Stadtwald-Leiterin im Gespräch

Millionenschäden im Mündener Stadtwald durch Orkane und Käfer

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Genaue Schadenssumme noch unklar: Susanne Gohde, Leiterin des Betriebs Stadtwald, hat ihre Berichte für das Betriebsjahr 2018 und das erste Halbjahr 2019 vorgelegt.

Durch Windwürfe bei den Stürmen Friederike (2018) und Eberhard (2019), Trockenheit und Borkenkäferbefall ist ein Millionenschaden im Stadtwald Hann.Münden entstanden.

Das ergebe sich allein schon dadurch, so Susanne Gohde, Leiterin des Betriebs Stadtwald im Gespräch mit unserer Zeitung, dass für das zwangsweise geschlagene Holz deutlich weniger erzielt werden konnte, weil der Preis durch die großen Mengen, die auf dem Markt seien, drastisch eingebrochen sei.

Die genaue Schadenssumme sei noch nicht beziffert, sie werde durch einen Gutachter Ende 2020 ermittelt. Gohde hat jetzt auch im Umweltausschuss der Stadt Hann. Münden ihre Berichte für das Betriebsjahr 2018 und das erste Halbjahr 2019 vorgelegt. 

Rund 90.000 Festmeter Windwurf nach Sturm Friederike

Von den geschätzten rund 90.000 Festmetern Windwurf nach dem Sturm Friederike seien bis Ende 2018 rund 84.000 Festmeter geschlagen worden, weitere 21.000 Festmeter hätten aufgrund von Borkenkäfer-Befall zwangsweise aus dem Wald geholt werden müssen, so Gohde in ihrem Bericht.

Kahle Fläche: Auf dem Luftbild wird der Schaden deutlich, den Orkan Friederike auf dem Tremberg zwischen Hedemünden und Gertenbach angerichtet hat (Archivfoto).

Die sehr großen Mengen an Windwurf- und Borkenkäferholz, die auf den Markt drängten, hätten dazu geführt, dass der Holzpreis für alle Sortimente um 40 Prozent drastisch eingebrochen sei. Der Holzertrag habe 2018 bei rund 5.1 Millionen Euro gelegen ohne Preisverfall hätte eine um 40 Prozent höhere Summe erzielt werden können. 

20 Prozent der Waldfläche müssen aufgeforstet werden

Sturm „Eberhard“ habe dann im März 2019 zu weiteren 25.000 Festmetern Windwurf geführt. „Die angespannte Absatzlage für Fichte und der bevorstehende Borkenkäferbefall ließen die Preise weiter fallen.“

Es sei zu erwarten, dass der erneute Windwurf und die „Borkenkäfer-Kalamität“ zu einer Aufforstungsfläche von 500 Hektar führt. Das entspreche circa 20 Prozent der Waldfläche.

Für die Wiederaufforstung wurden über 2.2 Millionen Euro zurückgestellt, es stünden auch Fördermittel des Landes bereit.

Aber das sind nicht die einzigen Arbeiten im Wald, die anstehen. Derzeit laufen Instandsetzungsarbeiten an Forst- und Wirtschaftswegen.

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