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„Sehr gute Entscheidung“: Stimmen zur Berufung von Pistorius als Verteidigungsminister

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Von: Thomas Schlenz, Melanie Zimmermann, Kira Müller, Bernd Schlegel

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Innenminister Boris Pistorius zum Thema Katastrophenschutz
Boris Pistorius wird neuer Verteidigungsminister in Deutschland. Vorher war er Niedersachsens Innenminister. (Archiv). © Mia Buche/dpa

Stimmen zur Berufung von Pistorius als Verteidigungsminister. Wir haben Politiker aus dem Landkreis Göttingen gefragt, was sie von er Ernennung des SPD-Polikers halten.

Landkreis Göttingen – In Hann. Münden ist er kein Unbekannter: Der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat die Dreiflüssestadt in seiner Zeit als niedersächsischer Innenminister mehrfach besucht, etwa bei einer Stippvisite bei der Polizeiakademie, dem Logistikzentrum Niedersachsen (LzN) oder im Vorfeld der Kommunalwahlen 2021. Das sagen Politiker aus der Region nun zu seiner Berufung:

Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn (SPD) aus Hann. Münden: „Das ist eine sehr gute Wahl. Ich kenne Boris seit Jahrzehnten und schätze ihn sehr als Kollegen“, sagt der Landtagsabgeordnete Gerd Hujahn. Polizei und Bundeswehr seien ähnlich strukturiert, es gebe klare Hierarchien. Das Thema Führung spiele eine wichtige Rolle und genau das liege Boris Pistorius. „Er weiß, wie große Ministeriumsapparate funktionieren. Außerdem hat er selbst bei der Bundeswehr gedient“, so Hujahn weiter.

Will seinen Sitz im Landtag verteidigen: Gerd Hujahn (SPD) kandidiert erneut für das Direktmandat im Wahlkreis 15.
Will seinen Sitz im Landtag verteidigen: Gerd Hujahn (SPD) kandidiert erneut für das Direktmandat im Wahlkreis 15. © Thomas Schlenz

Auch die Repräsentation nach außen liege ihm. „Es ist wichtig, dass wir in der aktuellen Lage ein gutes Bild bei unseren Bündnispartnern abliefern“, betont Hujahn. Pistorius müsse nun schnell anpacken und die Bundeswehr auf einen besseren Stand bringen, was die Landesverteidigung anbelangt. Aufträge für Ausrüstung und Munition müssten schnell raus. Der Posten als Verteidigungsminister sei allerdings als Schleudersitz bekannt: „Es ist die Frage, ob er sich damit einen Gefallen tut.“

Die Rahmenbedingungen seien denkbar schlecht: „Das ist eine Herkulesaufgabe, die er aber meistern kann“, betont Hujahn. „Boris ist ein ausgewiesener Teamspieler. Das wird ihm zugute kommen, um Unzufriedenheit in der Truppe abzubauen“, glaubt Hujahn.

Zur kürzlich zurückgetretenen Christine Lambrecht sagt Hujahn: „Von meiner Außenbeobachtung gesehen wirkte sie bei der Bundeswehr leider wie ein Fremdkörper.“ Es sei natürlich schön, dass jetzt ein Niedersachse dieses wichtige Amt ausfülle. „Ich bedauere aber, dass er als Innenminister geht.“ Intern werde aber bereits nach einem guten Nachfolger gesucht.

Fritz Güntzler CDU-Bundestagsabgeordneter
Fritz Güntzler CDU-Bundestagsabgeordneter © Privat

Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler (CDU) aus Göttingen: „Es ist eine Überraschung, dass Pistorius berufen wurde. Diesen Namen habe ich nirgendwo gehört“, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler. „Der Kanzler bricht damit sein Versprechen, das Kabinett geschlechterparitätisch zu besetzen, aber ich freue mich, dass ein Niedersachse diesen Posten bekommt.“ Schließlich sei Niedersachsen „Bundeswehr-Land“ mit vielen Standorten. „Ich traue Pistorius zu, dass er diese Herkules-Aufgabe meistern kann“, ergänzt der CDU-Bundestagsabgeordnete. „In dieser Situation ist das eine gute Wahl, die der Bundeskanzler getroffen hat.“

Dr. Andreas Philippi SPD-Bundestagsabgeordneter
Dr. Andreas Philippi SPD-Bundestagsabgeordneter © Privat

Bundestagsabgeordneter Dr. Andreas Philippi (SPD) aus Osterode: „Boris Pistorius ist definitiv der richtige Mann zur richtigen Zeit. Als niedersächsischer Innenminister hat er sich über Parteigrenzen hinweg großen Respekt erarbeitet und bewiesen, dass er ein wichtiges Ministerium sehr erfolgreich führen kann“, begrüßt der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Philippi die Entscheidung von Bundeskanzler Scholz. Mit seiner Fachkompetenz und seiner sachlichen, aber gleichzeitig bestimmten Art werde er auch die schwierigen Herausforderungen meistern, die das Amt des Verteidigungsministers mit sich bringe, ist sich der Osteroder Philippi sicher. „Ich für meinen Teil freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.“

Landtagsabgeordneter Michael Lühmann (Grüne) aus Bovenden: „Boris Pistorius bringt sicher die notwendige Erfahrung und Nervenstärke für das neue Amt des Verteidigungsministers mit. Insofern halte ich das für eine gute und nachvollziehbare Wahl“, erklärt der Grünen-Landtagsabgeordnete Michael Lühmann.

Michael Lühmann Mitglied des Landtags für Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis Göttingen/Münden.
Michael Lühmann Mitglied des Landtags für Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis Göttingen/Münden. © Kira Müller

Gerechnet habe er mit der Besetzung von Boris Pistorius als Verteidigungsminister allerdings nicht. Dennoch findet er, dass Pistorius eine gute Besetzung ist. „Wie ich ihn in aller Kürze kennenlernen konnte, ist Boris Pistorius ein sehr erfahrener Minister und überdies ein sehr klarer Streiter für die Demokratie“, so Lühmann.

Für das Land Niedersachsen bedeute diese neue Besetzung des Verteidigungsministers, dass „für die anstehenden Herausforderungen eine gute Nachfolgeregelung für das Amt des Innenministers gefunden werden muss“. Michael Lühmann sei aber optimistisch und habe volles Vertrauen, dass dies gelingen wird. (Thomas Schlenz/Kira Müller/Bernd Schlegel/Melanie Zimmermann) 

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