Eine Dynastie aus Ärzten

Mitglieder der bekannten Familie Rosenbach heilten über Jahrhunderte

+
Noch unter einer dicken Putzschürze steckt das Haus Lange Straße 23. Hier lebten und praktizierten vier Generationen der Familie Rosenbach. Foto um 1900.

Über die Jahrhunderte hinweg lebten in Hann. Münden viele bekannte Familien. Eine davon war für einige hundert Jahre die Familie Rosenbach. Hier stellen wir sie vor.

Hann. Münden – Über die Jahrhunderte hinweg lebten in Münden viele bekannte Familien. Eine davon war für einige hundert Jahre die Familie Rosenbach. Bereits 1685 war Daniel Philipp Rosenbach Ratsherr und Stadtkämmerer und letztlich Senator. Gestorben ist er 1702.

1691 wurde der Stammhalter der Familie, Daniel Philipp Rosenbach, geboren. Nach Besuch der städtischen Ratsschule studierte er Medizin. Erst 24 Jahre alt, wurde er vom Rat der Stadt Münden zum Medico und Physico bestellt.

In der damaligen Sprache nannten sich niedergelassene Ärzte Stadtphysicus, Landphysicus oder Hofmedicus. Diese Titel hatten die Rosenbachs wechselseitig inne. Der Arzt wurde unter Eid verpflichtet, auch die Armen der Stadt zu behandeln, sofern sie von der städtischen Armenkasse unterhalten wurden.

Neben dem Mediziner bestellte die Stadt die Stadtwundärzte, dieses waren fast zur gleichen Zeit Mitglieder der Familie Andree. Ihr Gartengrundstück auf dem Blümer Berg wurde sogar namensprägend, Andrees-Berg.

Daniel Philipp Rosenbach: Arzt und Stadtkämmerer

Nun aber zurück zu den Rosenbachs. Wie schon sein Vater, übte Daniel Philipp Rosenbach auch das Amt des Stadtkämmerers (von 1721 bis 1726) aus. Er verfasste sogar eine Beschreibung der Grabdenkmäler in den beiden Kirchen St. Blasii und St. Aegidii.

Diese Aufgabe hatte er von höchster Stelle, der Regierung, erhalten. Der offenbar vielseitig interessierte Rosenbach betätigte sich sogar als Dichter und schrieb Loblieder auf seine Heimatstadt. Diese sollen sogar in den Ratsprotokollbüchern festgehalten worden sein, weiß Gustav Blume zu berichten.

Johann Antonius Rosenbach hält Tradition aufrecht

Daniel Philipp Rosenbach Junior starb im Sommer 1760. Bereits im November 1759 entschied der Rat, dessen Sohn Johann Antonius Rosenbach, der Medizin in Göttingen studiert und im Juni 1759 seinen Doktortitel erhalten hatte, in die Position des Vaters zu berufen. Der Arztberuf ist bis zu seinem Tod am 12. Dezember 1801 wohl seine Hauptwirkungsstätte geblieben.

1769 wurde ihm ein Sohn geboren, Johann Anton Rosenbach. Auch er hielt die Tradition aufrecht und wurde Arzt, bekam allerdings die Stelle des Land-Physicus und war für die Gesundheit in den umliegenden Dörfern zuständig. Sein 1806 geborener Sohn Anton Philipp wurde Mediziner.

Linie der Rosenbachs stirbt 1925 aus

Er wurde 1841 Stadtphysikus und musste im Alter von 70 Jahren die Praxis 1877 aufgeben. Lange konnte er seinen Ruhestand jedoch nicht genießen, denn er starb bereits am 22. Mai des Jahres.

Der Sohn des letzten Arztes Rosenbach blieb Münden dann nicht mehr treu. Er verließ die Stadt Richtung Berlin, wo er eine Feinlederwarenfabrik betrieb. 1925 starb in Göttingen ein Geheimrat mit Namen Rosenbach. Er war ein Cousin von Adolf Philipp.

Damit ging die lange Linie der Rosenbachs in der Region letztlich zu Ende.sdr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.