Landkreis muss beseitigen

Hann. Münden: Schrott in der Natur entsorgt - Steuerzahler kommt dafür auf

Abgestellt und aufgegeben: Dieser VW Polo stand ohne Nummernschilder und sichtlich mitgenommen auf dem Wanderparkplatz Rotbach.
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Abgestellt und aufgegeben: Dieses Auto stand ohne Nummernschilder und sichtlich mitgenommen auf dem Wanderparkplatz Rotbach.

Wer beseitigt Fahrzeuge, die in der Natur „entsorgt“ werden? Dafür muss mitunter die Gemeinschaft aufkommen. Der Landkreis Göttingen gibt Auskunft.

Altkreis Münden – Ob er seinem Besitzer Fahrspaß beschert hat? Wohin die Urlaubsreisen gingen? Fragen, die man sich stellen könnte, wenn man den schwarzen, aufgegebenen VW-Polo sieht, der auf dem Wanderparkplatz Rotbach unweit des Moorgebietes Hühnerfeld und des mittelalterlichen Modeldorfes Steinrode abgestellt wurde. Verbeult, mit fehlenden Reifen und zerschlagenen Fenstern.

Zwischen Hann. Münden und Staufenberg: Auto auf Parkplatz abgestellt

Und, was die Ermittlung des Halters verkompliziert, ohne Nummernschilder. Doch was passiert mit solchen Fahrzeugen? Wer kümmert sich um die Entsorgung, wer um die Ermittlung des Halters? Die Polizeiinspektion in Göttingen verweist dabei auf den Landkreis Göttingen. Dieser sei zuständig.

Roter Punkt: Der Aufkleber mahnt zur baldigen Entfernung des Fahrzeuges.

Das bestätigt Kreissprecherin Andrea Riedel-Elsner. „Nach geltendem Abfallrecht hat der Landkreis Göttingen als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger grundsätzlich die in seinem Gebiet angefallenen und überlassenen Abfälle aus privaten Haushaltungen und Abfälle zur Beseitigung aus anderen Herkunftsbereichen durch Verwertung oder Beseitigung zu entsorgen“, antwortet sie auf Anfrage unserer Zeitung. Das gelte auch für Fahrzeuge und Anhänger ohne gültiges Nummernschild, sofern diese „auf öffentlichen Flächen oder außerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile abgestellt“ sind. Im Altkreis Münden gebe es solche Fälle ein- bis zweimal im Jahr, berichtet die Kreissprecherin.

„Roter Punkt“ ruft zur Entsorgung auf

Melden Menschen ein solches Fahrzeug, kleben die Verantwortlichen auf diesem einen „roten Punkt“ auf. So auch bei dem VW Polo. Mit diesem wird zur Beseitigung aufgerufen, eine Ablauffrist von einem Monat ist auf diesem Aufkleber vermerkt.

Währenddessen versuche man, den Halter zu ermitteln. Das geschieht über die Nummernschildabfrage, sofern vorhanden, bei der Zulassungsstelle oder mithilfe der Polizei über die Fahrgestellnummer.

„Wenn das Fahrzeug nach Ablauf der Monatsfrist nicht durch den Verantwortlichen entfernt wurde, wird durch den Landkreis Göttingen ein geeignetes Unternehmen mit der ordnungsgemäßen Entsorgung beauftragt“, heißt es von Riedel-Elsner weiter. Dafür ist der Kreis im Zuge seiner sogenannten Entsorgungspflicht verantwortlich. Die Kosten dafür begleicht dann die Allgemeinheit.

Wracks können Gefahr für die Umwelt darstellen

Neben den Kosten für den Steuerzahler und der Verschandelung der Landschaft, kann auch noch eine Gefahr für die Umwelt und Gesundheit hinzukommen: Wenn Öl aus dem Fahrzeug ausläuft oder es ein Verletzungsrisiko besteht, müssen die Behörden schon vor der Ablauffrist tätig werden, erklärt der Landkreis. Zudem stellt das Abstellen eines Wracks keine Bagatelle dar.

„Wenn der verantwortliche letzte Besitzer des Fahrzeugs im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen bekannt wird, werden das Abstellen eines Autowracks in der Regel mit Strafbefehl sanktioniert (Bandbreite um 30 bis 50 Tagessätze)“, so Riedel-Elsner. Beim nächsten Besuch auf dem Parkplatz Rotbach war das schwarze, verbeulte Auto nicht mehr da. (Jens Döll)

Nicht nur Fahrzeuge werden im Wald entsorgt. Die Ordnungsämter beklagen, dass immer mehr Müll in die Natur geworfen wird. Auch werden vermehrt Mund-Nasenschutz-Masken achtlos weggeworfen.

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