Der Fahrstuhl nimmt Form an

Sanierung des Historischen Rathauses der Stadt Münden geht weiter

Das Historische Rathaus in der Altstadt von Hann. Münden. Es wird auch als „Perle der Weserrenaissance“ bezeichnet.
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Das Historische Rathaus in Hann. Münden wird gerade saniert.

Als „Perle der Weserrenaissance“ gilt das Historische Rathaus in Hann. Münden. Momentan läuft die Sanierung. Die Coronakrise sorgte für Unterbrechung der Arbeiten.

„1604 haben sich die Baumeister noch keine Gedanken über W-Lan gemacht“, sagt der für die Sanierung des Historischen Rathauses verantwortliche Ingenieur Jürgen Stiehler mit Blick auf die Sanierungsarbeiten in dem über 400 Jahre alten Gemäuer.Aktuell sind Arbeiter damit beschäftigt, Eisen für die Betonierung der sogenannten Unterfahrt für den geplanten Fahrstuhl zu setzen. Die „Perle“ der Weserrenaissance, wie das Historische Rathaus angelehnt an den Baustil der Weserrenaissance auch genannt wird, wird aufgehübscht.

Hann. Münden: Sanierung am Historischen Rathaus

Vor kurzem sei bereits die Gewölbedecke überarbeitet und eine fünf Zentimeter dicke Betonauflage als Sauberkeitsschicht aufgetragen worden. Dazu kommt eine Entkopplungsdämmung. Wo vorher nur ein schmaler, für die Rathausbesucher unzugänglicher Raum war, öffnet sich nun eine neue Perspektive. „Der Halleneindruck wird aber nicht so bleiben“, erklärt Stiehler. Angrenzend an einen Flurbereich entsteht gerade die neue Rathauswache für den Pförtner, damit soll eine Trennung zwischen Bereichen für Touristen und für den Bürgerservice erreicht werden. Ein Treppenaufgang als zusätzlicher Fluchtweg ist ebenfalls in Arbeit.

Hier entsteht der Fahrstuhl: Arbeiter im Historischen Rathaus der Stadt Hann. Münden, das auch als „Perle“ der Weserrenaissance gilt.

Wenn Jürgen Stiehler über „seine“ Baustelle führt, gerät der Ingenieur schnell ins Schwärmen: „Wir haben möglichst viel historischen Bestand aufgegriffen“, erklärt er. Eichenbalken wurden so weit möglich erhalten, historische Lehmwickel für die Decke nachgebaut. Um die alte Farbe von den Balkonen zu lösen, wird Trockeneis verwendet.

Corona in Hann. Münden: Krise sorgte für Unterbrechung

Nach einer kurzen Pause laufen die Ausbauarbeiten nun wieder auf vollen Touren. Ein Grund für die Unterbrechung war die Coronakrise, die auch Auswirkungen auf die Handwerker hatte: „Ein Zimmermann musste sich um die Kinderbetreuung kümmern, außerdem hatten wir zeitweise kleinere Lieferengpässe bei Baumaterialien“, erklärt Jürgen Stiehler. Für die Finanzierung der Sanierungsarbeiten, die insgesamt auf 7,5 Millionen Euro geschätzt werden, ist die Stadt Hann. Münden weiterhin auf Fördermittel angewiesen. Einen Teil des Geldes, 1,2 Millionen Euro, erhält die Stadt über Landesmittel aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP).

Weitere Fördermittel für Historisches Rathaus in Hann. Münden stehen in Aussicht

Bei der Führung durch die Räume zeigte sich Mündens Bürgermeister Harald Wegener optimistisch über eine bevorstehende Zusage weiterer Fördermittel vom Landkreis Göttingen. Dennoch gelte es, weitere Fördertöpfe anzuzapfen. Nur wenn die Finanzierung geklärt sei, könne mit einer Fertigstellung des gesamten Rathauses bis 2024 gerechnet werden, der aktuell laufende Bauabschnitt A soll Anfang 2021 fertiggestellt sein.

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