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Handarbeit für mehr Sicherheit an der B80 zwischen Hann. Münden und Reinhardshagen

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Von: Bernd Schünemann

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Vorarbeiten für die Überprüfung der Hangsicherung: An der B 80 zwischen Vaake und Hann. Münden müssen die Fangzäune und Sicherungsnetz überprüft werden. Sie schützen die Verkehrsteilnehmer dort vor Steinschlag aus dem Steilhang. Das Straßenstück ist etwa 1,3 Kilometer lang.
Vorarbeiten für die Überprüfung der Hangsicherung: An der B 80 zwischen Vaake und Hann. Münden müssen die Fangzäune und Sicherungsnetz überprüft werden. Sie schützen die Verkehrsteilnehmer dort vor Steinschlag aus dem Steilhang. Das Straßenstück ist etwa 1,3 Kilometer lang. © Bernd Schünemann

Die B80 zwischen Hann. Münden und Reinhardshagen ist aktuell gesperrt. Schwere Geräte für die Hangsicherung sind am Steinernen Wehrberg im Einsatz.

Reinhardshagen/Hann. Münden – An der B 80 sind Spezialisten im Einsatz. Zum ersten Mal nach dem Einbau muss am Steilhang des Steinernen Wehrbergs die Hangsicherung überprüft werden. Dazu werden jetzt die Vorbereitungen getroffen. Forstwirte schneiden die Zäune und Sicherungsnetze frei. Dazu wird die Bundesstraße voraussichtlich bis zum 10.12.2022 tagsüber voll gesperrt.

Die Mitarbeiter eines Landschaftsbau-Unternehmens aus Hohenahr im Lahn-Dill-Kreis sind dort mit schwerem Gerät unterwegs. Sie müssen etwa 2000 Meter Fangzäune und 26 000 Quadratmeter Sicherungsnetze vom Bewuchs befreien, erklärt Marco Lingemann, Sprecher von Hessen Mobil. Die Straßenverkehrsbehörde ist für die Arbeiten zuständig. Noch arbeitet das Unternehmen mit einem kleineren Steiger. In den nächsten Wochen wird ein Steiger eingesetzt, dessen Arm mehr als 40 Meter ausgefahren werden kann.

Trotz mehrerer heißer Sommer und des felsigen Untergrunds haben sich auf dem Steilhang vor allem Robinien und Haselbäume gut entwickelt. Tausende der Bäume sind seit dem Einbau der Zäune im Jahr 2015 gewachsen – und müssen jetzt mühsam entfernt werden. Die Arbeiten wurden im Vorfeld mit der Naturschutzbehörde abgestimmt. Probleme habe es nicht gebeben, sagt Lingemann. Seltene Tierarten, auf die besondere Rücksicht genommen werden müsste, hätten sich an den Hängen nicht angesiedelt. Dieser Aufwand sei notwendig, um die Verkehrssicherheit in dem Straßenabschnitt langfristig zu gewährleisten.

Überprüfung der Zäune im kommenden Frühjahr geplant

Für die Bad Arolser Behörde sind diese Arbeiten Neuland, ergänzt der Sprecher, weil die Zäune erstmals überprüft werden. Dabei sammelten die Mitarbeiter Erfahrungen. Dominik Hagner, Leiter der Straßenmeisterei in Gieselwerder, will die Abläufe für die nächste Untersuchung optimieren. Die eigentliche Überprüfung der Ankerpunkte und Fangzäune findet im Frühjahr statt.

Dann ist aber voraussichtlich keine Vollsperrung notwendig. Der Verkehr werde abwechselnd einspurig an der Baustelle vorbeigeleitet, sagte Dominik Hagner. Dafür müsse die Straße punktuell halbseitig gesperrt werden.

Reinhardshagens Bürgermeister Fred Dettmar, der sich im Vorfeld über zu späte Informationen und Absprachen zu dem Projekt geärgert hatte, zeigt sich jetzt zufrieden (wir berichteten). Die Absprachen zwischen den Beteiligten funktionierten, teilte Dettmar mit. „Letztlich ist es so, dass man erst sieht, was man machen muss, wenn alles freigeschnitten ist“, ergänzte der Bürgermeister.

Die nächste große Sperrung für die Hangsicherung wird wahrscheinlich in sechs Jahren notwendig. In diesem Turnus untersucht die Bad Arolser Straßenverkehrsbehörde ihre Bauwerke – und damit auch die Fangzäune und Sicherungsnetze am Wehrberg. Also muss die Bundesstraße wohl im Herbst 2028 zumindest zu diesem Zweck erneut für längere Zeit gesperrt werden, damit die Sicherungsanlagen freigeschnitten werden.

Sperrung der Straße bis 16.30 Uhr von Montag bis Samstag

Die rund sechswöchige Vollsperrung der Bundesstraße hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt: wegen der Umleitungen, aber auch wegen Probleme beim Schülerverkehr. Ursprünglich war befürchtet worden, dass Reinhardshäger Schüler erst gegen Abend per Bus von Hann. Mündener Schulen zurückfahren könnten.

Die Bundesstraße ist montags bis samstags jeweils von 8 bis 16.30 Uhr komplett gesperrt. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz können auch in dieser Zeit die Baustelle passieren. Die Sperrung auch für Linienbusse sei notwendig, weil das Ab- und Aufrüsten der Maschinen zu lange dauern würde, wenn ein Bus passieren wollte, erläutern Hessen-Mobil-Sprecher Marco Lingemann und Dominik Hagner, Leiter der Straßenmeisterei. Am ersten Tag hätten einige Autofahrer versucht, trotz der Vollsperrung die Bundesstraße zu benutzen, sagte Wilfried Hillebrand, der Chef des beauftragten Gartenbauunternehmens. Sie seien zurückgeschickt worden. Seither sei es auf dem gesperrten Abschnitt ruhig. Diskussionen hatte es auch wegen der weiträumigen Umleitungen gegeben, zwischen Reinhardshagen und Hann. Münden.

Fähre ist in den Umleitungsbetrieb eingebunden

Aufgrund des dünnen Straßennetzes führt die Umleitung über Holzhausen. Möglich ist auch die kostenpflichtige Fährfahrt, um am rechten Weserufer von Veckerhagen über Hemeln nach Hann. Münden zu fahren. Die Fähre wird während der Sperrung auch in den Schulbus-Verkehr eingebunden. Die Nutzung ist zwischen 8 und 16.30 Uhr für Fußgänger, die ein gültiges NVV-Ticket besitzen, kostenfrei. (Bernd Schünemann)

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