Täter haben ihr Verhalten verändert

Weniger Straftaten 2020 im Bereich Hann. Münden

Polizeikommissariat Hann. Münden an der Welfenstraße im Gebiet Neumünden.
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Polizeikommissariat Hann. Münden an der Welfenstraße: Die Polizei in Hann. Münden veröffentlichte ihre Statistik für das Coronajahr 2020. Es gab insgesammt weniger Straftaten.

Der Altkreis Hann. Münden ist sicher. Im Corona-Jahr 2020 stellte das Polizeikommissariat (PK) Hann. Münden weniger Straftaten fest. Doch auch die Aufklärungsquote hat gelitten.

Altkreis Münden – Der Altkreis Münden ist sicher. Diesen Schluss zieht das Polizeikommissariat (PK) Hann. Münden für das Jahr 2020 in seiner nun veröffentlichten Statistik. Darin wird ein „deutlicher Rückgang“ an Straftaten und zugleich ein „leichter Rückgang“ der Aufklärungsquote verzeichnet.

Corona-Krise: Täterverhalten hat sich geändert

„Die Pandemie hat unsere Arbeit in Gänze beeinflusst“, sagt Dirk Schneider, Erster Polizei Hauptkommissar und Leiter des PK Hann. Münden. In den ersten Monaten hätte sich auch das Team, das überwiegend aus älteren Polizisten bestehe, vor einer Ansteckung gefürchtet. So seien die Kontakte auf ein Minimum reduziert worden.

Beispielsweise wurden Vernehmungen schriftlich über Anhörungsbögen vorgenommen. „Da fehlen sicher mal Informationen zur Aufklärung.“ Auch Anzeigen seien überwiegend online eingegangen, teils um einige Tage verspätet als es vor der Pandemie wohl noch am Telefon oder persönlich geschehen wäre. Auch die Straftaten hätten sich verändert, weil durch Quarantäne, mobiles Arbeiten und Fernunterricht die Menschen mehr Zeit zu Hause verbracht haben.

Weniger Körperverletzungen wegen weniger Alkohol und Drogen

Den Rückgang an Körperverletzungen erklärt Schneider mit den Rückgang an Treffen allgemein, wodurch wohl auch weniger Alkohol und Drogen in der Gruppe konsumiert wurden. Die Zunahme an Übergriffen auf Polizei und Rettungskräfte sieht er in Verbindung mit der Unzufriedenheit mit Coronamaßnahmen. Wird dagegen verstoßen, muss die Polizei Treffen auflösen. Dabei sei aber keiner ernsthaft verletzt worden.

In Zahlen sieht das Coronajahr für das Polizeikommissariat so aus: Die Gesamtzahl der Straftaten ist von 1860 im Jahr 2019 auf 1666 im Jahr 2020 zurückgegangen – ein Rückgang von zehn Prozent. Im Zehn-Jahres-Rückblick gab es mit 1520 Delikten nur im Jahr 2018 weniger Straftaten.

Aufklärungsquote sinkt 2020 im Vergleich zu Vorjahren

Die Aufklärungsquote lag 2020 bei knapp 61 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 0,37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2019 und dem niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre.

Die Aufklärungsquote der Polizeiinspektion Göttingen liegt bei knapp 65 und auf im Land Niedersachsen bei rund 64 Prozent. Dieser Rückgang wird durch eine erschwerte Aufklärungsarbeit aufgrund des veränderten Täterverhaltens im Coronajahr 2020 erklärt. (Kim Henneking)

Das Jahr 2020 des PK Hann. Münden in Zahlen 

Einen Rückgang gab es bei Rohheitsdelikten (2019: 305, 2020: 263, Aufklärungsquote 2020: 94 Prozent, gerundet), häuslicher Gewalt (2019: 114, 2020: 90), Diebstahl (2019: 426, 2020: 403, Aufklärung: 37 Prozent), Wohnungseinbruchdiebstähle (2019: 48, 2020: 32, Aufklärung: 6 Prozent), Betrug (2019: 441, 2020: 362, Aufklärung: 41 Prozent), Sachbeschädigungen (2019: 152, 2020: 129, Aufklärung: 20 Prozent) und Betäubungsmitteldelikten (2019: 155, 2020: 138,). Es gab mehr Widerstandsdelikte (2019: 3, 2020: 12), Cybercrime (2019: 110, 2020: 114) und Straftaten von Kindern und Jugendlichen (2019: 130, 2020: 193).

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