1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hann. Münden
  4. Hann. Münden

Haare für saubere Meere vom Salon Meyer in Hann. Münden

Erstellt:

Von: Hannah Köllen

Kommentare

Haare ab für die Umwelt: Kundin Jacqueline Emma (links) ließ sich im Salon Meyer in Hann. Münden von Inhaberin Janine Büch (rechts) die Haare schneiden. Der Friseurladen unterstützt „Hair Help the Oceans“.
Haare ab für die Umwelt: Kundin Jacqueline Emma (links) ließ sich im Salon Meyer in Hann. Münden von Inhaberin Janine Büch (rechts) die Haare schneiden. Der Friseurladen unterstützt „Hair Help the Oceans“. © Hannah Köllen

Der Salon Meyer aus Hann. Münden engagiert sich für die Umwelt. Es werden Haare gespendet, die dabei helfen, Öl aus dem Wasser zu filtern.

Hann. Münden – Zum Friseur gehen und damit die Meere retten? Das geht, unter anderem im Salon Meyer in Hann. Münden. Der Friseurladen ist seit vergangenem Juni Mitglied bei „Hair Help the Oceans“, einem Unternehmen, das aus Haarresten Filter baut, die Gewässer von Öl, Benzin und Sonnenmilchresten befreien.

„Bei uns im Salon sammeln sich täglich jede Menge Haarreste. Früher sind die immer alle in der Tonne gelandet, das fand ich schade“, sagt Janine Büch, die den Friseurladen seit 2012 leitet.

Hann. Münden: Friseur engagiert sich bei „Hair Help the Oceans“

Jetzt werden die Haarreste einmal monatlich von einem Mitarbeiter von „Hair Help the Oceans“ im Salon abgeholt und nach Bückeburg gebracht. Dort werden die Haare gesammelt und dann nach Südfrankreich transportiert. Von dort stammt die Idee mit den „Haarfiltern“: Der französische Verein „Coiffeure Justes“ (dt. faire Friseure) füllt die Haare in alte Nylonstrümpfe, bindet sie zu Rollen zusammen und setzt sie in verschmutzten Gewässern als Filter ein.

„Die Saugfunktion des Haarfilters zieht das Öl aus dem Wasser, der Filter wird anschließend gereinigt und kann bis zu achtmal wiederverwendet werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Ein Kilogramm Haar könne bis zu acht Kilogramm Öl aus dem Wasser ziehen, heißt es weiter in der Mitteilung.

Janine Büch aus Hann. Münden freut sich, dass sie durch ihre Mitgliedschaft einen Teil dazu beitragen kann, der Umwelt zu helfen. „Klar gibt es mal Kundinnen, die ihre Haare zur Herstellung von Perücken für Krebspatienten spenden möchten“, sagt Büch. Das komme jedoch nur äußerst selten vor. Außerdem gebe es dafür hohe Anforderungen an das gespendete Haar. „Die Haare müssen mindestens 25 Zentimeter lang sein. Außerdem dürfen sie nicht gefärbt oder kaputt sein“, sagt Büch.

„Wir kehren einfach alle abgeschnittenen Haare vom Boden auf und packen sie gesammelt“

All diese Anforderungen werden nicht an das Haar gestellt, wenn es im Gewässer eingesetzt werden soll. „Wir kehren einfach alle abgeschnittenen Haare vom Boden auf und packen sie gesammelt in einen großen Karton“, sagt Büch. Aufmerksam auf die Aktion wurde sie über eine Bekannte, die mit ihrem Friseursalon bereits Mitglied bei „Hair Help the Oceans“ ist. Der Mitgliedsbeitrag pro Salon kostet monatlich 25 Euro. Dafür kommt das Unternehmen einmal monatlich einen Karton voller Haare abholen, jeder weitere Karton kostet 9 Euro.

Der Salon Meyer versucht, auch an anderen Stellen Gutes für die Umwelt zu tun. So werden im Salon keine Alufolien mehr zum Strähnen der Haare genutzt. Stattdessen verwenden die Mitarbeiterinnen nun Folien, die nach der Benutzung gewaschen und wiederverwendet werden können.

Außerdem können sich Kunden ihr Shampoo, das sie im Salon kaufen, in eigene Behälter umfüllen lassen. Auch das spare Plastik und sei sogar ein Vorschlag von den Kunden selbst gewesen, sagt Büch. „Es fällt sehr viel Müll an. Daher versuchen wir, es zu reduzieren, wo immer es geht.“ (Hannah Köllen)

Auch interessant

Kommentare