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Hann. Münden: Broschüre informiert über Auswirkungen von Schottergärten

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Von: Petra Siebert

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Eleonore Dehnerdt zeigt ein Grundstück, das die Besitzer in eine blühende Wiese umgestaltet haben. Einmal jährlich im Spätherbst kann gemäht werden.
Eleonore Dehnerdt zeigt ein Grundstück, das die Besitzer in eine blühende Wiese umgestaltet haben. Einmal jährlich im Spätherbst kann gemäht werden. © Petra Siebert

Eine Broschüre informiert über Auswirkungen von Schottergärten. Sie wird in Hann. Münden verteilt. Sie soll über naturfreundliche Gartengestaltung aufklären.

Hann. Münden – Schottergärten sind ein Trend, der in Deutschland immer mehr in die Kritik gerät. In einigen Kommunen sind sie in den aktuellen Bebauungsplänen untersagt. Am Wochenende wird in Hann. Münden eine Broschüre zum Thema „naturnahe Gartengestaltung“ an alle Haushalte verteilt.

Hann. Münden: Stadt seit 2018 „bienenfreundlich“

Darin wird für bienen- und insektenfreundliche Lebensräume geworben. Auch in Münden ist zu sehen, dass große Schotterflächen als Garten entstehen, oft erhoffen sich die Besitzer dadurch vermutlich weniger Arbeit. Teilweise werden auch bestehende Naturgärten zu Schottergärten umgestaltet. Als Schottergarten gilt eine Fläche, die mit Vlies und darüber Schotter bedeckt ist. Doch für viele Bienen, Schmetterlinge, Hummeln, Vögel und andere Tiere sind grüne Gärten wichtige Lebensräume, Nahrungsquellen und Kinderstube. Seit geraumer Zeit setzt sich deshalb die Bürgerinitiative „Münden blüht und summt“ dafür ein, dass heimische Wildpflanzen einen Platz im öffentlichen Raum finden, brachliegende Flächen in blühende Oasen verwandelt und passende Nisthilfen für Wildbienen und Insekten geschaffen werden.

Aus für Schottergärten in Neukirchen: In der Satzung steht, dass Grundstücke so nicht mehr gestaltet werden dürfen.
Schottergärten: Manche finden sie schön, andere sehen sie kritisch. (Symbolbild) © dpa

Die Stadt Hann. Münden hat sich mit Ratsbeschluss vom 21. Juni 2018 auf den Weg zur bienenfreundlichen Stadt gemacht. Dazu passen keine Schottergärten. „Der Bau von diesen Gärten des Grauens muss aufhören“, sagt Eleonore Dehnerdt von der Bürgerinitiative. „Es geht dabei nicht um romantische Vorstellungen, sondern um wissenschaftliche Erkenntnisse. Wir schaden uns selbst, wenn wir uns von der Natur abschneiden“. Große Pflasterbereiche und versiegelte Erd- und Schotterflächen seien Gräber für alles was lebt. „Besonders im Blick auf das Klima sind offene, begrünte Flächen wichtig, während sich versiegelte Flächen klimaschädlich verhalten.“

Hann. Münden: „Schottergärten sind unzulässig und müssen unter Umständen rückgebaut werden“

„Und dabei zählt jedes Einfamilienhaus“, so Dehnerdt. Die Menschen hätten jedoch meist nicht die Kenntnis um die „verheerenden Auswirkungen“ der Schottergärten. Da sei Aufklärung angesagt und man müsse an die Gartenbesitzer immer wieder appellieren, auf Schottergärten zu verzichten. So geht in der aktuellen Broschüre an Häuslebauern die Empfehlung, eine naturnahe Gartengestaltung vorzunehmen, und damit einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Es wird auch dafür geworben, sich Ratschläge und Tipps von der Initiative „Münden blüht und summt“ geben zu lassen, Ansprechpartnerin ist Eleonore Dehnerdt (eloquent@t-online.de). Eine Reihe von Fachleuten aus Münden, die bei der Anlage eines naturnahen Gartens mit Rat zur Seite stehen, ist ebenfalls aufgeführt. Ein Part dürfte aufhorchen lassen: „Schottergärten sind unzulässig und müssen unter Umständen rückgebaut werden“ (Petra Siebert)

Termin:

Am Samstag, 23.07.2022, stehen Mitglieder der Initiative „Münden blüht und summt“ von 9 bis 14 Uhr auf dem Kirchplatz.

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