zuckt mit den Schultern. Bei seinem Vater, der immer Motorrad fuhr, durfte er auf dem Tank sitzen und auch mal Gas geben. Dann musste er warten, bis er 16 Jahre alt war, um sich den Traum vom ersten Zweirad zu erfüllen. Es war eine Kreidler Florett, mit 18 Jahren legte er sich dann eine 500er BMW zu. Mit knapp 17 Jahren stand er 1964 zum ersten Mal auf dem Seitenwagen eines Zündapp KS 601-Geländegespanns und nahm mit dem Fahrer Heinz Heide aus Münden an Geländezuverlässigkeitsfahrten teil. „Es ging über Stock, Stein und Wälder“, berichtet Zindel. Heute sind diese Fahrten unter dem Begriff „Enduro“ bekannt.

Fahrt über Stock und Stein: Manfred Zindel (Fahrer) bei einem Wettbewerb 1996 in den Niederlanden. Repro: jens döll
Fahrt über Stock und Stein: Manfred Zindel (Fahrer) bei einem Wettbewerb 1996 in den Niederlanden. (Repro) © Manfred Zindel/Repro: Jens Döll

1968 bis 1974 wurde er Beifahrer von Norbert Degenhard aus Ziegenhagen auf einem BMW 600 ccm Geländegespann. In den 1970er-Jahren fuhr Manfred Zindel, seit Kindertagen unter dem Spitznamen Billy bekannt, auch Motocross-Rennen. „Dazu musste man fit sein, die ganzen Stöße und das Ruckeln gehen auf Arme und Beine. Krafttraining war da ein Muss.“ Beim Motocross fuhr er solo mit Maschinen von Herkules, Maico, KTM und Suzuki. Ab 1978 sattelte er wieder auf Enduro-Fahrten um. Ab 1980 war er wieder als Beifahrer von Degenhard tätig. Beide gewannen den Titel Norddeutscher Geländemeister, 1982 wurden sie Vizemeister. Ab 1983 fuhr Manfred „Billy“ Zindel mit einem BMW Wasp Gespann 1100 ccm, welches er sich in Berlin hatte aufbauen lassen. Mit Beifahrern aus Berlin und aus Bremen fuhr er um die Norddeutsche und Deutsche Meisterschaft.

Haus in Ziegenhagen gebaut

Geld und Zeitmangel beendeten schließlich seine Karriere im Motorsport. Er baute ein Haus in Ziegenhagen, ein Projekt, das die volle Aufmerksamkeit forderte. Allerdings, so richtig kam er vom Fahren nicht los, sodass er auf Einladung seiner Motorsportfreunde aus Bremen etwa zwei Mal im Jahr noch in den Sattel stieg. 2011 beendete er das Fahren dann wirklich, Schulterprobleme waren aufgetreten. So hörte er mit 64 Jahren auf.

Im Ruhestand gehören Mundharmonikaspielen, Campingurlaube und auch das Motorradfahren zu seinen Hobbys. 2020 und 2021 nahm er an geführten Alpenüberquerungen teil.

Mit seiner Ehefrau Ingrid wohnt er in Ziegenhagen, doch mit seiner alten Heimat Hann. Münden verbindet ihn noch einiges. „Ich komme noch oft dorthin“, berichtet er. Unter anderem zu regelmäßigen Friseurbesuchen, aber auch zum Einkaufen. „Ich kenne noch viele Leute von dort“, sagt Zindel. Ziegenhagen liegt ja, so Zindel, „direkt an der Grenze“. (Jens Döll)

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