Deponien während Corona geschlossen

Wegen geschlossenen Deponien in Corona-Krise: Immer mehr Menschen laden Müll illegal im Wald ab

Diesen illegal entsorgten Müll haben Spaziergänger entdeckt. 
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Diesen illegal entsorgten Müll haben Spaziergänger entdeckt. 

Wegen der Corona-Krise haben die Deponien in Hann. Münden geschlossen. Viele Leute entsorgen ihren Müll daher im Wald. Das wird zum Problem.

  • Die Deponien im Altkreis Hann. Münden haben wegen der Corona-Krise geschlossen.
  • Deswegen lade vielen Menschen ihren Müll im Wald ab.
  • Der Wald in Hann. Münden leidet darunter.

Wer sich der Thematik um das Coronavirus entziehen möchte, der taucht in den Wald ein. Waldspaziergänge erfreuen sich nun immer größerer Beliebtheit. Doch es gibt auch Menschen, die den Wald nutzen, um dort Müll zu entsorgen.

Nach Darstellung von Susanne Gohde, Leiterin des Betriebs Stadtwald in Hann. Münden, haben sich die Fälle in den vergangenen Wochen gehäuft. Vermutlich ist das auf die Schließung der Deponien für Privatleute infolge der Corona-Krise zurückzuführen. Die Menschen haben mehr Zeit, der Frühling ist da, ausmisten ist angesagt. Aber anstatt den Müll so lange im Keller, der Garage oder auf dem eigenen Grundstück aufzubewahren bis die Deponien wieder öffnen, entsorgen einige den Müll illegal im Wald.

Wald in Hann. Münden in der Corona-Krise: Spaziergänger melden Müll

Kürzlich meldeten Spaziergänger, dass sich im Gebiet der Sichelnsteiner Trift, am Hühnerfeld, Plastikmüll, Elektronikschrott, Kleinteile und Eimer befinden. Nun muss der Müll eines Einzelnen auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt werden. Gohde kann nicht verstehen wie man der Natur, dem Empfindlichsten, was wir haben, dies antun kann, sagt sie. Und appelliert daher, doch mit der Müllentsorgung zu warten bis die Deponien wieder geöffnet haben.

Susanne Gohde weist außerdem darauf hin, dass man den Wald mit Respekt behandeln, der Natur ihren Raum lassen, und einige Regeln zum Schutz des Waldes, der Tiere und der Natur einhalten sollte. Fußgänger dürfen sich im Wald frei bewegen, auch abseits befestigter Wege. „Doch zum Schutz der Natur und der Tierwelt ist es wichtig, einige Regeln zu befolgen“, bittet Susanne Gohde.

Wegen Corona: Wald in Hann. Münden kämpft mit Müllproblem

Da Anfang April die Brut- und Setzzeit begonnen hat, bittet sie die Waldbesucher, sich auf die Wege zu beschränken und nicht quer durch den Wald zu laufen. „Tiere mit Jungen im Dickicht werden gestört und erschreckt, oft werden dann auch Jungtiere zurückgelassen“. 

Nester gut getarnter Bodenbrüter können durch Drauftreten zerstört werden. Es nicht ganz ungefährlich, die Wege zu verlassen. Denn begegnet man einer Bache mit Frischlingen, verteidigt sie ihre Jungen. Auch Zecken sind schon wieder da und können ein gefährliches Virus übertragen. 

Auch andere Probleme im Wald bei Hann. Münden

Oft wird beobachtet, dass Hunde frei durch den Wald laufen. Auch dadurch werden Waldtiere erschreckt. Fahrradfahrer sind angehalten, befestigte Wegen zu nutzen und für Mountainbiker gilt: Nicht querfeldein durch den Wald fahren. Das Geocaching, bei dem versteckte Schätze mit Hilfe von GPS-Geräten und Koordinaten gesucht werden, erfreut sich großer Beliebtheit. Auch da sollte Rücksicht auf Tiere genommen und beispielsweise keinesfalls nachts mit Taschenlampen nach Schätzen gesucht werden.

Manche Regeln verstehen sich von selbst: Keinen Müll im Wald zurücklassen, auch keine Reste vom Picknick. Absperrungen sollten grundsätzlich respektiert werden. Zigarettenkippen wegwerfen und Rauchen im Wald können schwere Folgen haben: Schon ein Funke kann einen schweren Brand verursachen. Grillen ist nur auf ausgewiesenen Grillplätzen gestattet. Eine letzte Bitte Stadtwaldleitung: Die Zufahrten zu Waldwegen nicht zuparken, denn es sollten stets Rettungsfahrzeuge durchkommen.

Von Petra Siebert

Der Wald in Nordhessen hat in der Corona-Krise noch weitere Probleme. Er kann nicht richtig bewirtschaftet werden.

Lesen Sie alle News zum Coronavirus in Niedersachsen in unserem Ticker.

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