Gebäude beschäftigt Verwaltung und Bürger

Hann. Münden: Ortsteil Bonaforth kämpft um Turnhalle

Bausubstanz gefährdet: Kevin Barth (von links), Herbert und Roland Sittig in der Turnhalle, die langsam vor sich hin gammelt.
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Bausubstanz gefährdet: Kevin Barth (von links), Herbert und Roland Sittig in der Turnhalle, die langsam vor sich hin gammelt.

Die Sporthalle in dem Ortsteil Bonaforth bereitet den Beteiligten schon seit Jahren Bauchschmerzen. Schimmel, fehlende Statik, Wasser. Eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Bonaforth – Immer noch lastet der ungewisse Zustand des Dorfgemeinschaftshauses Bonaforth mit der maroden Turnhalle über dem Ortsrat und den Menschen im Ort. Es ist, wie es scheint, eine unendliche Geschichte, die sich bürgermeisterübergreifend fortsetzt. Hatte bislang Roland Sittig um den Erhalt der Immobilie gekämpft, ist es nun zur Aufgabe seines Nachfolgers Kevin Barth geworden.

Hann. Münden: Bonaforth kämpft um die Sporthalle

Während einer Zusammenkunft der beiden mit Herbert Sittig, dem Vorsitzenden des Bonaforther Sportvereins, gingen sie die bisherigen Verhandlungen, Vorschläge und Rückschläge durch. „Endlich ein Bekenntnis der Politik, was Plan ist, wäre wünschenswert“, sagt Roland Sittig.

2014 wurde die Turnhalle im Dorfgemeinschaftshaus wegen Schimmelbefall geschlossen, „nun vergammelt sie regelrecht“, stellt Herbert Sittig fest. „Immer wieder wurden wir von der Stadt vertröstet, mit Argumenten, es sei kein Geld vorhanden, der Haushalt sei nicht genehmigt“, ergänzt Roland Sittig.

Dabei hätten laut Sittig, weitere Messungen in der Turnhalle ergeben, dass kein gesundheitsschädlicher Schimmel vorhanden ist. Im Zuge dieses Ergebnisses habe der Bonaforther Sportverein die Stadt gebeten, die Halle für die Sportgruppen wieder frei zu geben.

Schimmel in der Halle festgestellt und keine Statik

Ein Einverständnis wurde seitens der Stadt gegeben, vorausgesetzt, dass es keine Sicherheitsbedenken gebe. „Was danach folgte, ist für mich bis heute unfassbar“, so Sittig. „Wir wurden informiert, dass es für die Turnhalle keine Statik gibt und daher die Halle nicht freigegeben werden kann“. Da tauche die Frage auf, wie man ohne Statik bauen konnte. So habe die Stadtverwaltung ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Sicherheit des Gebäudes zu überprüfen. In diesem Gutachten werde ein finanzieller Aufwand von 20- bis 25 000 Euro erwähnt, um die Sicherheit in der Halle zu gewährleisten.

Doch auch danach seien keinerlei Aktivitäten erfolgt. Durch Verstopfung der Abwasserrohre tritt nun an zwei Stellen im Innenbereich Wasser in die Halle.

„Es fehlt die Ehrlichkeit seitens der Politik“. Etwas erstaunt sei man gewesen, dass die Sanierung der Turnhalle in Hedemünden vorgezogen und in die Halle in Oberode investiert wurde. „Man kann so den Eindruck gewinnen, die Ortschaften werden ungleich behandelt“; so Roland Sittig. Immer wieder habe es Gespräche gegeben. „So zog die Stadtverwaltung auch den Abriss und einen Neubau in Erwägung“, heißt es.

Hann. Münden: Symbolischer Kauf von Sporthalle Bonaforth scheiterte

Die Stadtverwaltung Hann. Münden unterbreitete dem Bonaforther Sportverein vor 2015 das Angebot, das Dorfgemeinschaftshaus für einen Euro zu erwerben. Ein dreistündiges Gespräch zwischen dem damaligen Bürgermeister und weiteren sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, dem Verein und dem Ortsbürgermeister habe die Hoffnung aufflammen lassen, dass es vorangehe. Der Verein hätte das Übernahme-Angebot angenommen. Aber seitens der Stadtverwaltung sei später festgestellt worden, dass diese Variante doch nicht möglich sei.

Aus einer Niederschrift des Abstimmungsgesprächs von Dezember 2015 zum Verkauf des Dorfgemeinschaftshauses mit Vertretern aus Bonaforth, der Stadtverwaltung und den Kommunalen Diensten (KD) gehe hervor, dass rund 78 000 Euro Bauunterhaltungsmittel aus Rückstellungen seitens der KD, eine finanzielle Hilfe für den zukünftigen Eigentümer gewesen wären.

Eine Beschlussvorlage an den Rat des Stadtentwicklungsausschusses von März 2016 stellt einen Betrag von bis zu 60 000 Euro in Form von Materialien als Sanierungshilfe in Aussicht. „2015 herrschte seitens der Vereine und der Menschen im Ort eine sehr große Bereitschaft, die Sanierungsarbeiten selbst anzugehen“, berichtet Herbert Sittig vom Sportverein. „Auch heute noch wären die Vereine und die Menschen im Ort sofort dabei, wenn die Sanierung anstünde.“

„Es bringt nichts, wenn wir einen Plan haben und die Stadt keinen hat“

Im Februar 2017 gab es nach Darstellung von Roland Sittig ein Gespräch mit Ratsmitgliedern, Stadtverwaltung, dem Ortsbürgermeister und dem Vorstand des Sportvereins, mit dem Ergebnis, dass die Ratsmitglieder Instandhaltungsmaßnahmen am Dorfgemeinschaftshaus ablehnten. „Da bleibt der Eindruck, dass Stadtverwaltung und Politik die Sanierungsarbeiten im Dorfgemeinschaftshaus verweigern“, so Herbert Sittig. „Es bringt nichts, wenn wir einen Plan haben und die Stadt keinen hat“, stellt Roland Sittig fest. Und Herbert Sittig betont, dass das Vertrauen in die Verwaltung und auch in die Politik auf ein Minimum gesunken sei.

Hoffnung liegt auf neuem Bürgermeister

Nun liegt die Hoffnung in Gesprächen mit Mündens Bürgermeister Tobias Dannenberg und Ortsbürgermeister Kevin Barth. Beide hätten versichert, dass sie sich für die Sanierung und Öffnung der Turnhalle einsetzen würden. (Petra Siebert)

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