Der stachelige Gartenbewohner muss sich in Acht nehmen

Hann. Münden: Roboter und Autos sind des Igels Tod

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Karussell: Das Männchen umkreist seine Auserwählte.   

Altkreis Münden. Seit 60 Millionen Jahren gibt es ihn, nahezu unverändert, den Braunbrustigel, Erinaceus europaeus. Damit gehört er zu den ältesten Säugetierformen auf unserem Planeten. 

Ob er das noch lange bleibt, ist mittlerweile fraglich geworden.

Vor neun Jahren von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum Wildtier des Jahres 2009 proklamiert und inzwischen in den meisten Bundesländern unter besonderen Schutz gestellt, ist die Zahl der durch den Autoverkehr getöteten Igel auf über eine halbe Million gestiegen. Die Dunkelziffer ist erheblich höher.

Igel halten sich nicht nur in lichten Laubwäldern, Feldgehölzen, Hecken und an Waldrändern auf. Als Kulturfolger findet man sie zunehmend in städtischen Gärten. Und da lauert eine neue Gefahr: Mähroboter. Von den Besitzern gern abends oder nachts eingesetzt, zerfetzen sie immer zahlreicher die dämmerungs- und nachtaktiven Igel, wenn die sich bei der vermeintlich drohenden Gefahr zu Stachelkugeln zusammenrollen. Igel leben, außer in der Paarungszeit als Einzelgänger. Die beginnt ab Mai und dauert oft bis Mitte August. Dabei umkreist das Igelmännchen die Auserwählte oft stundenlang geräuschvoll. „Igelkarussell“ ist die dafür treffende Bezeichnung. 

Die Paarung an sich vollzieht sich dann unter Schnaufen und Fauchen, Schmatzen und Stöhnen. Zum Schutz des Männchens legt die Igeldame dabei ihre 7500 Stacheln flach an. Nach rund fünf Wochen bringt das Igelweibchen vier bis fünf Junge zur Welt. Igel sind keine Vegetarier. Wenn sie Fallobst zerteilen, suchen sie die darin enthaltenen Würmer. 

Außer Schnecken, Spinnen, Tausendfüßern, Regenwürmer und Ohrenkneifern verschmähen sie auch nicht die Eier bodenbrütender Vögel oder neu geborene Mäuse. Igel können in der freien Wildbahn, wenn sie nicht überfahren, von Mährobotern zerteilt oder von Fuchs und Dachs gefressen werden, sieben Jahre alt werden. Und merke: „Ein Kaktus, der laufen kann, ist vermutlich ein Igel“. Ein Zitat von Graf Fito aus den 1920er Jahren.

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