Lieferexpress soll kommen

Spenglers schließen nach 42 Jahren in Hann. Münden ihre Fleischerei

Christiane und Harry Spengler fällt der Abschied aus Münden nicht leicht. Aber es gibt Angebote, die schlägt man nicht aus.
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Christiane und Harry Spengler fällt der Abschied aus Münden nicht leicht. Aber es gibt Angebote, die schlägt man nicht aus.

Familie Spengler schließen nach 42 Jahren in Hann. Münden ihre Fleischerei. Zeit für einen Rückblick, aber auch für einen Ausblick.

Hann. Münden – „Ich bedauere wirklich sehr, dass der Laden hier geschlossen wird“, „ich habe immer gerne bei Ihnen eingekauft“, „es ist sehr schade, dass Sie das Geschäft in Münden aufgeben“. Diese und ähnliche Äußerungen des Bedauerns ließen Christiane und Harry Spengler am letzten Tag in ihrer Fleischerei doch das Herz ein wenig schwer werden.

Bereits 2017 gab er seinen Stammladen in Landwehrhagen wegen Personalnot auf

Denn nach 42 Jahren in Hann. Münden wurde zum Monatsende die Fleischerei in der Langen Straße für immer geschlossen. „Auch uns ist es nicht so ganz leicht gefallen“, sagt Harry Spengler. Doch durch die Übernahme des Fleischerfachgeschäftes Schuwirth in Sandershausen hätten sich seiner Frau und ihm ganz andere Perspektiven geboten. Denn Corona ist an der Fleischerei Spengler nicht spurlos vorüber gegangen. Die Kunden-Frequenz hat auch nach dem Lockdown noch nachgelassen. Und nur von Stammkunden kann man nicht leben. Bereits 2017 gab er seinen Stammladen in Landwehrhagen wegen Personalnot auf.

Der Neubeginn in Sandershausen fordert das Ehepaar Spengler, denn zusammen mit drei Mitarbeiterinnen im Geschäft und einem Schlachtergesellen haben sie alle Hände voll zu tun. Da sich rund um die Fleischerei Industriebetriebe befinden, ist diese in der Mittagspause eine beliebte Anlaufstelle für die Beschäftigten. Deshalb soll in Kürze dort auch ein Mittagstisch eingeführt werden. „Auch das Catering boomt in so einer Gegend“, berichtet Harry Spengler. Das Angebot wurde ein wenig verändert, denn in Hessen ist eine andere Ahle Wurst gefragt als in Niedersachsen, außerdem mögens die Hessen etwas rustikaler.

Lieferservice für Stammkunden in Hann. Münden

Seinen Mündener Stammkunden hat Harry Spengler versprochen, 14-tägig einen Lieferexpress nach Münden zu unternehmen. Die Kunden nennen ihre Wünsche, und er bringt die Ware nach Münden.

Begonnen hat die Ära Spengler in Münden 1979, dort übernahm der Vater die Frischfleischabteilung des Lebensmittelmarktes Beku am Standort des heutigen Penny-Marktes. 1985 siedelte er dann in die Lange Straße um. Sohn Harry absolvierte im elterlichen Unternehmen eine Ausbildung, die er 1984 beendete, vier Jahre später hatte er seinen Meisterbrief in der Tasche. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2000 übernahm Harry Spengler das Unternehmen. „Es ist bis zum letzten Tag alles so geblieben, wie es mein Vater zu Beginn ausgestattet hat“, erzählt Harry Spengler. (Petra Siebert)

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