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Lernlabor „Skills Lab“ an den BBS Münden hilft bei der Pflege-Ausbildung

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Von: Petra Siebert

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Tanja Lübbe und Mojtaba Jafari lagern die Patientin um. Praxislehrkraft Juliane Kulke (fünfte von links) beobachtet die einzelnen Schritte sehr genau, während die anderen Absolventen der Klasse zuschauen.
Tanja Lübbe und Mojtaba Jafari lagern die Patientin um. Praxislehrkraft Juliane Kulke (fünfte von links) beobachtet die einzelnen Schritte sehr genau, während die anderen Absolventen der Klasse zuschauen. © Petra Siebert

Das „Skills-Lab“ der Berufsbildenden Schulen Münden (BBS) macht neue Art der Ausbildung möglich. Es ist ein „dritter Lernort“ für Pflegepersonal. Bei den Schülern kommt es gut an.

Hann. Münden – Kürzlich wurde „Skills-Lab“, ein Übungslabor für Pflegeberufe, an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Münden eingeweiht. Die Trainingsräume, in denen theoretisches und praktisches Wissen vermittelt wird, befinden sich in der ehemaligen Hausmeisterwohnung.

Hann. Münden: Skills-Lab der BBS Münden kommt gut an

Die Absolventen und die Lehrkräfte zeigen sich begeistert von dieser Art des Lernens, weil so eine reale Arbeitsatmosphäre geschaffen werde, in einem Stationszimmer, einem Krankenzimmer und einem Raum, der eingerichtet wie ein privates Wohnzimmer. Die Räume sind mit einem Kamerasystem ausgestattet, so dass sämtliche Arbeiten auf dem PC aufgezeichnet werden können, um sie anschließend zu analysieren.

Die Auszubildenden empfinden es als Hilfe, weil sie aus den sichtbaren Fehlern lernen können. Im Mittelpunkt steht das Krankenzimmer mit Hightech-Übungspuppe Diana, die auch in Dieter umgewandelt werden kann. Diese kann über den Computer gesteuert werden und so für die angehenden Pflegefachleute unterschiedliche Erkrankungsbilder dargestellt werden. So kommen die Schülerinnen und Schüler in Situationen, die sie nicht kennen. Das können auch Notfälle sein, bei denen umsichtiges und schnelles Handeln erforderlich ist. Von einem angrenzenden Beobachtungsraum mit Einwegspiegel können die Tätigkeiten verfolgt werden, ohne dass sich die Auszubildenden gestört fühlen. So sollen beispielsweise aus der Gruppe Tanja Lübbe und Mojtaba Jafeari eine Patientin umbetten, weil sonst die Gefahr eines Druckgeschwürs besteht. Die Anderen beobachten zusammen mit der Praxislehrkraft Juliane Kulke das Handeln durch die Einwegspiegel.

Aus Fehlern direkt lernen - Krankheitsbilder simulieren

Vor der Tür desinfizieren sich Lübbe und Jafeari die Hände. Es wird an die Tür geklopft, die Patientin begrüßt und mit Namen angesprochen. Mojtaba Jafeari schließt das Fenster, der Patientin wird berichtet, dass sie umgebettet werden muss.

Während dem Umbetten erkundigen sich die Beiden nach dem Befinden der Patientin, fragen vor der Verabschiedung, ob sie so bequem liege und noch weitere Wünsche habe und berichten, dass sie in zwei Stunden wieder kommen. Sofort stellt Tanja Lübbe ihren Fehler selbst fest, „ich hätte die Patientin weiter zu mir positionieren sollen“. Auch Mojtaba Jafeari räumt ein Versäumnis ein, er hat vergessen, das Fenster wieder zu öffnen. Also betritt er ein zweites Mal das Zimmer, geht zum Fenster, öffnet es und verlässt den Raum. „Oje, ich habe vergessen anzuklopfen, der Patientin habe ich nicht gesagt, warum ich nochmal gekommen bin, und ich habe mich auch nicht verabschiedet“. Es gibt zusammen mit Juliane Kulke ein Feedback. (Petra Siebert)

Das sagen die Nutzer

Stimmen zum Angebot der BBS Münden:

Emel Gouafs: Das Skills Lab ist sehr gut, weil es praxisnah ist, das, was die Lehrer erklären kann man live durchleben, denn es fehlt oft in Pflegeberufen, dass man als Team zusammen arbeitet.

Jeanette Schläger: Es gibt Schüler, die mehr durch Praxis lernen als durch Theorie. Durch Siklls Lab kann man die Theorie vertiefen und in die Praxis umsetzen.

Mojtaba Jafari: Dank an die Schule, dass es jetzt Skills Lab gibt, es hat gefehlt. So braucht mit Pflege nicht am Menschen ausprobieren, deshalb ist die praxisnahe Methode gut.

Florian Fiedler: Das, was wir in der Theorie besprechen, können wir im Team in die Praxis umsetzen, beispielsweise Blutdruckmessen.

Tanja Lübbe: Wir können uns als Klassengemeinschaft gegenseitig unterstützen und meistern es gemeinsam in Gruppenarbeit.

Mariescha Herbold: Man darf auch Fehler machen, dadurch lernt man dazu.

Praxislehrkraft Juliane Kulke: Ich empfinde es als dritten Lernort. Eine Ausbildung im Gesundheitswesen findet üblicherweise an zwei Lernorten, Praxis und Schule statt. Nun ist das Übungslabor für Pflegeberufe Lernort Nummer drei.

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