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Hann. Münden: Neue Wege und Schilder im Forstbotanischen Garten

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Von: Petra Siebert

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Eine frisch gepflanzte Sibirische Tanne: Edward Dersch, Marco Brandau und Dieter Kaufmann (von links) begutachten und pflegen sie.
Eine frisch gepflanzte Sibirische Tanne: Edward Dersch, Marco Brandau und Dieter Kaufmann (von links) begutachten und pflegen sie. © Petra Siebert

Zwölf seltene Nadelgehölze und ein barrierefreier Weg gehören zu den Neuerungen im Forstbotanischen Garten in Hann. Münden. Zudem steht in Zukunft noch einiges an, wie es heißt.

Hann. Münden – Wer in diesen Tagen den Forstbotanischen Garten aufgesucht hat, wird gleich beim Betreten fest gestellt haben: Hier hat sich was verändert.

Hann. Münden: Neue Nadelgehölze und ein Weg

Der Weg ist gerade, ohne Schlaglöcher und erscheint breiter. Rechts und links befinden sich zwei neue Bänke, die sofort zum Verweilen einladen. „Nach vier Jahren Krisenmodus mit katastrophalen Schäden in unseren Wäldern, richten wir den Fokus stärker auf ein besonderes Schmuckstück mitten in Hann. Münden“, sagt Förster Marco Brandau, Leiter der Revierförsterei Kattenbühl im Forstamt Münden. Damit meint er den Forstbotanischen Garten, der aufgrund zahlreicher botanischer Besonderheiten weit über die Regionalgrenzen hinaus bekannt ist und geschätzt wird.

Dieses Kleinod in der Stadt wird vom Forstamt Münden für Erholungssuchende und Touristen betrieben.

Zur Steigerung der Attraktivität wurden nun einige Maßnahmen angestoßen: Ein wichtiges Anliegen war es nach Darstellung von Brandau, den Rundweg, der in Form einer Acht begangen werden kann, durch den Garten weitestgehend barrierefrei zu gestalten.

Hann. Münden: Garten bei Touristen beliebt

„Dafür wurden die Wege zum Teil in Handarbeit, auch mit Unterstützung der Freunde des Botanischen Gartens, von Moos und Graswuchs befreit und anschließend maschinell mit feinem Basaltschotter instandgesetzt“, sagt dazu Betriebsdezernent Edward Dersch. Damit sei der Garten nun auch für Besucher mit Kinderwagen oder Rollator wieder besser begehbar. Nach dem fast vollständigen Verlust des Nadelquartiers mit vielen Fichtenarten durch Trockenheit und den Borkenkäfer, der es bis in die Stadt geschafft hat, wurden in Kooperation mit Volker Meng, Leiter des Forstbotanischen Gartens in Göttingen, zwölf seltene und klimastabile Nadelgehölze angepflanzt, unter anderem die Sibirische Tanne, die als Wildherkunft und aufgrund ihrer Seltenheit in jedem Arboretum einen echten Höhepunkt darstellt. Meng hat die Gehölze zur Verfügung gestellt. Die jungen Bäume brauchen bei der Hitze und Trockenheit sehr viel Wasser. Um die Wasserversorgung kümmern sich die Mitarbeiter des Naturparks Münden mit Arbeitsanleiter Dieter Kaufmann an der Spitze. Das Team sorgt ganzjährig für die Pflege des Gartens.

Äußerst einladend präsentiert sich nach der Wegeerneuerung der Eingangsbereich des Forstbotanischen Gartens. Marco Brandau (links) und Edward Dersch hier beim Probesitzen auf den neuen Bänken.
Äußerst einladend präsentiert sich nach der Wegeerneuerung der Eingangsbereich des Forstbotanischen Gartens. Marco Brandau (links) und Edward Dersch hier beim Probesitzen auf den neuen Bänken. © Petra Siebert

Auch im Forstbotanischen Garten findet eine Naturverjüngung statt. Doch wie Brandau erklärt, lasse man nicht alles wachsen, denn das langfristige Ziel ist es, botanische Besonderheiten zu pflanzen und zu erhalten. „Wir kommunizieren mit allen Gruppen, nehmen Ideen auf und verfolgen Ratschläge“, betont der Forstamtsleiter. Die Gruppen „Freunde des Forstbotanischen Gartens“ und „Münden aktiv“ unterstützen bei Pflegearbeiten und engagieren sich bereits seit einiger Zeit für das Kleinod. Auch die Berufsbildenden Schulen Münden unterstützen beispielsweise mit der Herstellung von Bänken aus Holz aus eigenen Wäldern den Garten.

Beschilderung mit QR-Codes ist geplant

Die Firma Exor Trading GmbH (Fritz und Wolf-Georg Fehrensen, Peter Schroeteler) hat die Beschilderung einiger Champion Trees gesponsert, aufgrund der Dimension oder der Seltenheit besonders herausragende Individuen. Die Göttinger Werkstätten haben in enger Abstimmung mit dem Forstamt inzwischen 30 Schildträger gefertigt und auch die ersten Texte in Art von Steckbriefen wurden bereits in einer kleinen Arbeitsgruppe entworfen.

Im Spätsommer wird voraussichtlich die Montage der Schilder erfolgen. Über einen QR-Code kann man dann weiterführende Informationen online per Handy abrufen. „Damit ist der Botanische Garten auch in technischer Hinsicht auf der Höhe der Zeit angekommen“ freuen sich die Förster. Marco Brandau verweist auf die besonderen Ziele: „Der Forstbotanische Garten ist in erster Linie keine Liege- oder Picknickwiese, sondern vielmehr ein Naturgarten.

Dazu gehört auch, dass Gräser und krautige Pflanzen die Möglichkeit zum Blühen erhalten“. Die Ansprüche an den Forstbotanischen Garten könnten daher kaum unterschiedlicher sein. „Die Erholungs- und Schutzfunktion des Botanischen Gartens sind gleichberechtigte Ziele, die bei allen Maßnahmen Berücksichtigung finden müssen“, ergänzt Edward Dersch. Das Forstamt Münden freut sich über jeden Besucher im Botanischen Garten. (Petra Siebert)

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