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Brennholz statt Gas: Nachfrage kann im Raum Hann. Münden nicht gedeckt werden

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Von: Kim Henneking

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Brennholz das aufgestapelt ist im Raum Kassel
Brennholz statt Öl oder Gas? An und für sich eine gute Idee, aber die Nachfrage übertrifft im momentan im Raum Hann. Münden das Angebot. (Symbolbild) © Tanja Temme

Die Nachfrage nach Brennholz im Raum Hann. Münden ist groß. Aber: Sie kann nicht gedeckt werden. „Die Kunden rennen uns die Bude ein“, heißt es vom Betrieb Stadtwald.

Landkreis Göttingen – Die Sorge vor steigenden Öl- und Gaspreisen treibt die Nachfrage nach Brennholz in die Höhe. Das beobachten die Niedersächsischen Landesforsten und der Betrieb Stadtwald Hann. Münden, die zugleich höhere Preise für das Heizmittel ankündigen.

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„Der Markt kann den Bedarf nicht sofort decken“, erklärt Michael Rudolph, Sprecher der Landesforsten. Denn Holz müsse nach dem Fällen ein bis zwei Jahre trocknen, bevor es verbrannt werden kann. Dieses Jahr kann deshalb nur angeboten werden, was entsprechend dem Bedarf in den vergangenen Jahren produziert wurde.

„Die Kunden rennen uns die Bude ein“, berichtet die Mündener Försterin Annika Meier. In der Vergangenheit hätten Kunden ausschließlich Buche gekauft, denn die habe einen besseren Brennwert als andere Sorten. „Das ist ein Luxus, den wir uns jetzt nicht mehr leisten können.“ Denn der Rohstoff Holz sei durch die Trockenheit und Borkenkäferschäden der vergangenen Jahre knapp geworden. „Die Kunden müssen jetzt flexibler sein.“

Auch die Landesforsten sind noch mit den Aufräumarbeiten der Schäden im Wald beschäftigt, berichtet Sprecher Rudolph. Die große Masse sei dabei Nadelholz, das ungern zum Heizen und eher in der Industrie genutzt werde. Erst im Herbst werde wieder Laubholz gefällt.

„Der Markt kann den Bedarf nicht sofort decken“

Wie viel Brennholz dieses Jahr kostet, können Stadtwald und Landesforsten noch nicht sagen. Der Preis werde im Vergleich zu den Vorjahren steigen, da auch die Betriebs- und Lohnkosten der Produzenten gestiegen sind. Um Hamsterkäufen vorzubeugen, zieht der Stadtwald in Erwägung, die Abgabemenge pro Kunde zu deckeln. Die Landesforsten sehen auch die Möglichkeit, bevorzugt Stammkunden zu beliefern. Aktuell werden Anfragen gesammelt.

Das gestiegene Interesse an Brennholz sieht Rudolph auch als Chance für die Waldwirtschaft. So könnten Privatbesitzer, die in der Vergangenheit wenig Interesse an der Pflege und Bewirtschaftung ihrer Flächen gezeigt haben, nun zum Umdenken angeregt werden, und so die Zahl der Produzenten steigen. (Kim Henneking)

Holz gilt als nachhaltig

Holz gilt als nachhaltige Energiequelle, da sie im Gegensatz zu Öl, Gas und Kohle nachwächst. „Aber auch Holz ist endlich“, betont Landesforstensprecher Michael Rudolph. Besonders sinnvoll sei die Nutzung in ländlichen Regionen. Doch aktuell steige auch die Nachfrage in Ballungszentren. Die Klimabilanz von Holz sei besonders gut, da bei der Verbrennung genau so viel CO₂ ausgestoßen wird, wie es bei der natürlichen Zersetzung des Baums im Wald passieren würde. 

Holz nicht nur als Heizmittel, sondern als Baumittel. Das soll laut Rat der Stadt Hann. Münden gefördert werden, aber: Es regt sich auch Widerstand.

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