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Nur noch 25 Gramm sind erlaubt: Shisha-Branche kritisiert neue Verpackungsvorschrift

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Von: Jens Döll

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Volle Regale: Christian Acker in seinem Shishaladen am Mündener Entenbusch. Er hält nicht viel von der neuen Verpackungsvorschrift.
Volle Regale: Christian Acker in seinem Shishaladen am Mündener Entenbusch. Er hält nicht viel von der neuen Verpackungsvorschrift. © Jens Döll

Die Shisha-Branche kritisiert neue Verpackungsvorschrift. Der Tabak darf nur noch ab 01.01.2023 in 25-Gramm-Packungen verkauft werden. Ein Mündener ist im Business gut vernetzt.

Hann. Münden – Mehr als nur heiße Luft und Dampf: Die Wasserpfeife, auch unter dem Namen Shisha bekannt. Ein Geschäft, das immer mehr Abnehmer findet. Einer, der sich in der Branche auskennt, ist Christian Acker, der den Shishaladen CA Shishastore am Entenbusch in Hann. Münden betreibt.

Hann. Münden Shisha-Laden seit vier Jahren am Entenbusch

Der 26-Jährige aus Meensen ist gut vernetzt, geht auf viele Fachmessen. Er berichtet, dass sich Ungemach in der Branche breitmacht. Grund ist eine Verpackungsvorschrift des Bundes, die den Verkauf von aromatisiertem Tabak, der für Wasserpfeifen genutzt wird, nur noch in 25 Gramm-Packungen erlaubt. Üblich waren sonst 200 Gramm.

Bis zum 31. Dezember haben er und seine Branchenkollegen nun Zeit, ihre Bestände abzuverkaufen. „Am 01.01.2023 kann ich das hier dann nicht verkaufen“, sagt er und zeigt auf die vollen Regale mit Tabak. Die Hersteller dürfen bereits seit Juli nur noch die kleineren Packungen herstellen und an den Handel verkaufen. „Das Ganze macht sehr viel Müll“, berichtet Acker. Jede kleine Dose ist verschweißt. Mit der kleineren Verpackung soll verhindert werden, dass Shisha-Bars den Inhalt großer Verpackungen in kleinen Portionen weiterverkaufen und dabei weniger Steuern abführen als sie dies beim Kauf der großen Verpackung getan haben. „Es soll die Steuerhinterziehung verhindert werden“, so Acker dazu.

Christian Acker: Schwarzmarkt wird blühen

Er glaubt aber, dass dadurch eher der Schwarzmarkt blüht. Zudem berichtet er, dass durch die Änderungen der Tabak wesentlich teurer werde. Bezahlt man für 200 Gramm zwischen 20 und 25 Euro, würde es dann bei 25 Gramm, hochgerechnet, zwischen 30 und 40 Euro kosten. „Ein Vorteil von kleineren Packungen ist, dass man mehr probieren kann.“

Christian Acker glaubt, dass der Gesetzgeber bald einlenken wird und die Regel wieder rückgängig macht. „Ich werde nicht mehr viel nachbestellen“, berichtet er. Bei seinem, so sagt er, großen Kundenstamm sei der Abkauf der „alten Ware“ nicht das Problem. „Aber was machen die Großhändler mit ihren vollen Lagern?“.

Den Laden am Entenbusch betreibt er seit vier Jahren, davor war er rein als Onlineshop aufgestellt. Dem Klischee, dass nur jüngere Menschen Shisha rauchen, widerspricht er. Etwa 40 Prozent seiner Kunden seien über 30 Jahre alt. Viele Ältere würden zu ihm kommen, seine Kunden kommen auch aus Göttingen, Kassel und weiter her. „Ich habe mir einen Namen gemacht“, sagt er. Über das soziale Netzwerk Instagram macht er Werbung, hat eine große Reichweite.

Bekanntschaft mit Rappern und Schauspielern

Mit bekannten Marken hat er eine Kooperation, beispielsweise dem Essener Rapper und Schauspieler Veysel. „Eine gute Anfängerpfeife bekommt man bereits für etwa 100 Euro, nach oben sind keine Grenzen“, berichtet Acker. Neulich habe er Shishas für jeweils 400 Euro verkauft, auf dem Tisch steht eine Wasserpfeife, die 600 Euro kostet. Beliebt bei den Kunden seien auch sogenannte E-Shishas. Sie sehen aus wie E-Zigaretten. Bekannte Künstler wie Haftbefehl und die Rapgruppe 187-Strassenbande haben eigene Produkte auf den Markt gebracht, um die junge Zielgruppe, die mit Hip-Hop sozialisiert wurde, zu erreichen.

Im Spätsommer feierte der CA Shishastore vierjährigen Geburtstag. „Es war die Hölle los“, berichtet Acker. Im kommenden Jahr hat er Großes geplant. Er will den Parkplatz eines benachbarten Fitnessstudios mitnutzen, um so sicher und größer feiern zu können. (Jens Döll mit dpa)

Mediziner warnen

Im Januar stieg der für Wasserpfeifentabak geltende Steuersatz deutlich. Mediziner warnen vor den gesundheitlichen Folgen von Shishas. Der Rauch von Wasserpfeifen sei genauso schädlich wie Zigarettenrauch, heißt es vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Kritisch bewerten Mediziner zudem den Umstand, dass Shisha-Rauch tiefer in die Lunge inhaliert wird als der Rauch von normalen Zigaretten. 

Immer wieder wird Tabak sichergestellt, der vom Schwarzmarkt oder anderen dunklen Kanälen stammt. Wie in einem Fall in Göttingen.

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