Eine von mehreren Stationen

Hann. Münden: Regionalbischöfin spricht über „Kirche und Corona“

Regionalbischöfin: Dr. Adelheid Ruck-Schröder in Hann Münden vor dem Welfenschloss
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Regionalbischöfin: Dr. Adelheid Ruck-Schröder in Hann Münden vor dem Welfenschloss

Regionalbischöfin Dr. Adelheid Ruck-Schröder besuchte im Zuge des Generalkonvents Hann. Münden. Vor Ort sprach sie mit Priestern und Laien über das Thema „Corona und Kirche“.

Hann. Münden – Wie hat Corona das Christsein verändert? Das war eines der zentralen Themen des Generalkonvents des Sprengels Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Wegen der anhaltenden Coronakrise wird diese Veranstaltung in mehrere Stationen im Sprengel unterteilt, die neue Regionalbischöfin des Sprengels, Dr. Adelheid Ruck-Schröder, bereist mehrere Orte. In Hann. Münden fand dies im Rittersaal des Welfenschlosses statt. Anwesend waren etwa 50 Priester und Diakone.

Hann. Münden: Regionalbischöfin zu Gast

Die Krise habe gezeigt, welche Chancen der Glauben in der Gesellschaft noch hat und auch welchen Stellenwert, berichtet die Regionalbischöfin. „Kirche außer Haus“, sei ein wichtiger Baustein gewesen, um während der Zeit der Lockdowns mit den Gemeindemitgliedern in Kontakt zu bleiben. Beiträge dazu leisten die Digitalisierung, aber auch Angebote wie Telefongottesdienste. „Wir sind rausgegangen, in die Gemeinden, in die Kommune, an den öffentlichen Ort.“

Begonnen hat der Tag in Münden mit einem Gottesdienst in St. Blasius, danach fand die Versammlung im Rittersaal statt. Gezeigt wurde ein Film mit einem „Sommerinterview“, das Dr. Ruck-Schröder mit einem praktischen Theologen der Universität Münster führt. Eine der Erkenntnisse sei, dass die Kirche durch die Krise offener geworden sei. „Wir haben uns aus unseren Mauern gelöst“, sagt die 54-Jährige.

Man sei gerade am Anfang, das Parochialprinzip infrage zu stellen, berichtet Dr. Adelheid Ruck-Schröder. Das heißt, das Organisationsprinzip ist nach bestimmten, definierten Räumen aufgeteilt. Bei den Kirchen heißt dies, nach flächenmäßig ausdefinierten Gemeinden. „Dort sind wir aber noch am Anfang.“ „Wir wollen auch Menschen ansprechen, die nicht Kirchenmitglied sind.“ Das solle aber keine reine Mitgliedergewinnung sein, sondern ein Dialog.

700 Kirchen im Sprengel bis etwa 360 Gemeinden

Auch werde man in Zukunft vermehrt die Kirchengebäude durch das Gebäudemanagement in den Blick nehmen. In Südniedersachen gebe es eine relativ hohe Kirchendichte mit etwa 700 Kirchen und Kapellen bei rund 360 Gemeinden.

Bis jetzt sei die finanzielle Situation des Sprengels noch gut, allerdings müsse man langfristig denken. „Wir müssen den demografischen Wandel mitdenken.“ Teil des Wandels war die Fusion der Kirchenkreise Hann. Münden und Göttingen. Dort werden gerade Gespräche von Haupt- und Ehrenamtlichen geführt.
Trotz Wandel und Krisen blickt Dr. Adelheid Ruck-Schröder mit Hoffnung in die Zukunft. Freude mache ihr, dass Menschen zusammenkommen, um gemeinsam die Glauben zu feiern und sich an diesem gemeinsam zu erfreuen.

Ihre größte Sorge sei, dass die Kirche ihren Blick zu sehr auf das Innere und nicht nach außen richtet. Das sei auch die größte Herausforderung, der die Kirche begegnen müsse.
Weitere Stationen des Generalkonvents sind in Hildesheim, Herzberg am Harz und Einbeck. (Jens Döll)

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