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Hann. Münden: Abschied in der Reblaus – Neustart im Januar

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Von: Ekkehard Maass

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Sagt auf Wiedersehen: 22 Jahren hat Antonio Iannibelli das Restaurant Die Reblaus an der Ziegelstraße 32 in der Mündener Altstadt geführt.
Sagt auf Wiedersehen: 22 Jahren hat Antonio Iannibelli das Restaurant Die Reblaus an der Ziegelstraße 32 in der Mündener Altstadt geführt. © Ekkehard Maaß

In Hann. Münden schließt eine Institution: Das Restaurant Die Reblaus. Doch es wird einen Neustart im Januar 2023 geben.

Hann. Münden – Nach über 20 Jahren schließt die Mündener Gaststätte Die Reblaus mit Antonio Iannibelli als Chefkoch und Geschäftsführer.

„Es ist mir sehr schwer gefallen“, sagt der 47-Jährige. Aber er müsse kürzertreten. Er habe seit einigen Jahren gesundheitliche Probleme, die ihn nun bewogen haben, das Lokal zum 28. November aufzugeben. Das Jahr 2022 sei eine Art Bewährungszeit gewesen, um zu prüfen, ob er sich stärker aus dem Betrieb zurückziehen könne, in dem vieles auf ihn zugeschnitten sei. Nicht nur in der Küche, sondern auch in der Organisation.

Hann. Münden: Die Reblaus schließt

Dafür habe er einen weiteren Koch gesucht, um zumindest in der Küche entlastet zu werden. Das sei aufgrund des Personalmangels auf dem Markt nicht gelungen. Trotz eines weiteren Ruhetages habe er immer noch 60 bis 70 Stunden pro Woche gearbeitet. „Zu viel“, sagt er. Vorher seien es meist sogar über 80 Stunden gewesen.

Das Restaurant stehe gut da. Die Reblaus sei ein wirtschaftlich gut aufgestelltes Unternehmen, das seinen Weg gefunden habe. „Ich hätte es noch etliche Jahre führen können.“ Es gebe zahlreiche Stammgäste. Seitdem er im September bekannt gegeben habe, dass Die Reblaus unter seiner Leitung schließe, sei das Restaurant jeden Tag ausgebucht.

Ein Restaurant wie Die Reblaus zu führen, sei ein Traum für ihn gewesen, auch wenn er sich von manchen zu ehrgeizigen Plänen habe verabschieden müssen. So habe er anfangs gedacht, jeden Abend vier- bis fünfgängige Menüs servieren zu können. Das habe sich schnell als Illusion erwiesen. So etwas müsse sich auch wirtschaftlich tragen. Er habe dann gelernt, sich an den Gästen und ihren Wünschen zu orientieren, zu fragen, „was will der Gast, was braucht Hann. Münden?“ In dieser Zeit habe er die Stadt mit ihren Menschen lieben gelernt.

Gerichte aus deutscher und italischer Küche

Es folgten Jahre einer guten Entwicklung mit der Erweiterung des Lokals. „Heute präsentieren wir unseren Gästen einen Mix aus guter deutscher Küche und feinen mediterranen Gerichten aus Produkten von hervorragender Qualität, die mit handwerklichem Können dargeboten werden. Das fängt beim Edelfisch an und hört beim Schnitzel auf,“ sagt Iannibelli. Und betont: „Wir reißen keine Tüten auf. Wir machen alles selbst. Alle Soßen und Pasta sind hausgemacht.“

Dass die Reblaus in Hann. Münden zu den höherpreisigen Restaurants zählt, weiß der Koch aus Leidenschaft. Aber die Preise seien angemessen. „Wir nehmen das Geld, das wir brauchen, um anständige Lebensmittel zu beziehen und unseren Mitarbeitern ein anständiges Gehalt zu bezahlen. Das zeichnet uns aus, und das haben wir all die Jahre durchgehalten. Dafür steht Die Reblaus.“

Neustart von Die Reblaus im Januar 2023

Die Zukunft des Lokals sei inzwischen auch gesichert. Eine langjährige Mitarbeiterin werde es mit ihrer Familie in dieser Tradition ab Januar weiter führen. Er selbst freue sich auf einen Alltag, ohne ständig unter Strom zu stehen, mit mehr Zeit für die Menschen und darauf, in ihnen nicht in allererster Linie Gäste mit ihren Wünschen zu sehen. Zu seinen neuen Plänen will der verheiratete Familienvater mit einer 20-jährigen Tochter und einem 12-jährigen Sohn noch nicht viel sagen. Klar sei aber, die Familie bleibe in der Stadt, und er bleibe sehr wahrscheinlich der Mündener Gastro-Szene in anderer Form erhalten.

Seine Entscheidung sei der richtige Schritt gewesen. Und: „Das Schöne ist, in der Reblaus wird es weiter gehen.“ (Ekkehard Maaß)

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Eröffnung 2000

Im Jahr 2000 hat Antonio Iannibelli das Restaurant Die Reblaus an der Ziegelstraße 32 in der Mündener Altstadt eröffnet. Der gebürtige Italiener ist in Freiburg aufgewachsen, später zog er mit seinen Eltern nach Kassel. Gelernt hat Iannibelli unter anderem im Kasseler Restaurant Calvados, bevor von einem leer stehenden Lokal in Hann. Münden erfuhr, das er schließlich pachtete und zu einem Speiselokal umbaute: Die Reblaus. Auf seiner Speisekarte stehen deutsch-mediterrane Speisen. Die Karte sei saisonal geprägt.

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