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Hann. Münden: Grüne und Münden Aktiv kritisieren Wohnpark-Pläne

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Seit Jahren eine Brache: Blick auf das ehemalige Gärtnereigelände an der Wilhelmshäuserstraße, das nun bebaut werden soll. Rechts die Einmündung des Tillyschanzenweges, die neu gestaltet werden soll.
Seit Jahren eine Brache: Blick auf das ehemalige Gärtnereigelände an der Wilhelmshäuserstraße, das nun bebaut werden soll. Rechts die Einmündung des Tillyschanzenweges, die neu gestaltet werden soll. © Ekkehard Maaß

Grüne und Münden Aktiv kritisieren Wohnpark-Pläne in Neumünden. Sie fordern mehr Sozialwohnungen. Der Wohnpark soll auf einer Brache entstehen.

Hann. Münden – Die Gruppe Die Grünen/Münden Aktiv im Rat der Stadt Hann. Münden setzt sich dafür ein, dass im geplanten „Wohnpark Fuldagarten“ in Neumünden doch noch Sozialwohnungen entstehen.

Sie verweisen auf eine Leitlinie des Rates für solche Projekte und kritisieren, dass SPD und CDU darauf verzichtet haben. Bisher sind in der Anlage mit vier Mehrfamilienhäusern, die auf einem Areal an der Wilhelmshäuser Straße nördlich des Neumündener Friedhofes entstehen soll, keine Sozialwohnungen vorgesehen.

Hann. Münden: Kritik an Wohnparkprojekt

Im Stadtentwicklungsausschuss hatte das Projekt gegen das Votum der Grünen eine Mehrheit gefunden, obwohl die Richtlinie, bei solchen Vorhaben eine Quote von 20 Prozent für Sozialwohnungen vorzusehen, nicht eingehalten wird.

Im Gegenzug wollen die Investoren bei der Gestaltung der Zufahrt zum Wohnpark an der Wilhelmshäuser Straße auch den Tillyschanzenweg neu anbinden. Bisher kann er aus Richtung Innenstadt nur sehr schwierig angefahren werden. Die Verwaltung spricht in der Beschlussvorlage für den Ausschuss von einer teils unübersichtlichen und fahrdynamisch schwierigen Mündungs- und Einfahrtssituation und weist darauf hin, dass die Stadt nicht in der Lage sei, in absehbarer Zeit die Mündung des Tillyschanzenweges umzubauen.

Kritikpunkt: keine Sozialwohnungen eingeplant

Für die neue Anbindung aber ganz auf Sozialwohnungen zu verzichten, lehnt die Ratsgruppe ab. „Wir fragen uns ernsthaft, weshalb der Mündener Rat überhaupt Leitlinien erstellt, wenn schon bei der erstbesten Gelegenheit darauf verzichtet wird, diese anzuwenden“, wird Dr. Birgit Nolte-Schuster (Münden Aktiv) in einer Mitteilung der Gruppe zitiert. Und von Lena Kürschner (Grüne) heißt es darin: „Die dringend benötigten Sozialwohnungen sollen entfallen im Gegenzug für ein Stück Straße. In einer Zeit, in der der Autoverkehr verringert werden soll, die Lebenshaltungskosten steigen und mehr Mündener auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sein werden, ist das ein falsches Signal.“

Die Ratsgruppe Die Grünen/Münden Aktiv appelliere an die Verantwortung des Rates, bei Neubauprojekten Sozialwohnungen durchzusetzen, „denn es ist die einzige Möglichkeit, die wir haben, diese zu schaffen. Des Weiteren würde ein Verzicht auf die Sozialwohnungsquote einen Präzedenzfall schaffen, auf den sich zukünftige Investoren berufen werden.“

„Verantwortung für das Gemeinwohl bewusst sein“

Mit Blick auf die Fraktionen von SPD und CDU, die im Stadtentwicklungsausschuss für das Projekt auch ohne Sozialwohnungen gestimmt haben, weil sie darin eine Aufwertung Neumündens sehen, heißt es weiter: „Die Fraktionen von CDU und SPD sollten sich ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl bewusst sein. Noch kann man diesen Entwurf ändern, oder zumindest einen Kompromiss aushandeln, sodass die Sozialwohnungen nicht komplett wegfallen.“ (Ekkehard Maaß)

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